Ausbau der Kufsteiner Straße in Rosenheim

Warum die GRÜNEN/Bündnis 90 ein weiteres Quorum initiiert haben

Rosenheim - Die Wogen schlagen hoch im derzeitigen Trubel um den in der letzten Verkehrsausschusssitzung vom 23. Juni beschlossenen vierspurigen Ausbau der nördlichen Kufsteiner Straße.

Die Meldung im Wortlaut:

Die GRÜNEN/Bündnis 90 wollen trotzdem einen kühlen Kopf bewahren und sich an ihre demokratischen Pflichten und Aufgaben als einzige Opposition und zweitstärkste Fraktion halten. Weder geht es darum, den geplanten Ausbau zu blockieren noch einzelne Parteien vorzuführen. Grünen-Vorstand Franz Opperer erklärte im Gespräch mit rosenheim24.de bereits die Beweggründe.

Es ist wie ein Déjà-vu

Der vierspurige Ausbau der Kufsteiner Straße wurde bereits 2017 im Verkehrsausschuss beschlossen und schon damals von den GRÜNEN/Bündnis 90 per Quorum gestoppt. Die daraufhin initiierte Machbarkeitsstudie hatte zum Ergebnis, dass der dreispurige Ausbau im südlichen Teil der Kufsteiner Straße von der Mangfallbrücke bis zur Panorama-Kreuzung völlig ausreichend ist. Dieser wurde in der letzten Verkehrsausschusssitzung auch so beschlossen. 

Streitpunkt bleibt der nördliche Teil. Deshalb wurde auch jetzt nochmal von den GRÜNEN/Bündnis 90 per Quorum eine weitere Machbarkeitsstudie angefragt, in der geprüft werden soll, ob ein dreispuriger Ausbau nicht auch für den nördlichen Teil von der Brianconstraße bis zu Klepperstraße ausreichend und vielleicht sogar sinnvoller ist. Festgesetzt wurde jetzt eine Leistungsfähigkeitsstudie. 

Kufsteiner Straße muss dringend saniert werden

Unbestritten ist auch für die GRÜNEN/Bündnis 90, dass die Kufsteiner Straße stark sanierungsbedürftig und in ihrem derzeitigen Zustand weder für Fußgänger noch für Radfahrer oder Autofahrer akzeptabel ist. Sie stehen für einen Ausbau in Bestandsbreite, ebenso für die maximale Aufweitung der Eisenbahnbrücke. Jedoch nicht für vier Autospuren, sondern für zum Beispiel eine kombinierte Bus- und Fahrradspur mit maximal breiten Fußgängerwegen. Der geplante Ausbau sollte durchdacht und selbstredend in Relation zu Kosten und Nutzen stehen. 

Fakt ist, dass vier Spuren effektiv nur 10% mehr Entlastung bringen, und das sogar zu Zeiten der Maximalbelastung. Bei Kreuzungen wären dann sogar sechs Spuren nötig. Mit dem Wegfall der Linksabbiegerspur stadtauswärts würden zusätzliche Umwege nötig, um z.B. zum Modepark oder zur Tankstelle zu kommen. Ohne die Abbiegepuren nach der Unterführung gäbe es wohl auch hier mehr Stau als mit einer Spur und zusätzlichen Links- Rechtsabbiegespuren. 

Zukunftsfähiges Gesamtverkehrskonzept gefordert

Was Rosenheim braucht, ist ein zukunftsfähiges Gesamtverkehrskonzept! Keine Binnenlösung ohne Anschluss. Eine vierspurige Kufsteiner Straße lädt ja geradezu zur Fahrt in die Stadt ein, was dann an anderer Stelle zum Kollaps führt. Das ewige Argument, dass ausgebaute Straßen den Verkehr verflüssigen, mag wohl zu mehr Verkehrswachstum führen, nicht aber zu mehr Fortschritt im Sinne einer lebenswerten Stadt. Die GRÜNEN/Bündnis 90 wollen, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt berücksichtigt werden. Dazu zählt auch die Umsetzung des Radentscheids mit sicheren, baulich abgetrennten 2,25 Meter breiten Radwegen und das Einbeziehen des Fahrradbeirats! Rosenheim als zukunftsweisende Stadt mit einem nachhaltigen und modernen Verkehrskonzept für ALLE ist die Vision der GRÜNEN/Bündnis 90.

Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen Stadtverband Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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