Mitgliederversammlung in Rosenheim

Integration der Flüchtlinge beschäftigt Arbeitskreis

Rosenheim - Bei der Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Schule Wirtschaft wurde vor allem die Situation der Flüchtlinge besprochen. Es wird noch fleißig für die weitere Integration geplant:

Das Flüchtlingsthema beschäftigt Schulen und Unternehmen in der Region. Das zeigte auch die diesjährige Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Schule Wirtschaft. Vertreter aus Schulen und Unternehmen in der Region erhielten interessante Informationen aus erster Hand und hatten dabei die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Alfons Maierthaler, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender und Vorstand auf Wirtschaftsseite im Arbeitskreis, begrüßte die Teilnehmer im Sparkassenhochhaus in Rosenheim.

Die Mitgliederversammlung sei eine gute Gelegenheit, das Netzwerk zwischen Schulen und Unternehmen in der Region zu stärken.

"Bei der Integration von Flüchtlingen sind Bildung und Arbeit Schlüsselfaktoren. Die heutige Mitgliederversammlung bildet hier eine ideale Plattform zum Austausch." Auch die Sparkasse leiste ihren Beitrag zur Integration der Flüchtlinge, indem sie diesen Girokonten zur Verfügung stelle. Allerdings kritisierte Maierthaler, dass die Sparkasse bei der Versorgung der Flüchtlinge so gut wie alleine die Verantwortung trage. Er wünschte sich mehr Engagement der Banken bei dieser Aufgabe.

Moderiert von Stephanie Keill als Senior Consultant des Arbeitskreises auf bayerischer Ebene, stieg die Leiterin der Rosenheimer Agentur für Arbeit, Dr. Nicole Cujai, in die Reihe der Vorträge zum Flüchtlingsthema ein. Sie zeichnete nach, welchen Weg Flüchtlinge von ihrer Einreise ab gehen müssen, um Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen. Und sie zeigte auch auf, welche Angebote für Flüchtlinge und Helfer dabei zur besseren Integration bestehen.

Aus der Sicht des Schulamtes beleuchtet die stellvertretende Amtsleiterin, Helga Wichmann, die Integrationsangebote für Flüchtlinge im Schulalter. In kleinen Übergangsklassen würden diese aufgefangen, wenn sie aus unterschiedlichen Gründen wie sprachlichen Barrieren oder Traumatisierung nicht sofort in die heimischen Klassen eingegliedert werden können.

Darauf aufbauend stellte Reinhard Pobel, Leiter der Berufsschule I in Rosenheim, die Rolle der Berufsintegrationsklassen vor, die die Flüchtlinge auf das Berufsleben vorbereiten. Im Landkreis Rosenheim gibt es derzeit an den verschiedenen Berufsschulen insgesamt 24 Vollzeitklassen mit rund 500 Schülern. Im nächsten Schuljahr wird sogar noch eine deutliche Erhöhung der Anzahl an Klassen erforderlich sein.

Raphael Ebersberger, Geschäftsführer der gleichnamigen Schreinerei aus Schonstett, berichtete abschließend aus erster Hand über seine praktischen Erfahrungen mit drei angestellten Flüchtlingen in seinem Betrieb. Trotz Sprachbarrieren und kultureller Unterschiede zog er ein positives Fazit. Die Flüchtlinge seien sehr motiviert und zuverlässig und leisten gute Arbeit.

Auch zu weiteren Themen tauschten sich die Teilnehmer rege aus: Wolfgang Forstner, Rektor der Johann-Rieder-Realschule, vermittelte den Zuhörern, wie die Bemerkungen in einem Schulzeugnis zu verstehen sind. Wolfgang Janhsen, Leiter der Rosenheimer IHK-Geschäftsstelle, und seine Projektleiterin Martina Rudolf stellten das neue bayernweite Projekt "Ausbildungs-Scouts" vor. Auszubildende selbst werden dabei zu Scouts ausgebildet, um an den Schulen ihr Berufsbild vorzustellen und für die duale Berufsausbildung zu werben.

"Alle Themen waren für Schul- und Wirtschaftsseite gleichermaßen interessant, aktuell und bedeutend." freute sich Kerstin Sorge, Geschäftsführerin des Arbeitskreises und Leiterin der Ausbildung bei der Sparkasse. Der Arbeitskreis wird auch heuer zu mehreren interessanten Veranstaltungen ein, die das Netzwerk zwischen Schulen und Unternehmen in der Region stärken.

Pressemitteilung Arbeitskreis Schule Wirtschaft Rosenheim

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