Das Fahrzeug verschwindet - die Notfallhilfe bleibt

"Der Baby-Notarztwagen macht keinen Sinn mehr!"

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Bald ist der Baby-Notarztwagen in Rosenheim Geschichte.

Rosenheim - Ein Schock für viele unserer User. Der Rosenheimer Babynotarztwagen stellt seinen Betrieb ein. Jedoch kann Entwarnung für alle besorgten Eltern gegeben werden: 

Am Mittwochmorgen wurde bekannt, dass der Rosenheimer Baby-Notarztwagen seinen Betrieb zum Ende Septemver einstellen wird. Nach 16 Jahren und über 400 Neugeborenen, die in dem ehrenamtlichen Fahrzeug gefahren wurden, ist Schluss

Jedoch, wie rosenheim24.de auf Anfrage beim Malteser Hilfsdienst erfuhr, nur für das Auto. Der Malteser Bezirksgeschäftsführer Florian Pohl betont: „Es ist ganz wichtig zu wissen, dass mit der Einstellung des Fahrzeuges, der Dienst in keinster Weise beeinträchtigt wird.“ 

Rund drei Einsätze pro Woche

Rund 100.000 Euro müssten sichergestellt werden, um den Babynotarztwagen in den weiteren vier Jahren zu betreiben. Doch das Geld fehlt. 

Das Gerücht, dass die örtlichen Rettungsdienste Geld für einen Baby-Notarzteinsatz bekommen und der eigentliche Babynotarzt nicht, ist vollkommen falsch, laut Pohl. Die Krankenkassen kommen immer für die Kosten auf.

Das Fahrzeug ist im Übrigen ein Einzelstück in Oberbayern. Es gibt seit vielen Jahren kein vergleichbares Modell. Doch laut dem Malteser-Bezirksgeschäftsführer ist es heute viel sinnvoller, qualitativer und zuverlässiger den Babynotarztdienst mit den Mitteln des Rettungsdienstes zu betreiben. Vor 15 Jahren hat dieses ergänzende Fahrzeug noch Sinn gemacht – heute nicht mehr. 

Versorgung bleibt in Notfällen gesichert

Entgegen der Meinung vieler User, Spenden für ein neues Fahrzeug zu sammeln, fehlt der Sinn dafür. Ein neuer Baby-Notarztwagen wird einfach nicht mehr benötigt. Dadurch sind auch finanzielle Mittel für ein Fahrzeug sinnlos. 

Wenn es aber kein neues Fahrzeug mehr gibt, stellt sich die Frage, was passiert, wenn es ab 1. Oktober einen schweren Notarzteinsatz für ein Baby gibt? Bisher wurden dann ein Kinderarzt, eine Kinderintensiv-Krankenschwester und einem Rettungssanitäter der Malteser zusammengerufen. 

Daran wird sich aber auch weiterhin nichts ändern. Denn der Rettungsdienst ist genau der richtige Ansprechpartner in Notlagen, auch in Babynotfällen. Lediglich, dass der Brutkasten für die Neugeborenen in einen regulären, neueren, schnelleren und insgesamt hochwertigeren Rettungswagen geschoben wird. 

Überall im Freistaat läuft es so

Dieses Verfahren hat sich seit Jahren in Bayern bewährt. „Überall im Freistaat übernimmt der Rettungsdienst bereits seit vielen Jahren die notfallmedizinische Versorgung, auch bei Babynotfällen !“ so der Bezirksgeschäftsführer.

Florian Pohl möchte sich aber auch bei den engagierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern die in den letzten Jahren - und auch weiterhin - sich in den Rettungsdienst und die Katastrophendienste einbringen bedanken. Denn diese Menschen verdienen unser aller Anerkennung und Respekt!

jg/Pressemitteilung Malteser Hilfsdienst

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