Nächstes Restaurant-Aus in Rosenheim

Ausgekocht: Darum schließt das "Arkadia" seine Pforten

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Das Arkadia schließt, ein Nachfolger steht bereits fest. 

Rosenheim - Für Fans lukullischer Freuden aus Griechenland gibt es einen Anlaufpunkt weniger in Rosenheim: Das Restaurant "Arkadia" in der Heilig-Geist-Straße schließt nach 10 Jahren seine Pforten.

Von außen betrachtet weist noch recht wenig auf die Schließung des "Arkadia" hin: Nach wie vor prangt über dem Eingang das in griechischen Lettern gehaltene Schild. Auch die Angebotstafel verheißt noch allerlei Köstlichkeiten. Alles wie gewohnt, wie es zunächst scheint. Tritt man allerdings näher an das Lokal heran, herrscht Gewissheit: "Griechischer Wein" und sonstige Gaumenfreuden griechischer Provenienz werden den Gästen hier nicht mehr angeboten.

Denn in den ehemaligen Räumlichkeiten des Restaurants von Vasios Georgios fehlen Hinweise auf einstige Gastlichkeit. Dort wird bereits eifrig gehämmert, geschraubt und gebohrt - Handwerker bereiten bereits alles auf die Nachfolge vor. Ein Auerbräu-Lokal soll hier bald eröffnen. Und Vasios Georgios wird sich vollends auf sein zweites Restaurant - das "Duschlbräu" auf dem Max-Josefs-Platz - konzentrieren. 

"Entscheidung fiel mir verdammt schwer"

Das hat auch seinen Grund, wie Georgios im Gespräch mit rosenheim24.de berichtet. Nicht nur einmal betont er, wie "traurig" er über die Entscheidung ist - und wie "verdammt schwer" sie ihm gefallen sei. Schließlich steckt sein Herzblut im "Arkadia": "Ich bin seit 40 Jahren selbstständig, kein anderes Restaurant hat so lange gebraucht, bis es lief", so Georgios. Doch in den letzten ein, eineinhalb Jahren hätte sich der Erfolg so richtig eingestellt. 

Familie spielte eine große Rolle

Warum fiel dann der Entschluss, das Restaurant zu schließen? Letztlich eine Vernunftentscheidung, wie er ausführt: "Ich bin jetzt 60 Jahre alt. Irgendwann habe ich mich gefragt: wie lange werde ich das noch machen?" Schließlich fasste er die Entscheidung, kürzer zu treten. Und auch seine Familie spielte bei seinen Überlegungen eine Rolle. Seine Kinder haben studiert, wohnen nun in Sydney und Singapur. Die Zeit, sie zu besuchen, fehlte bislang. 

Deshalb fiel die Entscheidung für das Duschlbräu

Es habe sich die Frage gestellt, welches seiner beiden Rosenheimer Restaurants er behalten wolle. Er entschied sich für das Duschlbräu. Letztendlich habe die Möglichkeit, die Speisen dort mehr variieren zu können, den Ausschlag gegeben. 

Die Reaktionen der Gäste waren zuerst enttäuscht, viele riefen bei Georgios an. "Aber ich kann ihnen versprechen: Sie werden im Duschlbräu doppelt verwöhnt". Und auch die Gutscheine des "Arkadia" sind im "Duschlbräu" gültig. 

Erleichtert zeigt er sich darüber, dass die Nachfolge für das "Arkadia" bereits erfolgreich geregelt ist. Dort wird ein "Auerbräu" ab April seine Zelte aufschlagen. Mit dem Direktor verbindet ihn eine gute Freundschaft, wie er sagt. 

Mehrere Restaurantschließungen in Rosenheim

Dem Aus für das "Arkadia" gingen bereits weitere Restaurantschließungen in letzter Zeit in Rosenheim voraus. So gaben die Besitzer des italienischen Restaurants "Il Monastero" erst im Sommer des Vorjahres bekannt, dass das Gasthaus dichtgemacht wird. Das "España" stellte den Betrieb Ende 2018 ein. Anfang 2019 war für das "Weißbräustüberl" Schluss. 

Auch in den Jahren zuvor gab es immer wieder Meldungen über Schließungen von Restaurants in Rosenheim. Das ehemalige mexikanische Restaurant "Senor Josè" an der Ecke Samerstraße hat mehrfach den Betreiber gewechselt. Auch das "Gatsby" am Rossacker gibt es inzwischen nicht mehr. Außerdem schlossen das "Lucky Waffel" und "Titus" in der Bahnhofstraße ihre Pforten. Auch der Gewürzladen von Alfons Schuhbeck am Max Josefs Platz hat zugemacht.

dp

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