Ins Herz des Publikums getanzt

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Bewegung in Blau auf der Bühne (von links): Lena Mayer (stehend), Charlotte Brohmeyer, Carolin Hitzelsberger, Judith Schätti, Elisabeth Milbradt und Stefan Sassenrath.

Rosenheim - Auf diesen Abend kann die Ballettschule Bartosch-Linke stolz sein: Über 100 Schülerinnen und Schüler zeigten im Kultur- und Kongresszentrum hohe Ballettkunst.

"Ballett und Tanz sind eine internationale und universelle Sprache, die jeder versteht", meinte Roman Linke, der Leiter der Rosenheimer Ballettschule, zu Beginn des Abends. Wie wahr: Die Zuschauer konnten dank der ausdrucksstarken Darbietungen und choreografisch feinfühlig interpretierten Musik genau verstehen, was die über 100 Mitwirkenden beim Ballettmärchen "Wie Papa zu seinen grauen Haaren kam" darstellten.

Ob die Blumen, von den Sonnenstrahlen zum Wachsen gebracht, der Bach mit kleinen und großen Wellen, die Uhr samt Zeigern und Federn, Gespenster mit weißen Frauen, Besen oder das Feuer: Die Tänzer, liebevoll geschminkt und kostümiert, erweckten abstrakte Bilder auf der Bühne zum Leben.

Die abwechslungsreiche Aufführung beinhaltete Lebensweisheit, Ernst, aber auch Witz, wie etwa den Auftritt des lebendigen Bildes, verkörpert von Jana Schlesinger. Tiere und ihre Eigenschaften wurden im Tanz sehr genau porträtiert, wie etwa die Katzen (Katharina Beck und Daniela Weiszdorn) und Mäuse. Es würde zu weit führen, hier alle Namen zu nennen, genannt seien aber doch die drei "Hauptpersonen", die Töchter, die dem Vater (Christian Held) zu den grauen Haaren verhalfen: Susanne Linner, Simone Schiller und Eva Jansen erhielten für ihre Leistung großen Applaus, der aber auch den Freundinnen, der Wellenkönigin (Katharina Tschakert), der Mutter (Eva Maria Lindner-Mayer), der Sonne (Stephanie Wemmer) und allen anderen galt.

An das große Stück schlossen sich Auftritte fortgeschrittener Schüler an. Viel Spaß machte der Ausflug in die Welt des zeitgenössischen Tanzes mit Verena Reichl, die zur Musik von Lhasa De Sela und Paolo Conte mit Farben eine große Leinwand "bemalte".

Dieses Werk kann übrigens bei der Ballettschule erworben werden, der Erlös wird für eine soziale Einrichtung gespendet. Spirituelle Stimmung kam beim Tanz von Charlotte Brohmeyer, Karin Graf, Johanna Hamberger und Anne-Lise Lemordant auf: Mit der Modern-Jazz-Interpretation des Stücks von Loreena McKennitt regten sie zum Nachdenken über Religion an.

Toll war hier der Effekt des Lichts, das den Sternenhimmel auf die Bühne zauberte. Ein hervorragendes Solo brachte Maja Sun, gefolgt von einer Könnerin ihres Fachs: Die jüngste Ehemalige der Schule, Valeria Danhauser, studiert an der Palucca-Schule in Dresden und führte mit "Der Hagel" eine von ihrer Dozentin Tam Quach entworfene Choreografie auf.

Die "Symphonie in C" von Georges Bizet, in der die Schüler wunderbare Bewegungskombinationen und komplexe Schrittfolgen zeigten, beschloss einen wunderbaren Abend. Großes Lob für die Rosenheimer Ballettschule, die dafür ein Dreivierteljahr mit den Schülern probte.

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