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Aus dem Umweltausschuss

Glyphosat aus Rosenheim verbannen?

Rosenheim - Ist Glyphosat nun krebserregend, oder nicht? Und soll es in der Stadt verboten werden? Darüber stritten nun die Mitglieder des Umweltausschusses:

Das Thema Glyphosat lässt auch Rosenheim nicht los. In der jüngsten Sitzung des Umweltauschusses sorgte es für eine hitzige Debatte. Die Fraktion der Grünen forderte in einem Antrag, ein Label für ein "glyphosatfreies Rosenheim" zu entwickeln, über das sich Landwirte und Privatleute selbst verpflichten, auf das Herbizid zu verzichten. 

Die SPD forderte die Stadtverwaltung auf Privatleute, die Deutsche Bahn und die Landwirte eingehend zu beraten. Auch hier war ein kompletter Verzicht auf Glyphosat das Ziel. Die Gründe für beide Anträge waren die "wahrscheinlich krebserregende Wirkung" des Pflanzengiftes und der Rückgang der Artenvielfalt. 

"Wir verwenden auf den städtischen Flächen schon lange keine Herbizide und Insektizide mehr. Wir erlauben noch nicht einmal die Verwendung von Essig.", antwortete Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer auf die Anträge. Der Einfluss der Stadt sei außerdem begrenzt, so Bauer weiter: "Wir können nicht auf alle landwirtschaftlichen Flächen Einfluss nehmen." Immerhin würden die Vorgaben für den Einsatz von Pflanzenschutzmittel auf Europa und Bundesebene getroffen

Die Bitte an die Bahn, kein Glyphosat zu verwenden habe wenig Aussichten auf Erfolg, so die Stadtverwaltung weiter. Die Bahn schreibt jedoch auf ihrer Homepage: "Dabei stellen wir durch beauftragte Fachfirmen sicher, dass keine Wirkstoffe in angrenzende Flächen gelangen.

Öffentlichkeitsarbeit intensivieren

Positiv aufgenommen wurde der Vorschlag der SPD, Glyphosat verstärkt Thema der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt zu machen. "Denkbar sind zum Beispiel Zeitungsartikel oder Broschüren.", betonte Gabriele Leicht (SPD) nachdrücklich. 

Die Einführung eines Labels sieht die Stadtverwaltung wiederum kritisch. Neben den hohen Kosten, sei die auf Freiwilligkeit beruhende Initiative auch eher symbolhaft, hieß es aus dem Umwelt- und Grünflächenamt. 

Ist Glyphosat nun krebserregend, oder nicht? 

Eine heftige Diskussion entbrannte um die Frage, ob Glyphosat krebserregend ist, oder eben nicht. Dr. Wolfang Bergmüller (CSU) kritisierte den Antrag der SPD scharf.

In ihrem Antrag hätten sich SPD und Grüne auf eine Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berufen. "Allerdings stimmt diese Einschätzung nicht mit der Bewertung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA), sowie dem Joint Meeting on Pesticides, einer Initiative über den Umgang mit Pestiziden der WHO, überein", so Bergmüller weiter. 

Diese Institutionen seien zu dem Schluss gekommen, dass Glyphosat bei sachgemäßer Verwendung kein Krebsrisiko in sich trage. Überzeugen ließen sich die Vertreter der SPD von Bergmüllers Aussagen nicht. Sie beharrten darauf, dass die Einschätzung der WHO des Mittels als "wahrscheinlich krebserregend" weiterhin Bestand habe. Außerdem seien noch nicht alle Frage im Bezug auf das Mittel geklärt. 

kil

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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