Alternativplanung entschieden abgelehnt

CSU tobt: "Vieregg-Rössler-Planung für die Stadt Rosenheim unzumutbar"

Rosenheim - Regelrecht "entsetzt" zeigt sich der CSU-Kreisvorsitzende über die Planung, und macht nun in geharnischten Worten seinem Unmut Luft. 

„Die angeblich bestandsorientierte Planung des Büros Vieregg-Rössler ist für Rosenheim eine Zumutung. Jahrelange umfangreiche Baumaßnahmen am Rosenheimer Bahnhof und im Westen der Stadt mit schwerwiegenden Eingriffen in das Fürstätter Waldgebiet, das Gewerbegebiet Am Oberfeld und die Panger Felder wären die Folge. Der in langjährigen Planungen mühsam erarbeitete Bahnhalt an der Hochschule wird mit einem Federstrich beseitigt. Im Ergebnis würde dennoch der gesamte Bahnverkehr im Brennerzulauf mitten durch Rosenheim abgewickelt. Es ist mehr als dreist von den Bürgerinitiativen als Auftraggeber dieser Planung, Rosenheim mit seinen über 30.000 betroffenen Einwohnern an der Bahntrasse zur Manövriermasse ihrer Verhinderungsplanung zu machen“,zeigten sich CSU-Kreisvorsitzender Herbert Borrmann und CSU-OB-Kandidat Andreas März gleichermaßen entsetzt über die jetzt vorgelegten Pläne. (Lesen Sie auch: "So stehen unsere Landratskandidaten zum Brenner-Nordzulauf")

Die Stadtverwaltung hatte in der  Stadtratssitzung Planskizzen des bestandsorientierten Ausbaus vorgelegt. „Danach erfordert auch diese Planung den Neubau von 35 km Bahntrasse ohne dass dann eine wirklich leistungsfähige Zulaufstrecke zum Brenner herauskommt. Das kann es gerade auch im Hinblick auf die Erfordernisse des Pendlerverkehrs nicht sein. Zudem wären von der vorliegenden Trassenplanung gerade im Rosenheimer Süden die Landwirte in diesem Bereich massiv betroffen, denn die Trasse würde bei Breiteich ohne Rücksicht auch die Panger Felder durchschneiden. Würde die Trasse tiefer gelegt und unter der Autobahn hindurch geführt ergäben sich gewaltige Steigungen, wenn die Trasse bei Happing wieder auf die Bestandstrasse geführt würde. Wie das bahntechnisch bewältigt werden soll ist nicht erkennbar. Ähnliche Probleme ergeben sich im direkten Umfeld des Rosenheimer Bahnhofs. Denn auch hier sehen die Planungen von Vieregg-Rössler umfangreiche Tieferlegungen von Trassen vor“, so Stadtrat Daniel Artmann und OB-Kandidat Andreas März nach einer ersten Sichtung der Trassenpläne. (Lesen Sie auch: Brenner-Nordzulauf: Streit um Vieregg-Rössler-Studie)

„Im Westen der Stadt sehen die Planungen genau jene massiven Eingriffe in Natur und Landschaft vor, die der Stephanskirchener Bürgermeister für seine Gemeinde verhindern will. Schöner kann man St.-Florians-Politik nicht betreiben“, so der Kommentar von Stadtrat Artmann. Artmann sieht zudem erhebliche geologische Probleme für die Realisierung einer solchen Planung: „Bei Wernhardsberg stehen derzeit wegen Problemen mit dem Seeton die Arbeiten an der Westtangente. Wie soll da eine unterirdische Trassenplanung im Bereich Keferwald, wie von Vieregg-Rössler angedacht, erfolgreich sein?“ Auf Unverständnis bei der Rosenheimer CSU stößt zudem die vorgesehene Planung für Großkarolinenfeld. „Ein Bahnhof weit außerhalb des Ortskerns erzeugt zusätzlichen Autoverkehr, erfordert groß dimensionierte P&R-Stellplätze und erzeugt genau den Landschaftsverbrauch, der von den Gegnern einer echten Ausbaustrecke immer so vehement kritisiert wird“, so Herbert Borrmann.

Pressemitteilung der CSU-Fraktion im Rosenheimer Rathaus

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