Plan für das Amtsgericht empört Stadträte

Ein Aufzugturm als "Schandfleck" und "Schlag ins Gesicht"

In diesem Bereich (roter Kreis) soll der Aufzugturm an der Außenfassade gebaut werden.
+
In diesem Bereich (roter Kreis) soll der Aufzugturm an der Außenfassade gebaut werden.

Rosenheim - Das Staatliche Bauamt will einen Außenaufzug am Amtsgericht Rosenheim bauen lassen. Dass das Landesamt für Denkmalpflege grünes Licht für das Projekt gab, sorgte für Entrüstung unter den Stadträten. 

Das Gebäude des Amtsgerichts stammt in seinen älteren Bauteilen (Ecke Königsstraße/Bismarckstraße) aus dem Jahr 1874, ein Erweiterungsbau wurde 1935 errichtet. Nun soll an dieser historischen Fassade eine einschneidende Veränderung vorgenommen werden: Ein Außenaufzug an der Gebäudefassade in der Bismarckstraße. 

Deutlich wurde am Donnerstagabend im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss: Wenn die Rosenheimer Stadträte alleine entscheiden dürften, hätte dieses Vorhaben keine Chance. Doch die Stadt hat nur das Recht angehört zu werden, die Entscheidung trifft die Regierung von Oberbayern. 

Stadträte zeigen sich empört

"Die Öffentlichkeit muss mobilisiert werden", forderte daher der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann. Er befürchtet, dass eine Stellungnahme der Stadtverwaltung alleine nicht ausreichen werde, "um die Herren in ihren Plänen zu bremsen". Dieser Außenaufzug wäre ein Schandfleck im Stadtbild. 

Rückendeckung bekam er auch von SPD-Stadträtin Gabriele Leicht: "Dass die Landesbehörde hier ihre eigenen Interesse vor den Denkmalschutz stellt, ist ein Schlag ins Gesicht für jeden privaten Bauherren!"

Für Erheiterung und Kopfschütteln sorgte die Vorgabe des Denkmalschutzamtes, wonach der Aufzugturm doch wieder abgebaut werden solle, wenn das Gebäude nicht mehr als Amtsgericht genutzt werde. 

Aufzug im Innern sei nicht möglich

Ein Aufzug im Gebäude als eine andere Variante hält das Staatliche Bauamt für nicht umsetzbar, weil es einen Flächenverlust von dringend benötigten Räumen bedeuten würde und zudem die Öffentlichkeit dadurch in den internen Bereich des Gerichts geführt werden müsste. 

Kommentare