Jedes Mal im Kleid angetreten

Rosenheims bekannteste City-Läuferin verstorben

So kannte sie ganz Rosenheim mit ihrem Kleid. Es machte Anna Hofberger viel Spaß, so beim City-Lauf dabei zu sein und genoss den Beifall der vielen Zuschauer.
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So kannte sie ganz Rosenheim mit ihrem Kleid. Es machte Anna Hofberger viel Spaß, so beim City-Lauf dabei zu sein und genoss den Beifall der vielen Zuschauer.

Rosenheim - Einige Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als sie Anna Hofberger, die älteste Teilnehmerin des City-Laufs, dynamisch die Strecke absolvieren sahen. Dabei trug sie zusätzlich immer ein Sportoutfit der etwas anderen Art.

Wer den City-Lauf Rosenheim seit Beginn an verfolgte, ob als Zuschauer oder Teilnehmer, der freute sich jedes Jahr auf Anna Hofberger. Auch für sie selbst war es immer wieder ein großer Tag, als älteste Teilnehmerin mit dabei zu sein und dafür einen Pokal in Empfang zu nehmen. Sie verstarb jetzt kurz vor ihrem 87. Geburtstag.

Nicht nur als älteste Teilnehmerin im großen Feld war sie bekannt. Unverwechselbar ihre „Sportkleidung“. Mit einem Kleid trat sie jedes Mal an, das dann wieder ein Jahr, bis zum nächsten Lauf gut aufgeräumt im Kleiderschrank auf den nächsten Einsatz wartete.

Der Grund ihres einmaligen Auftritts lag darin, dass sie beim ersten City-Lauf zu spät von ihrer Arbeitsstelle kam und sich nicht mehr zuhause umziehen konnte, denn sonst hätte sie den Start verpasst. Und so machte sie aus der Not eine Tugend und trat in ihrem Arbeitsgewand an. Als sie merkte, dass ihr viel Beifall zuteil wurde, war für die humorvolle Frau klar, im nächsten Jahr wieder so. So wurde sie zu einer bleibenden Institution des City-Laufes.

Häufigste Starterin

Bis vor wenigen Jahren war sie noch dabei. Doch dann hatte sie erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen und konnte so nicht mehr an den Start gehen, was sie selbst sehr bedauerte. Sie ist bis heute die einzige aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die die meisten Läufe absolvierte. Insgesamt ging sie 25 Mal an den Start.

Anna Hofberger, klein und schmächtig aber mit so viel Power ausgestattet war. rast und ruhelos und unermüdlich agil. Mit 50 Jahren machte sie noch den Führerschein. Ihre Leidenschaft wurde aber das Motorradfahren. Bis letztes Jahr unternahm sie noch weite Reisen mit ihrem Sohn Rupert. In den Beiwagen stieg sie dabei nicht, der war fürs Gepäck bestimmt, meinte sie. Hinter ihrem Sohn auf der Maschine liebte sie auch die Geschwindigkeit. Ihre „Ausflüge“ reichten bis Sizilien, Spanien und Frankreich.

Albert Goike

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