Weil niemand gern allein is(s)t

Tafelrunde im AWO-Mehrgenerationenhaus
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Die "Tafelritter" engagieren sich freiwillig für die "Tafelrunde" im Mehrgenerationenhaus.

Rosenheim - Die "Tafelrunde" im AWO-Mehrgenerationenhaus tischt bereits zum 750. Mal Essen für Bedürftige auf. Auch Sie können freiwilliger "Tafelritter" werden.

Am Mittwoch, den 30. April, lädt das AWO-Mehrgenerationenhaus zusammen mit dem Verein „Wir Alle e.V.“ zum 750. Mal zur „Tafelrunde“ ein. Hier können all, die Lust dazu haben, in Gemeinschaft zu Mittag essen. Der Name „Tafelrunde“ wurde durch Wahl der Gäste bestimmt und steht für die große Tafel, an der gemeinsam gegessen wird.

Bevor jedoch ab 11.30 Uhr die meist etwa 20 Gäste zu Tisch gebeten werden, steht eine Menge an Organisation und Tatkraft für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf der Tagesordnung. Jeden Montag und Mittwoch (außerhalb der Schulferien) ist das Team um Angie Lippert bereits früh im Einsatz: in einer kleinen Küche wird dafür gesorgt, dass pünktlich eine warme Mahlzeit, bestehend aus Suppe, Hauptgericht, Salat, Nachspeise und Getränk, für die Gäste auf dem Tisch steht. Welches Gericht gekocht wird, entscheidet sich immer sehr kurzfristig und richtet sich danach, welche Lebensmittelspenden zuvor gesammelt werden konnten. Angie Lippert, „Chefköchin“ der Tafelrunde: „Ein gewisses Improvisationstalent gehört schon dazu, schließlich sehen wir erst im Laufe des Vormittags welche Lebensmittel wir haben.“ Ferdinand Walesch, ehemaliger Hotelier und einer der Spendensammler freut sich immer sehr, wenn er Sachspenden in Geschäften abholen kann, denn dann können sich teure Zukäufe in Grenzen halten. Beim gemeinsamen Frühstück der Helfer und Helferinnen wird dann besprochen, was auf die Speisekarte kommt und die anstehenden Arbeiten werden verteilt. „Natürlich ist es Arbeit für viele Leute Essen zuzubereiten, aber zusammen macht es Spaß und dann geht es leicht von der Hand.“ Das ehrenamtliche Team, dem auch Monika Engl, Herta Zuber und Verona Antal angehören, kümmert sich um die Essenszubereitung, -verteilung und den Abwasch hinterher. Eine weitere Aufgabe ist es aber auch, Ansprechpartner für die kleinen oder großen Sorgen und Nöte der Anwesenden zu sein. Denn das macht die Tafelrunde aus. Hier wird nicht nur gegessen, sondern an der großen Tafel sitzt niemand allein und die Unterhaltung gehört dazu.

Die Gemeinschaft ist das Kernstück der Tafelrunde“, bringt es Klaus Schindler, Projektleiter im Mehrgenerationenhaus, auf den Punkt. „Wer ist und isst schon gern allein? Viele, insbesondere ältere Menschen mit knapper Rente, suchen hier Gesellschaft und Kontakte die ihnen in ihrem alltäglichen Leben fehlen.“ Zugleich ist die Tafelrunde aber auch eine kostengünstige Verpflegungsmöglichkeit für all diejenigen, bei denen das Geld manchmal knapp wird. Wer unterhalb der Einkommensrichtlinie des deutschen Tafelverbands liegt, zahlt für das Menü aus Suppe, Hauptgericht, Salat, Nachspeise und Getränk nur einen geringen Beitrag in Höhe von 1,50 Euro. Aber auch für alle anderen ist der Preis mit 3,50 Euro sehr niedrig gehalten. „Jeder braucht eine warme Mahlzeit am Tag. Für diejenigen, bei denen es dafür manchmal nicht mehr ausreicht oder die für sich allein nicht kochen wollen, gibt es die Tafelrunde“, so Schindler. „Auch Flüchtlinge und Asylsuchende haben so schon den Weg zur Tafelrunde gefunden.“

Personelle Unterstützung erfuhr das Angebot beispielsweise von Firmgruppen, Schulklassen oder auch von der Firma Marc O´Polo, die Personal für die Mithilfe bei der Tafelrunde freistellte. Verschiedene Gaststätten sorgen für Abwechslung, indem sie Menüs zubereiten und so den Helfern manchmal zur Seite stehen – auch ein großer Molkereibetrieb hilft durch regelmäßige Spenden von Nachspeisen. Riesig war auch die Freude bei den „Tafelrittern“, als ein Gaststättenbetreiber aus dem Landkreis einen größeren Herd spendete oder ein Küchenausstatter bei der Anschaffung einer Profi-Spülmaschine der AWO finanziell entgegenkam. Um das Angebot langfristig für von Armut und Vereinsamung bedrohte Menschen aufrecht erhalten zu können, ist das Mehrgenerationenhaus auf solche Hilfe angewiesen, denn die Einnahmen decken lediglich die Kosten der Zukäufe. Spenden, ob in Sach- oder Geldwert, sind jederzeit willkommen! Spendenkonto: AWO-Mehrgenerationenhaus Sparkasse Rosenheim - Bad Aibling, BLZ 711 500 00, Konto-Nr. 23 192, Stichwort: Tafelrunde

Zur Verstärkung des Gastgeber-Teams werden immer wieder freiwillige Helfer/innen gesucht. Die Tätigkeit umfasst etwa fünf Stunden pro Essensausgabe. Die Einsätze werden nach Dienstplan organisiert. Interessierte können sich im Mehrgenerationenhaus unter 08031 / 94137321 melden.

Pressemitteilung Mehrgenerationenhaus Rosenheim

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