Ein BayernNetzNatur-Projekt aus Rosenheim

Bachmuschel in der Murn - Hochwasser vernichtet Nachwuchs

Rosenheim - Auch für das Projekt „Bachmuschel in der Murn“ hatte im Jahr 2020 sehr zu kämpfen. Erst konnten wegen der Coronasituation einige wichtige Versammlungen nicht stattfinden und dann zerstört das Hochwasser den Muschelnachwuchs.

Die Mitteilung des Landratsamts Rosenheim im Wortlaut:

Für das BayernNetzNatur-Projekt Bachmuschel in der Murn“ war 2020 ein bestenfalls durchwachsenes Jahr. Etliche Veranstaltungen konnten wegen Corona gar nicht oder nur im kleinen Kreis stattfinden. Negativer Höhepunkt war das Hochwasser im August. Es vernichtete die Nachzucht von Jungmuscheln.

Wie schon in den vergangenen Jahren sollte die Nachzucht in der Nähe von Pang stattfinden. Durch die Wassermassen wurde der gesamte Aufbau zerstört und damit die Muschelernte für dieses Jahr. Eine positive Nachricht gab es dagegen von der Murn. In kleiner Besetzung führte das Landschaftsarchitekturbüro Niederlöhner, welches das Projekt seit Beginn an betreut, mit Benedikt Beck, Marina Pagel und Fischwirt Egidius Schulz eine Infektion des lokalen Wirtsfischbestandes durch.

Wie schon in den Vorjahren wurden für die Bachmuschel geeignete Fischarten mit Bachmuschellarven infiziert. Innerhalb weniger Wochen entwickelten sich die Larven in den Kiemen zu Jungmuscheln weiter. Die Fische nehmen dabei kaum Schaden.

Im Frühjahr hatte das Landschaftsarchitekturbüro Niederlöhner zu einer Versammlung des Krebsbaches geladen. Am Krebsbach lebt eine Restpopulation der europaweit vom Aussterben bedrohten Bachmuschel. Gemeinsam mit den Gemeindeverwaltungen Söchtenau und Halfing, dem Landratsamt und der Moosgenossenschaft sollte die Zukunft der Krebsbachufer besprochen werden. Wegen Corona musste das Gespräch auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Auch die Ausbildung zum Muschelberater, eine Veranstaltung der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, musste abgesagt werden. Sie sollte heuer erstmals in Rosenheim mit Beiträgen des Bachmuschelprojektes Murn stattfinden. Neuer Termin ist jetzt der Juli kommenden Jahres.

Unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln konnte das Kinder-Ferienprogramm stattfinden. Die Kinder aus den Bachmuschelprojekt-Gemeinden lernten mit leuchtenden Augen und ausgestattet mit Gummistiefeln und Keschern die Besonderheiten der Murn und der Muschel kennen.

Für den kommenden Winter ist wieder die Bekämpfung des Bisam geplant. Der Nager, der aus Nordamerika eingeschleppt wurde, verspeist die Bachmuschel nämlich mit Vorliebe im Winter. Ohne Eindämmung des Bisams wäre die Bachmuschelpopulation noch mehr gefährdet. Auch hier kann das Projekt schon auf die jahrelange Zusammenarbeit mit hiesigen Jägern und anderen Freiwilligen vertrauen.

Kooperation ist im Übrigen ein Kern-Merkmal aller BayernNetzNatur-Projekte. Die Verantwortlichen im Bachmuschelprojekt arbeiten mit Anliegern, Vereinen, Behörden, Freiwilligen und vielen weiteren Akteuren zusammen und bringen sie an einen Tisch. Seit 2013 setzt sich das Projekt „Bachmuschel in der Murn“ für die Erhaltung einer Muschelpopulation in der Murn im nordwestlichen Landkreis Rosenheim ein. Mehr über das Projekt und die seltene Muschel gibt es im Internet unter https://www.landkreis-rosenheim.de/projekt-bachmuschel/.

Die Pressemitteilung des Landratsamts Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

Kommentare