Infoveranstaltung der SPD Rosenheim

Energiewende wichtig für Stadtwerke

SPD-Infoveranstaltung
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Dr. Kurt Mühlhäuser und Robert Metzger, OB-Kandidat der SPD Rosenheim

Rosenheim - Auf einer SPD-Infoveranstaltung mahnte Dr. Kurt Mühlhäuser, die Energiewende nicht weiter zu verschlafen. Dies hätte auch fatale Folgen für die kommunalen Stadtwerke.

Mit Dr. Kurt Mühlhäuser hatte die SPD Rosenheim-Stadt einen wahren Experten auf dem Gebiet der Energie geladen. Von 1995 bis 2012 war Mühlhäuser Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München, die fünftgrößten Energieerzeuger in der gesamten Bundesrepublik. 2009 wurde Mühlhäuser für seine erfolgreiche Arbeit auch zum „Energiemanager des Jahres“ gewählt.

Es erstaunt daher nicht, dass er die derzeitige Diskussion vor allem auf der bayerischen Landesebene sehr kritisch betrachtet. Seehofers „Wendeenergiepolitik“ schade der geplanten Energiewende erheblich, so Mühlhäuser. Energieinvestitionen bräuchten verlässliche Rahmenbedingungen und nicht ständige Kurswechsel.

Die fossilen Brennstoffe seien nur begrenzt vorhanden, der Rohstoff Öl verteuere sich auch daher stetig - in den letzten 40 Jahren um das Hundertfache.

Die Katastrophe von Fukushima habe uns zudem die schrecklichen Auswirkungen der Atomenergie erneut vor Augen geführt und auch die Endlagerfrage sei noch nicht ansatzweise geklärt.

Der Klimawandel erfordert zudem, dass immer weniger Strom aus fossilen Kraftwerken (vor allem aus Kohle) erzeugt werde.

In den letzten Jahren sei die Energiewende durch die chaotische Energiepolitik der schwarz-gelben Regierung in Verruf geraten.

Der Strompreis für Normalverbraucher sei deutlich gestiegen, weil die Photovoltaik jahrelang zu hoch gefördert wurde und immer mehr Industriebetriebe von der EEG-Umlage befreit wurden.

Neue Anlagen, die nach Abschalten der Atomkraft in den nächsten Jahren für die Sicherheit der Stromversorgung notwendig seien, seien nicht einmal geplant worden.

Mühlhäuser mahnte dringend, die Energiewende nicht weiter zu verschlafen. Sie müsse aber bezahlbar bleiben für alle, und die Sicherheit der Stromversorgung müsse gewährleistet bleiben. Die Energiewende sei nicht in zehn Jahren zu schaffen, Mühlhäuser spricht hierbei von einem Generationsprojekt und rechnet eher mit 20-30 Jahren.

Die schwarz-gelbe Regierung habe jedoch versäumt, die Weichen zu stellen, um die Lücken zu schließen, die durch die Abschaltung von Atomkraftwerken in den nächsten 8 Jahren entstehen. Gaskraftwerke seien hierbei von Vorteil, bräuchten jedoch auch einen Vorlauf von mindestens 4 Jahren. Auch die Stromtrassen seien nötig, um die Sicherheit der Versorgung in Bayern zu gewährleisten. Die aktuellen Diskussionen vor allem in Bayern seien daher gefährlich für die entscheidenden Schritte in der Energiewende.

Mühlhäuser sieht aber das energiepolitische Konzept von Wirtschafts- und Energieminister Gabriel als den richtigen Schritt. „Wenn alle etwas daran auszusetzen haben, muss es den Kern des Ganzen getroffen haben“, so der Energieexperte.

In der anschließenden Fragerunde stellte sich für den SPD-Oberbürgermeisterkandidaten Robert Metzger die Frage, welche Bedeutung die Energiewende für kommunale Stadtwerke in Rosenheim habe. Mühlhäuser sieht die Rolle der kommunalen Stadtwerke eher reaktiv.

Sie wären auf örtlicher Ebene abhängig von der Politik in Europa, dem Bund und in Bayern.

„Starke Stadtwerke sind wichtig für die kommunale Daseinsversorgung. Eine Politik wie man sie derzeit in Bayern erlebt, schadet ihr allerdings in unvorhersehbarem Ausmaß“, mahnte Mühlhäuser zum Abschluss der Veranstaltung.

Pressemitteilung SPD Rosenheim-Stadt

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