Die Hunde der Stadt

Hundesteuer, Kottüten, Leinenpflicht: So leben Hunde in Rosenheim

Rosenheim - Wie lebt der beste Freund des Menschen in der Stadt? Wir haben die Zahlen und Fakten unter die Lupe genommen und Rosenheims Hundebesitzer befragt.

Er gilt als der beste Freund des Menschen. Auch viele Rosenheimer halten sich einen Hund. Wir haben Christian Schwalm, stellvertretender Pressesprecher der Stadt Rosenheim nach den Zahlen und Fakten über Rosenheims Hunde befragt:

Wie viele Hunde sind in Rosenheim gemeldet? 

"Es sind ca. 1.900 Hunde im Stadtgebiet Rosenheim gemeldet."

Was sind die beliebtesten Rassen? 

"Am häufigsten sind Mischlinge angemeldet, gefolgt vom Labrador und an dritter Stelle dem Jack-Russell-Terrier.

Kann man sagen, in welchen Stadtteil die meisten Hunde gemeldet sind? 

"Ja, die meisten Hundeanmeldungen sind für den Stadtteil Aising registriert."

Was leistet die Stadt Rosenheim für Hunde? 

"Zum Thema Hundekot/Hundetoiletten darf ich Sie auf die Internetseite auf der städtischen Homepage verweisen. Hier finden Sie u.a. alle Infos zu den Standorten von Hundekottütenspendern.

Viele Beschwerden über Verschmutzungen durch Hundekot könnten bei Beachtung der geltenden Vorschriften und einem verantwortungsvolleren Umgang mit den Hunden vermieden werden. Die Stadt bittet alle Hundehalter ihre Vierbeiner in Feldnähe anzuleinen, sodass kein Hundekot auf Wiesen und Feldern landet.

In der Innenstadt gilt für Grünanlagen wie Riedergarten, Salingarten und das ehemalige Landesgartenschaugelände an der Mangfall eine generelle Anleinpflicht für alle Hunde. In den Fußgängerzonen, dem Ferdinand-Schlögl-Weg sowie dem gekennzeichneten Trimmpfad im Fürstätter Wald sind Kampfhunde und große Hunde (Schulterhöhe von mind. 40 cm) an der Leine zu führen. Auf Kinderspielplätzen und Bolzplätzen sind freilaufende Hunde nicht erlaubt. Dies ist durch entsprechende Hinweisschilder gekennzeichnet. Verstöße gegen diese Vorschriften können mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Gleiches gilt für das Nicht-Beseitigen von Hundekot im gesamten Stadtgebiet.

Der städtische Ordnungsdienst und auch die Sicherheitswacht der Polizei Rosenheim führen immer wieder Kontrollen durch. Sie sind berechtigt vor Ort eine kostenpflichtige Verwarnung auszustellen oder Personalien aufzunehmen und Verstöße zur Anzeige zu bringen. Im Sinne eines friedlichen und störungsfreien Miteinanders appelliert die Stadt an die Hundehalter diese Vorgaben zu beachten und Hunde lieber zu viel, als zu wenig an der Leine auszuführen."

Das sagen Rosenheims Hundehalter über das Leben mit Vierbeiner in der Stadt

Markus Fußstetter mit seinen Hunden Benno und Hugo: "Ich kann mich ehrlich gesagt nicht beschweren über die Leute ohne Hund. In der Stadt sind die Zwei an der Leine und ich schau schon sehr genau drauf, dass die Beiden niemanden zu Nahe kommen die auch nur den Anschein machen, Angst vor Hunden zu haben.

Spazieren gehen ohne Leine, gehen wir immer an den Altwassern des Inn´s ganz weit hinten in Pfaffenhofen, da ist nicht mehr viel Betrieb und die "Jungs" können hier super ohne Leine laufen, alles völlig stressfrei. Haben ja genug Plätze in der Umgebung wo sowas noch möglich ist.

Am schlimmsten sind eigentlich die Hundehalter die Ihren Hund nicht im Griff haben, Aggro-Hunde gehören halt einfach an die Leine, dann kann auch nichts passieren. Sonst regeln die Hunde alles untereinander ohne großes Theater und wenn ein Hund halt nicht so brav is, gehört der an die Leine und Punkt!!

Und die Hundebesitzer die Ihren "Liebling" überall hinmachen lassen und es nicht wegmachen, sollten saftige Strafen bezahlen, weil sowas einfach gar nicht geht."

Marcel Görmann mit Hündin Nelly: "Positiv ist zu sagen: An der Mangfall und am Inn gibt es viele Freilaufflächen für Hunde. Die Hundesteuer bleibt auch nach der Erhöhung 2017 moderat und in den Parks in der Innenstadt gibt es viele Kottütenspender. Der Leinenzwang im Mangfallpark ist mir aber schleierhaft. Auf den Wiesenflächen, wo das Sommerfestival stattfindet, ist genug Platz und selbst bei schönem Wetter wenig los. Dort könnten Hunde problemlos miteinander spielen und ihr Sozialverhalten einüben. An der Leine funktioniert das nämlich nicht."

Hundesteuern

Bisher kostet ein Hund 40 Euro Steuern pro Jahr. Das ist seit 36 Jahren unverändert. Ab kommendes Jahr wird der Betrag um 20 Euro auf 60 Euro pro Tier steigen. Eine Staffelung, wie in vielen anderen Kommunen, das der zweite und Dritte Hund deutlich teurer werden, wird es in Rosenheim nicht geben. Auch der zweite und dritte Hund kosten jeweils 60 Euro.

Neu beschlossen wurde eine Kampfhundesteuer – die gab es bisher überhaupt nicht. Pro Kampfhund werden 400 Euro fällig. Ausgenommen von jeglicher Steuer sind aber weiterhin Nutzhunde wie jetzt zum Beispiel Blindenhunde. Auch für finanziell schwache Besitzer wird es Ausnahmen geben. Die Mehreinnahmen für die Stadt liegen bei rund 53.000 Euro.

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jb

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