Nach einem Jahr Pandemie

Wie das Kinderhospiz in Rosenheim durch die Corona-Krise kommt

Die Arbeit in einem Kinderhospiz lebt von Berührungen und Begegnungen. Dies ist jedoch seit nunmehr einem Jahr nur eingeschränkt möglich. Das Kinderhospiz blickt auf ein turbulentes Jahr zurück und schaut vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Die Pressemeldung des Ambulanten Kinderhospiz München im Wortlaut:

Rosenheim – Die Kinderhospizarbeit lebt von Berührungen und persönlichen  Begegnungen: die kranke Hand eines Kindes zu halten, eine traurige Mama in den Arm zu  nehmen, einen verzweifelten Papa einfach zuzuhören. Vieles, was in der Arbeit des AKM Zentrums Südostoberbayern mit Sitz in Rosenheim als selbstverständlich galt, wurde mit  Ausbruch der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr kräftig durcheinandergewirbelt.

Das bedeutete erschwerte Bedingungen für ein Regionalzentrum, das 2019 erst eröffnet wurde und  eigentlich das Jahr 2020 intensiv nutzen wollte, um bekannter zu werden, Kontakte zu vertiefen und ein stabiles Netzwerk aufzubauen. Auf Grund der Kontaktbeschränkungen hat sich die Arbeit der AKM-Mitarbeiter*innen in der Region Südostoberbayern aber von heute auf morgen stark verändert. Wie kamen das Zentrum und die von ihm betreuten Familien bisher durch die Krise und wie geht´s weiter?  

„Das Virus hat unser aller Leben eingeschränkt, doch den Einfluss, den die Pandemie auf die von uns betreuten Familien hat, ist enorm: Die Sorge um ihr erkranktes Kind und die ganze Familie, entfallene Therapiestunden und Hilfenetzwerke, Isolation, fehlende Schutzausrüstung, verschobene Arzttermine, die permanente Angst vor Ansteckung und die Ungewissheit, wie es weitergehen wird – all das ist schwer auszuhalten“, erzählt Renate Weininger-Fischer, die das Zentrum Südostoberbayern leitet. Sie und ihr Team blicken auf ein turbulentes Jahr zurück, in dem ständig nachjustiert, neu geplant und äußerst flexibel reagiert werden musste.  

Familien-Zuwachs trotz Pandemie  

Durch die Kontaktbeschränkungen durften zunächst keine ehrenamtlichen Helfer – eine feste Stütze in der täglichen Arbeit der Stiftung - in die Familien, die Schulungen neuer Ehrenamtlicher musste ausgesetzt werden und wichtige Netzwerkarbeit lag plötzlich brach.  „Jetzt könnte man meinen, dass all die genannten Herausforderungen das Zentrum im Jahr Zwei seit der Eröffnung in seiner Entwicklung gebremst hätten. Das Verwunderliche ist: Das Gegenteil war der Fall! Im Verlauf des vergangenen Jahres konnten wir die Zahl der zu  betreuenden Familien verdoppeln – was auch den hohen Bedarf zeigt,“ berichtet Renate Weininger-Fischer.  

Bis zum ersten Lockdown im März 2020 wurde intensive Netzwerkarbeit betrieben, die sich dann auszahlte. Dank der schnellen Versorgung mit persönlicher Schutzausstattung durch die Zentrale in München konnten die Hauptamtlichen weiter persönlich in die Familien oder sie zumindest über Telefon und Video individuell begleiten.

Therapiegespräche wurden je nach Wetter auch mal bei einem Spaziergang geführt. Die Schulungen der Ehrenamtlichen mussten pausieren, sie können aber hoffentlich 2021 abgeschlossen werden. Flexibel, kreativ und mit viel Geduld fand das Team immer wieder neue Wege, die Familien nicht allein zu lassen und Hand in Hand mit ihnen durch die Krise zu gehen. 

Neu: der digitale Spendenshop

Auch in Bezug auf die Spenden – die Stiftung muss sich zu gut zwei Dritteln aus Spenden finanzieren - war es ein herausforderndes Jahr. Viele Veranstaltungen, bei denen sonst Spenden gesammelt werden, entfielen. Zudem entstanden durch die Pandemie erhebliche Mehrkosten bei der Versorgung der Familien.

Die Teams mussten auch hier kreativ werden und neue, digitale Wege finden. So konnte die Stiftung beispielsweise ihren Spendern Ende 2020 eine neue Online-Spendenmöglichkeit anbieten: den AKM Spendenshop. Dort hat man die Möglichkeit, symbolisch Geschenke an die Stiftung AKM und damit an die betreuten Familien zu spenden.

Bei einer Spende eines symbolischen Geschenks im Spendenshop erhalten die Spender eine Spendenurkunde zum Ausdrucken (und Weiterschenken) – egal, ob zu Ostern, zum Geburtstag oder ganz ohne Anlass. Der Spendenshop ist unter www.kinderhospiz-muenchen.de/spendenshop erreichbar.  

Ausblick  

Und wie geht´s nun weiter? Renate Weininger-Fischer sieht verhalten optimistisch in die Zukunft: „Wenn möglich wollen wir noch bekannter werden, um so noch mehr Familien helfen zu können. Mein persönlicher Wunsch ist es, dass unser Regionalzentrum ein offener Ort der Begegnung wird und ein Teil des sozialen Lebens in Rosenheim – in einem Leben nach Corona.“  

Der Kontakt zum AKM-Zentrum Südostoberbayern:  
Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München – Zentrum Südostoberbayern und Bunter Kreis Rosenheim (Kreisfreie Stadt Rosenheim, Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land,  Mühldorf am Inn, Rosenheim, Traunstein), Bayerstraße 2a, 83022 Rosenheim, Tel: 08031 –  39 11 66 1, E-Mail: suedostoberbayern@kinderhospiz-muenchen.de  

Pressemeldung des Ambulanten Kinderhospiz München

Rubriklistenbild: © dpa/Julian Stratenschulte

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