COVID-19-Wochenbericht

So ist die Corona-Lage in Stadt und Landkreis Rosenheim

Corona-Virus Symbolbild
+
Corona-Virus Symbolbild

Rosenheim - Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 17. Dezember 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis auf hohem Niveau um den Wert der 7-Tage-Inzidenz von 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen eingependelt hat. In der Stadt lag der Wert am 17. Dezember bei 196,7 und im Landkreis bei 203,2. Aktuell werden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 130 und 150 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit dem letzten Wochenbericht gemeldeten Fälle liegt bei 656 und ist somit um 37 niedriger als in der Vorwoche.

Somit ist bislang in der Region Rosenheim keine richtungsweisende Veränderung bei den Fallzahlen zu erkennen. Seit Mittwoch gelten die strengeren Infektionsschutzmaßnahmen der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Da die maximale Inkubationszeit der Infektion bei 14 Tagen liegt, sind Auswirkungen auf das regionale Infektionsgeschehen erst gegen Ende Dezember zu erwarten. Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld. Eine besondere Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Fälle und Folgefälle treten aber auch in Schulen auf. Es kommt auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.

Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz der hohen täglich gemeldeten Fallzahlen kann das Gesundheitsamt Rosenheim durch enorme Kraftanstrengung die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Dies ist insbesondere dem großen Einsatz der Unterstützungskräfte der Bundeswehr zu verdanken. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr und Polizeibeamte unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

„Trotz der ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen hat sich das Infektionsgeschehen in der Region bislang auf einem hohen Niveau über einer 7-Tage-Inzidenz von 200 eingependelt und konnte somit nicht wie erhofft deutlich abgebremst werden. Aktuell werden täglich bis zu 150 Personen in Stadt und Landkreis positiv gemeldet. Das sind viel zu viele Fälle, um das Infektionsgeschehen wirkungsvoll eindämmen zu können. Seit Mitte Oktober haben wir auch wieder täglich zwischen null und sieben Todesfälle an und mit einer COVID-Infektion zu beklagen. Nach wie vor sehe ich die Situation in der Region Rosenheim sehr kritisch. Insbesondere die Zahl der Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereitet uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

„Es zeigt sich mittlerweile, dass durch 18. Dezember das Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Sorgen bereiten uns auch die gestiegenen Behandlungszahlen von COVID-19-Patienten, insbesondere auf Intensivstationen, in den Kliniken der Region. Das Gesundheitsamt stemmt sich mit allen Unterstützungskräften weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, mit deutlich aufgestocktem Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen weiteren Beschränkungsmaßnahmen eine deutlichere Wirkung entfalten werden. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!

Dr. Michael Städtler, der Ärztliche Leiter Krankenhauskoordinierung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Rosenheim berichtet zur Situation der stationären Versorgung in der Region: „Zuletzt hatten wir einen deutlichen Anstieg an COVID-19-Erkrankten sowohl auf den Normal- als auch auf den Intensivstationen. Deshalb beteiligt sich jetzt neben den RoMed Kliniken auch die Schön Klinik Vogtareuth wieder an der Versorgung vor allem mit ihrer Intensivstation. In den letzten Tagen hat sich die Belegung wieder etwas stabilisiert, derzeit sind in Stadt und Landkreis Rosenheim 20 Patienten mit COVID-19 auf den Intensivstationen und 143 Patienten mit COVID-19 oder entsprechendem Verdacht auf den Normalstationen. Momentan können alle Patienten entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgt werden, eine ‚Triage‘ hinsichtlich Abstrichen in der Behandlung ist noch nicht erforderlich aber die Kliniken müssen große Anstrengungen leisten, dass das auch so bleibt.“

„Viele Bürgerinnen und Bürger waren in den vergangenen Wochen zu nachlässig, was Abstands- und Hygieneregeln anbelangt. Vielfach macht sich Unmut und Unverständnis breit. Es liegt aber ausschließlich in unserer Hand, wie das Infektionsgeschehen weiter verläuft! Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich auch bei den kommenden Fest- und Feiertagen verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln* zu halten zum Schutz unserer Gesundheit. Weihnachten und Silvester müssen dieses Jahr Feste im engsten Familienkreis bleiben, besinnliche Feste im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn Sie die Großeltern oder Verwandte mit chronischen Erkrankungen besuchen wollen, lassen Sie sich im Vorfeld auf das Coronavirus testen. So schenken Sie zu Weihnachten vor allem Gesundheit, unser teuerstes und wichtigstes Geschenk“, so Hierl.

*AHA+L-Regeln sind: Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßiges Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, regelmäßiges und ausreichendes Lüften.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 10. Dezember 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 656 neue Fälle (Vorwoche 693) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 9795 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 7706, Stadt: 2089). Mittlerweile wurde bei mindestens 7055 Personen (Vorwoche 6572) eine Genesung dokumentiert. 312 Personen (Vorwoche 283) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 282, Stadt: 30). Von den Verstorbenen waren 9 (Vorwoche 9) Personen unter 60 Jahren. 210 (Vorwoche 189) Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 24 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren 18 Personen über und sechs Personen unter 80 Jahren. Elf dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

143 (Vorwoche 101) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 20 Patienten (Vorwoche 10) auf einer Intensivstation. Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 18.12.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 196,69, für den Landkreis Rosenheim bei 203,19.

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen.

Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen. Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

GemeindeFälleGenesene
Albaching6753
Amerang6247
Aschau im Chiemgau186145
Babensham8961
Bad Aibling641461
Bad Endorf230142
Bad Feilnbach334266
Bernau am Chiemsee215178
Brannenburg162107
Breitbrunn am Chiemsee4135
Bruckmühl354253
Chiemsee2*
Edling152116
Eggstätt12285
Eiselfing6647
Feldkirchen-Westerham213141
Flintsbach am Inn10763
Frasdorf6147
Griesstätt7657
Großkraolinenfeld176134
Gstadt am Chiemsee6413
Halfing7758
Höslwang5230
Kiefersfelden295193
Kolbermoor568428
Neubeuern7964
Nußdorf am Inn12095
Oberaudorf195134
Pfaffing10259
Prien am Chiemsee262196
Prutting8560
Ramerberg3624
Raubling325237
Riedering220155
Rimsting6858
Rohrdorf am Inn205145
Rosenheim20891554
Rott am Inn7350
Samerberg12580
Schechen207156
Schonstett3214
Söchtenau11490
Soyen12265
Stephanskirchen253203
Tuntenhausen155111
Vogtareuth5639
Wasserburg414284

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Kommentare