Die DLRG warnt vor Gefahrenstellen in Seen und Flüssen

Ferienbeginn - Acht geben beim Baden!

Rosenheim - Viele Menschen drängt es jetzt an Seen und Flüsse, um sich zu erholen. Wer Baden und Schwimmen aber hauptsächlich vom Schwimmbad her kennt, muss in der freien Natur besonders umsichtig sein.

Die Meldung im Wortlaut:

Damit alles gut geht, gibt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hier Tipps für eine sichere Zeit am Wasser. 

Fünf besondere Gefahren in Seen und Flüssen 

Ingo Flechsenhar, Präsident der DLRG Bayern: „Freigewässer haben - ganz im Gegensatz zu Freibädern - oftmals verborgene Gefahrenstellen. Darüber muss man sich gerade in diesem Sommer im Klaren sein.“ Man kann nicht bis auf den Grund sehen. Gefährliche Felsen, Pfosten und Betonteile sieht man nicht. Manche Seen haben Steilufer, d. h. nach einem Stück mit flachem Ufer fällt der Seegrund plötzlich steil ab. Wer nicht sicher schwimmen kann, ist dort in Lebensgefahr. Ein Kopfsprung in einen unbekannten, zu flachen See kann mit einer Querschnittslähmung enden. Flüsse sind schnell, reißend und kalt. Es besteht die Gefahr, dass man im Fluss den Halt verliert und abgetrieben wird. Zudem lähmt die Kälte die Muskelkraft. Bei weitem nicht alle Badestellen können durch Rettungsschwimmer beaufsichtigt sein. 

Schau auf dein Kind, nicht aufs Handy

Kinder ertrinken oft lautlos. Leg Smartphone, Zeitschrift oder Buch zur Seite und beobachte die Kinder aufmerksam beim Spielen und Toben am Wasser.

Gib Acht auf Hinweistafeln und Schilder

Suche am besten Badestellen auf, die von DLRG oder Wasserwacht bewacht werden. Bewachte Badestellen sind am Meer mit einer gelb-roten Flagge gekennzeichnet. Rote Flagge bedeutet Badeverbot. Respektiere ein Badeverbot, eine Abgrenzung mit Bojen und die Warnung „Vorsicht Steilufer“. 

Gibt Acht auf Gefahrenstellen im Wasser

Geh als Nichtschwimmer oder unsicherer Schwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser; denn das Ufer von künstlich angelegten Seen fällt manchmal nach wenigen Metern steil ab. Spring nicht in ein Gewässer, das du nicht kennst. Du könntest dich an Steinen oder anderen Gegenständen schwer verletzen. Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren.

Habe ein Auge auf deine Familie, Freunde, Arbeitskollegen

Wenn du mit Anderen baden gehst, erkundige dich, ob wirklich alle in der Gruppe sicher schwimmen können. Diese Frage kann Leben retten. Achte auf Familie, Funde, Arbeitskollegen während sie im Wasser sind. Beachte auch Hilferufe, hektisches Winken oder stilles Ertrinken deiner Mitmenschen. Denn Ertrinken kann verschieden aussehen. Hilf im Notfall, wenn du es dir zutrauen kannst. Im Notfall ist es immer richtig, noch andere Leute durch lautes Rufen und Winken aufmerksam zu machen. Im Fall einer Rettungssituation wähle den Notruf 112. 

Achte auch auf deine eigene Sicherheit

Wenn du in höherem Alter bist oder einmal Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehabt hast, frage deinen Arzt wegen des Schwimmens. Denn plötzliche Erkrankungen sind in Bayern eine der häufigsten Ursachen des Ertrinkens. Geh am besten zusammen mit Anderen baden. Dann ist jemand da, der dir im Notfall hilft. Frisch dich gründlich ab, bevor du ins Wasser gehst. Sonst kann der plötzliche Unterschied zwischen heißer Lufttemperatur und kühlem Wasser zu Kreislaufproblemen bis zur Bewusstlosigkeit führen. Alkohol und Schwimmen passt nicht zusammen! 

Niemanden gefährden, nichts provozieren

Alles, was einen unnötigen Rettungseinsatz provozieren könnte, muss vermieden werden. Dazu gehört typischerweise in einen Fluss zu springen, andere in Gefahr zu bringen, den Eindruck einer Gefahrensituation zu erwecken beispielsweise durch riskante Manöver mit einem Wassersportgerät, oder zum Spaß um Hilfe rufen. Denn nicht nur helfende Badegäste wären dem jetzt dem Infektionsrisiko ausgesetzt, sondern auch die Wasserretter. 

Die Lebensretter sind einsatzbereit 

Sven Slovacek, Leiter Einsatz der DLRG Bayern: „Die Rettungsstationen der DLRG in Bayern bei Badewetter besetzt, grundsätzlich wie in den früheren Jahren auch. Wir haben keinen Personalmangel. Aber die Personalstärke ist jetzt auf das unbedingt Nötige verringert, um auch auf den Rettungsstationen den vorgeschriebenen Abstand zwischen den Helfern sicherzustellen. Die Schnell-Einsatz-Gruppen der DLRG sind Tag und Nacht einsatzbereit. Sie sind mobil und kommen dort zum Einsatz, wo es keine Rettungsstationen gibt. Was man nicht immer weiß: Alle Mitglieder der DLRG arbeiten rein ehrenamtlich.“

Pressemeldung Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Landesverband Bayern e.V.

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