Gute Organisation, aber zu wenig Aufklärung

„Die Leute sollten keine Angst haben“: So läuft der Betrieb im Impfzentrum in Rosenheim

Das Impfzentrum an der Inntalhalle in Rosenheim
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Das Impfzentrum an der Inntalhalle in Rosenheim.

Seit einiger Zeit ist der Betrieb in den Impfzentren der Region angelaufen - so auch auf der Loretowiese in Rosenheim, dem eigentlichen Festplatz der Stadt. Ein Blick vor Ort verrät: der Platz ist da und die Organisation läuft - zumindest überwiegend - problemlos.

Rosenheim - Die OVB24-Redaktion war direkt am Impfzentrum vor Ort, um sich ein Bild von der derzeitigen Situation zu machen. Bei der Ankunft wird durch große Banner sofort ersichtlich, dass das Impfzentrum der Loretowiese (Inntalhalle) für Autofahrer gut ausgeschildert ist. Mit Hilfe von Bauzäunen wurde der Bereich für die Besucher des Impfzentrums von den übrigen Parkplätzen klar abgetrennt. Die meisten kommen allerdings mit einem Bus oder Taxi an.

Die Parksituation ist bestens ausgeschildert. Die Patienten haben sogar ihren eigenen Parkbereich.jpg

Um an den Eingang zu gelangen, müssen die Besucher hinter einen Bauzaun, welcher das Gebäude von der Straße trennt. Vor der Tür wird nur gewartet, wenn die Wartebereiche im Inneren bereits belegt sind. Ansonsten kontrolliert das Personal regelmäßig den Eingang und nimmt die Besucher in Empfang. Größtenteils erscheinen die vorwiegend älteren Menschen mit einer Begleitperson im Schlepptau. Diese sind meist der Partner oder die Kinder der Rentner, vereinzelt aber auch Pflegepersonal.

Patienten weitestgehend entspannt

Vor Ort befragte die Redaktion einige Impfkandidaten. Ein Vater-Tochter-Gespann aus Schlossberg meinte auf die Frage, wie sie zu einem Termin gekommen seien, dass sie es über die digitale Plattform versucht haben: „Es heißt, man soll ja nicht anrufen, wenn man digital einen Termin bekommen hat.“ Die beiden berichteten, dass sie sich nach fünf Wochen Wartezeit allerdings dennoch telefonisch bei der Corona-Hotline gemeldet und erst dann einen Termin bekommen hätten.

Bei der zweiten Impfung soll es dann reibungslos laufen. „Der zweite Termin im März ist auch so gut wie sicher“, meinte die Tochter euphorisch. „Mein Vater hat die Impfung schon bekommen, ich bin leider zu jung und wenn alles gut geht, bekomme ich ab August einen Termin.“ Sie könne es aber kaum abwarten, endlich selbst geimpft zu werden.

Eingang zum Impfzentrum.jpg

Kurz darauf betrat ein weiterer Herr, in Begleitung mit seiner Tochter, das Impfgelände. Sie berichteten ähnlich Positives, mit dem Unterschied, dass sie über das Online-Portal vergleichsweise schnell einen Termin erhalten hätten. „Freitag in der Früh (5. Februar) hatten wir die Bestätigung, dass sich mein Papa impfen lassen darf“, so die Begleitperson. Auf die Frage, wie es dem Herren nach der Impfung gehe, meinte er: „Es ist ja nur ein Piekser, da fällt ja keiner von um.“

Zwischenzeitlich bildete sich kurz vor dem Eingang eine Schlange, die sich jedoch innerhalb von fünf Minuten wieder aufgelöst hatte. Zwei Damen aus Raubling waren von der Organisation hellauf begeistert: „Das geht hier alles relativ fix!“

Die Aufteilung des Impfzentrums Rosenheim ist am Anfang des Eingangs ausgeschildert. So können sich die Besucher orientieren.jpg

„Leute sollten keine Angst vor diesem Impfstoff haben“

Zwei weitere Impflinge berichteten dagegen von leichten Verzögerungen bei der Impfung bzw. beim Erledigen des Papierkrams, wobei der Prozess grundsätzlich nicht länger als 45 und 60 Minuten in Anspruch nehmen sollte. Der Rentner aus Pang mit seiner Pflegebegleitung berichtete, dass drinnen genug Platz und Abstandsmöglichkeiten seien und sogar eigene „Warteräume“ eingerichtet worden wären.

Mit der Aufklärungsprozedur war er jedoch nicht zufrieden. Er hätte sich dies bereits deutlich eher im Vorfeld gewünscht, anstatt erst im Impfzentrum selbst über die Chancen und Risiken informiert zu werden. Prinzipiell stellt er jedoch klar: „Bis auf einen kleinen technischen Defekt eben lief alles wunderbar. Die Leute sollten keine Angst vor diesem Impfstoff haben. Die Sicherheitsstandards sind gegeben.“ Auch eine andere Frau, die soeben geimpft wurde, berichtete von einem „völlig unproblematischen Ablauf“.

Nach wie vor zu wenig Impfstoff verfügbar

Das Impfzentrum an der Loretowiese scheint also gut aufgestellt zu sein. Das Personal könnte in der Theorie sogar mehr Menschen, als an diesem Tag vor Ort waren, impfen. Vor allem die Begleitpersonen waren heiß auf den Impfstoff. Allerdings gibt es nach wie vor zu wenig Impfstoff, womit auch die Vergabe von Terminen steht und fällt.

Kritik gab es lediglich an der Online-Registrierung und an der Aufklärungskampagne über die Impfung selbst. Immerhin: Vor kurzem war das Impfzentrum in Rosenheim erstmals voll ausgelastet und alle Impfstraßen in Betrieb.

Aisha Noack und Michaela Syrek

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