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Gesundheitsamt ruft zur Masernimpfung auf

Bedenkliche Impflücken bei Rosenheimer Schulkindern

Rosenheim - Stadt und Landkreis Rosenheim hinken bei Impfungen hinterher und liegen deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt. Deshalb ruft das Gesundheitsamt zur Masernimpfung auf.

Stadt und Landkreis Rosenheim liegen bei der Durchimpfungsrate von Masern bei den Schulanfängern in Bayern auf den letzten Plätzen. Das hat eine aktuelle Auswertung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gezeigt. Bei den Kindern, die mindestens einmal geimpft wurden, landete Rosenheim auf dem letzten Platz. Bei Kindern die mindestens zwei Masernimpfungen erhalten haben, auf dem vorletzten Platz. 

Für das Schuljahr 2015/16 lag die Quote für mindestens eine Impfung bei 89,6 Prozent, für mindestens zwei Impfungen bei 80,3 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 96,1 bzw. 91,3 Prozent. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine Impfquote von 95 Prozent.

"Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit"

Vor diesem Hintergrund appelliert der Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl an die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen: „Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Impfungen sind der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich“. Auch in Hinblick auf Mitbürger, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, haben wir eine gewisse Verantwortung, so Hierl.

Bayern wurde in den letzten Jahren von großen Ausbrüchen verschont

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit. Die Erkrankung kann einen schweren Verlauf nehmen mit Mittelohr- und Lungenentzündung. In einigen Fällen kann sie zu einer schwerwiegenden Gehirnentzündung mit bleibenden Schäden oder sogar zum Tod führen. „Auch wenn wir in Bayern in den letzten beiden Jahren vor großen Masernausbrüchen verschont geblieben sind, so müssen wir in Rosenheim aufgrund der bestehenden Impflücken jederzeit mit einem Masernausbruch, zum Beispiel in Schulen oder Kindergärten rechnen“, sagt Hierl. 

„Wir dürfen uns mit der roten Laterne nicht zufriedengeben und nicht nachlassen mit unseren Bemühungen, die Masern zu eliminieren“. Stadt und Landkreis Rosenheim sind hier bereits auf einem guten Weg. Im Vergleich zwischen den Schuljahren 2002/03 und 2015/16 konnte die Quote der mindestens zweimal geimpften Schulanfänger um 68,5 Prozentpunkte gesteigert werden.

Bereits als Babys sollte man geimpft werden

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Kinder das erste Mal im Alter von 11 bis 14 Monaten impfen zu lassen. Die zweite Masernimpfung kann vier Wochen später erfolgen, sollte aber bis zum Ende des zweiten Lebensjahres erfolgt sein. Auch Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden und entweder nicht geimpft sind, als Kind nur einmal geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, sollten sich impfen lassen. „Nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft wurde, ist wirksam geschützt“, betont Hierl.

Informationen und Beratung zur Masernimpfung gibt es bei den Haus- und Kinderärzten in der Region oder direkt beim Gesundheitsamt in Rosenheim.

Auch bei anderen Impfungen hinkt Rosenheim nach

Den letzten großen Masernausbruch hatte es Ende 2014 in Berlin gegeben. Die Erkrankung zog sich bis ins darauf folgende Jahr mit über 1.200 Betroffenen. Die meisten Erkrankten gab es in den Altersgruppen der 18 bis 44-Jährigen. Überdurchschnittlich stark war auch die Gruppe der 1 bis 2-Jährigen betroffen. Ein Kleinkind starb. Es war nicht gegen Masern geimpft

Ein vollständiger Impfschutz, wie von der STIKO empfohlenen, ist auch gegen andere schwere Infektionskrankheiten, wie Keuchhusten, Kinderlähmung und Hepatitis B wichtig. Auch hier reihen sich Stadt und Landkreis Rosenheim bei den zehn am schlechtesten geimpften Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern ein. Die Impfquote der Kinder in der Region liegt teilweise stark unter dem bayerischen Durchschnitt.

Mehr Informationen zum Thema gibt es auch im Internet unter www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/masern/ und www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern/.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance / Sebastian Gol

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