Umfrage in der Rosenheimer Innenstadt

Das halten die Bürger von der Maskenaffäre und aktuellen Corona-Politik: „Eine Ungeheuerlichkeit“

Umfrage in Rosenheim
+
Hermann beschreibt die Corona-Politik als „erfolgreiches Gewurschtel“.

Die aktuelle Corona-Politik der Union (CDU/CSU) sorgt für viel Verwirrung. Dass Bundestagsabgeordnete durch die Vermittlung von Schutzmasken Provisionen im sechsstelligen Bereich erhalten haben sollen, trägt zum guten Ruf der Parteien nicht gerade bei. Dies sind die Meinungen der Passanten in Rosenheim. 

Rosenheim - Mitten im Superwahljahr schädigt ein Skandal wie die Maskenaffäre den Ruf der Union ungemein. Das zeigt sich auch in aktuellen deutschlandweiten Umfragewerten: wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl, kommt die Partei kommt lediglich auf 28% und verliert ganze sieben Punkte (ZDF Politbarometer). Eine Kombination aus undurchsichtigen und verwirrenden Maßnahmen, scheinbar gravierenden Fehlern im Prozess der Impfungen, Kehrtwenden und Fehlentscheidungen wie die Osterruhe könnten als Grund für diesen rapiden Absturz geltend gemacht werden. Obwohl bei Letzterem die Rücknahme und Entschuldigung der Kanzlerin wieder positive Resonanz auslöste, zeigen sich die Bürger langsam skeptisch. 

Die bayerische Regierungspartei CSU verzeichnet ebenfalls einen Rückgang in den Umfragen, ebenso im Keller ist die politische Stimmung im Freistaat. rosenheim24.de hat sich mit Passanten in der Fußgängerzone in Rosenheim unterhalten.

,,Das ist eine Ungeheuerlichkeit, in der Situation, in der wir eben gerade sind, sowas zu machen. Das ist kein Skandal, das ist mehr!’’ antwortet Passantin Frau Eiffler auf die Frage, welche Meinung sie zur Maskenaffäre hat und kritisiert scharf, dass Politiker für die Vermittlung von Schutzmasken eine Provision erhielten. ,,Ich habe immer gedacht, ich lebe in einem anderen Land. Ich bin enttäuscht, muss ich ehrlich sagen.”.

Der Rosenheimer Martin ist ebenfalls verärgert: ,,Wenn man in gewissen Positionen und Ämtern ist, sollte man fair sein und sich nicht selbst bereichern. In Notsituationen geht das halt nicht!”

Martin zeigt sich über die Maskenaffäre wenig begeistert.

Bayerns Ministerpräsident Söder ist bemüht, das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger wieder herzustellen, denn auch in der Schwesterpartei CSU sinkt die Zustimmung der Bevölkerung und Enttäuschung macht sich breit. Die oben genannten schlechten Ergebnisse des Politbarometers sind für die Union nicht mehr zu ignorieren. Zwar bemüht sich die Partei im Freistaat als Konsequenz der Maskenaffäre nun um mehr Transparenz, jedoch ist die Geduld und das Vertrauen der Passanten in Rosenheim bald aufgebraucht und der Wunsch nach ,,frischem Wind” in der Regierung steigt. 

,,Vertrauensbruch kommt nicht überraschend‘‘

Alle Passanten äußerten sich kritisch zur kommenden Wahl. Auf die Frage, ob sie auch weiterhin die CSU wählten, gaben viele einen klares ,,Nein” als Antwort oder zeigten sich abgeneigt. Die drei Aussagen: ,,Ich tendiere noch dazu, aber viel sollte nicht mehr passieren.” von Martin, ,,Normalerweise wähle ich schon die CSU, aber im Moment überlege ich noch’’ von Frau Eiffler und ,,Ob ich die wähle? Nein. Und das hat mich in meiner Meinung noch bestärkt.’’ von Stephanie spiegeln das Stimmungsbild wieder. 

Für einige ist es auch eine Bestätigung des Verdachts, dass in der Politik schon länger etwas schief läuft. ,,Es ist eigentlich nochmal mehr unter Beweis gestellt worden, dass gerade auch in der Politik viel zum eigenen Gunsten gehandelt wird.” sagt Christina. Noch stärkere Worte findet Stephanie: ,,Die Politik hat da einfach schon viel früher versagt. Das kommt jetzt gar nicht so überraschend, dass es da sowas gibt und noch andere ihre Finger im Spiel haben.”

Christina sieht sich in ihrem Verdacht bestätigt.

Das Auflagen Wirr-Warr der aktuellen Corona-Politik beschreibt Herrmann als ,,erfolgreiches Gewurschtel’’ und weiter: ,,Die 14-Tage Perioden verwirren die Leute nur und reduzieren die Akzeptanz.”. Viele sehnen sich nach einem klaren Konzept der Regierung: ,,Es fehlt eine gewisse, stringente Zukunftsperspektive, das ist das Problem. Führung besteht darin, dass man Orientierung gibt und das Orientierung geben ist im Augenblick sehr, sehr gering.”.

Eine weitere Passantin äußert sich wie folgt: ,,Die Maßnahmen wären gerechtfertigt, wenn alle mitmachen würden. Die ganzen Ministerpräsidenten. Nicht, dass jeder das macht, was er will und die ganzen Gespräche von zwei Stunden im Endeffekt gar nichts gebracht haben.”.

Passantin Stephanie zeigt sich von der Politik enttäuscht (Ihre Maske hat sie für das Foto abgenommen)

Generell sprechen sich die Rosenheimer für die Schutzmaßnahmen aus, doch auch hier fehlt einigen die Verhältnismäßigkeit: ,,Manche halte ich für sinnvoll, ganz klar. Andere halte ich für weniger angemessen. Ausgangssperren zum Beispiel finde ich sinnlos, das bringt einem nicht viel. Viele Maßnahmen die getroffen werden sind eben sinnvoll, andere allerdings gar nicht.”

Konkreter äußert sich Christina: ,,Teilweise finde ich die Corona-Maßnahmen berechtigt, aber eben nicht alle. Muss ich wirklich auf dem Max-Josefs-Platz in der Früh um 7 Uhr eine Maske tragen, wenn mir kein Mensch begegnet?”
Inwiefern man über die einzelnen Maßnahmen urteilen kann, ist unklar. Jedoch zeigt sich zunehmend Unsicherheit und Unverständnis und ein Vertrauensbruch wie die Maskenaffäre wirkt dem auch nicht entgegen.

Ein Fazit

Das Umfragetief ist also begründet und die Beliebtheitspunkte der Union sinken nicht ohne Grund. Die Enttäuschung und der Wunsch nach einer klaren Linie ist bei den Rosenheimer Passanten deutlich sichtbar. Mit der Maskenaffäre ist nun ein herber Vertrauensbruch bei den Bürgern entstanden, wodurch ein Automatismus einer schwarzen Regierungsspitze nicht mehr gegeben ist.

sh/mk

Kommentare