"Komasaufen": So beugt Rosenheim vor

Rosenheim - Das Komasaufen bei Jugendlichen nimmt zu. Braucht Rosenheim eine "Resolution", wie sie jetzt in Fürstenfeldbruck beschlossen wurde? Wir haben nachgefragt:

Das ist die Resolution in Fürstenfeldbruck:

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In Fürstenfeldbruck unterzeichneten nun die Bürgermeister und Oberbürgermeister der Landkreise, sowie Vertreter der Polizeiinspektionen die gemeinsame "Vereinbarung gegen Alkoholmissbrauch auf Festveranstaltungen": Es sind Grundsätze zur Bekämpfung von Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen erarbeitet worden, an die sich alle Unterschreibenden halten wollen. Ziel ist es, bezüglich trinkender Jugendlicher eine einheitliche "Linie zu fahren". 

Die Vereinbarung ist ein wesentlicher Bestandteil des Alkoholpräventionsprojektes "HaLt - Hart am Limit" und ermöglicht ein einheitliches Vorgehen der Städte und Gemeinden als Genehmigungsbehörde auf Landkreisebene. Feiern und Spaß haben soll unter Beachtung des Jugendschutzgesetzes weiterhin im Vordergrund stehen.

Andere Situation in Rosenheim

Für Rosenheim ist solch eine Resolution wie in Fürstenfeldbruck kein Thema, wie Christian Schwalm, der persönliche Referent von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, in einer Mitteilung erklärte. Da die Gemeinden im Landkreis ihre eigenen Genehmigungsbehörden sind, mache es keinen Sinn, eine Vereinbarung zu treffen. In einer kreisfreien Stadt wie Rosenheim stelle sich die Situation naturgemäß anders dar: "Eine Abstimmung ist hier lediglich zwischen dem Amt für Sicherheit und Ordnung und dem Jugendamt erforderlich", andere Stellen seien nicht betroffen. 

Eine Abstimmung finde laut Schwalm auch mit der Polizei statt - seit Jahren zum Beispiel schon beim Triangelball. Hier gebe es vergleichbare Auflagen wie in Fürstenfeldbruck, die sich mittlerweile schon zum Standard entwickelt haben.

"HaLt-Projekt" seit 2007 erfolgreich

In Rosenheim läuft zur Prävention das bundesweite "HaLt-Projekt" seit 2007 sehr erfolgreich - auch ohne die ausdrückliche "Vereinbarung gegen Alkoholmissbrauch auf Festveranstaltungen". Tankstellen und Azubis im Einzelhandel werden zum Jugendschutz geschult, es gibt Brücken- und Elterngespräche nach einer Alkoholvergiftung sowie einen "Risiko-Check" für die Jugendlichen: Wie gefährdet sind sie?

Natürlich muss noch weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden, um dieses gesellschaftliche Problem in den Griff zu bekommen - Jugendliche sollen endgültig von der schädlichen Wirkung von Alkohol überzeugt werden. 

Mehr Informationen zum Präventionsprojekt finden Sie auf der Homepage: halt-projekt.de

s-ah

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