Citymanagement Rosenheim schlägt Alarm

"Die bayerischen Innenstädte stehen vor dem endgültigen Tod!"

Rosenheim - Der Vorstand der Bayerischen City-Manager hat gemeinsam Forderungen erarbeitet, die die Innenstädte aus der Corona-Pandemie wieder herausbringen sollten. Auch das Citymanagement Rosenheim schließt sich den Forderungen an.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Die bayerischen Innenstädte kämpfen bereits seit Jahren um Lebendigkeit und Versorgungsfunktion. Von allen Innenstadtakteuren spürt insbesondere der Handel, was Digitalisierung bedeutet und dass neue Geschäftsmodelle, stationär wie digital, umgesetzt werden müssen. Hier helfen viele staatliche und private Beratungsstellen. Der Wandel führt zu zukunftsgerichteten Lösungen aber auch, und häufig unbeabsichtigt, zu Leerständen in den Städten und Gemeinden des Landes. Die europäische Stadt, wie wir sie kennen, mit einem starken Zentrum und einer guten Erreichbarkeit über kurze Wege gibt es zudem aufgrund verfehlter Stadtentwicklungspolitik mancherorts nicht mehr.

Die Pandemie, die durch das Virus Sars-CoV2 verursacht wird, gefährdet die Gesundheit der Menschen massiv und ganz direkt, sehr massiv aber auch unsere Wirtschaft und in besonderem Maße die häufig schon kränkelnden innerstädtischen Strukturen. Die ohne jeden Zweifel richtigen derzeit geltenden Allgemeinverfügungen, Ausgangsbeschränkungen und Geschäftsschließungen führen allerdings derzeit zu toten Innenstädten.

Was ist zu tun?

Die Innenstadtakteure, Künstler, Gastronomen, Immobilieneigentümer und natürlich der Handel brauchen heute Soforthilfen in Milliardenhöhe, vereinfachte Möglichkeiten Kurzarbeit zu beantragen. Vermieter von Handelsflächen sollten sich in Abstimmung mit ihren Mietern kulant zeigen und mit Augenmaß agieren.

Was brauchen die Innenstädte nach der Krise?

Um das Desaster nach der Corona-Krise ein wenig aufzufangen, fordert der Berufsverband der bayerischen Citymanager AKCS e.V. und damit der Hüter florierender Innenstädte in Bayern endlich und in dieser Situation ganz besonders:

  • Die verkaufsoffenen „Marktsonntage“, die den derzeitigen Sonderregelungen zum Opfer fallen, müssen nachgeholt werden können. Generell muss bei allen vier möglichen verkaufsoffenen Sonntagen sowohl der Anlassbezug als auch die Einschränkung des räumlichen Geltungsbereiches fallen! Und das bedeutet auch: Mitarbeiter schützen, wie der Handel das ohnehin schon tut, und dennoch an Sonntagen mit besonders vergüteten Leistungen öffnen.
  • Unter der Woche sind sogenannte „Shopping-Nächte“ sehr beliebt. Die bayerischen Kommunen müssen die Möglichkeit bekommen, bis zu vier dieser Erlebnisabende für die ganze Familie ohne notwendigen umfassenden Rahmen kultureller Veranstaltungen pro Jahr veranstalten zu können, und bitte auch landesweit einheitlich!
  • Derzeit gibt es für Unternehmen vielfältige Wege, Fördermittel und Kredite zu beantragen. Das muss auch für die „Wiederbelebung“ unserer Innenstädte und für Citymanagementorganisationen gelten, die in der Mehrzahl als Vereine organisiert sind.
  • Endlich ein klares bayerisches „Ladenöffnungsgesetz“! Wir fordern Lösungen für die rechtssichere und landesweit einheitliche Regelung der verkaufsoffenen „Marktsonntage“ und verlängerten Öffnungszeiten unter der Woche, sogenannten „Einkaufsnächten“.

Das Leben muss nach der Krise wieder zurück in die Innenstadt geholt werden. Die City- und Stadtmarketingorganisationen Bayerns können das und werden das mit ihrer ausgeprägten Kompetenz leisten, wenn die insbesondere rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen.

Pressemeldung Berufsverband Aktionskreis City- und Stadtmarketing Bayern e.V.

Rubriklistenbild: © Johanna Pichler

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