"Lichtshow"-Aktion in Rosenheim

"Wo sind eure Werte?" - NGG setzt erstes Zeichen im Arbeitskampf mit Danone

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"Lichtshow"-Aktion in der Schönfeldstraße.
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Rosenheim - Am Donnerstagabend wurde es in der Schönfeldstraße plötzlich hell. Eine Arbeitsgruppe der NGG hatte in Anspielung auf die geplante Danone-Werksschließung eine "Lichtshow" an die Fassade der Firma projiziert. 

"People before Profit", "Wo sind eure Werte?" und "für `UNSERE´ Arbeitsplätze und unser Werk": Diese Sätze wurden am Donnerstagabend, 6. Februar, auf der Gebäudefassade des Rosenheimer Danone-Werks abgebildet. Eine kleine Arbeitsgruppe der Nahrung-Genuss-Gaststätten-Gewerkschaft hatte die Folien erstellt und sich vor dem Gebäude versammelt.

Mit dieser "Lichtshow"-Aktion wollte die NGG den Fokus auf die angespannte Situation in Bezug auf die bevorstehende Schließung des Danone-Werks am Standort Rosenheim hinweisen. Vor allem während der Schichtwechsel habe man ausführliche Gespräche mit den Mitarbeitern geführt. 

Die Maßnahme am Donnerstagabend war wohl erst der Anfang. "Es war kein Protest, keine größere Sache, aber es laufen rechtliche Vorbereitungen für mögliche größere Aktionen", erklärte Gewerkschaftssekretär Manuel Halbmeier gegenüber rosenheim24.de. 

"Lichtshow"-Aktion in der Schönfeldstraße.

Rosenheim: Danone will Werk zum 31. Juli 2021 schließen

Der französische Lebensmittelkonzern Danone will sein Werk im oberbayerischen Rosenheim schließen. Im Juli nächsten Jahres soll die Produktion voraussichtlich eingestellt werden. 160 Mitarbeiter sind von dieser Entscheidung der Geschäftsführung direkt betroffen. Dies teilte Danone am 22. Januar 2020 in einer Pressemitteilung mit. 

In der Folge hatte die NGG die Entscheidung scharf kritisiert und bereits angekündigt, dass es schon bald zu einem Arbeitskampf kommen könnte. „Die 160 Beschäftigten sind entschlossen, für den Erhalt des Werkes zu kämpfennotfalls auch mit einem Streik“, sagte Gewerkschaftssekretär Manuel Halbmeier Ende Januar.

Gabriele Bauer: "Herber Schlag für die ganze Region"

Ebenso Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) bezeichnete die bevorstehende Schließung des Danone-Werks als „herben Schlag für die ganze Region“. Denn auch 220 Milchviehbetriebe in der Umgebung müssen sich neue Abnehmer suchen. "Wir können viel leisten, aber nicht von heute auf morgen".

Danone führt als Grund für die Schließung einen Rückgang der Auslastung um rund 70 Prozent in den vergangenen zehn Jahren an. "Es zeichnete sich schon seit zehn Jahren ein kontinuierlicher drastischer Rückgang von bis zu 70 Prozent ab", bestätigte auch Danone-Pressesprecherin Susanne Knittel im Gespräch mit rosenheim24.de. Dem widerspricht die NGG vehement

Nach Informationen der NGG habe Danone am Standort Rosenheim eine Umsatzrendite von zuletzt 15 Prozent erwirtschaftet.

mz

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