Das Jahr 2020 war „emotional recht frustrierend“

Die Corona-Pandemie aus der Sicht eines Rosenheimer Pokal-Herstellers

Matthias Mauritz versuchte das Beste aus der Pandemie zu machen. Individuell bedruckte Stoffmasken bot die Rosenheimer Firma beispielsweise an. Diese wurden gut angenommen.
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Matthias Mauritz versuchte das Beste aus der Pandemie zu machen. Individuell bedruckte Stoffmasken bot die Rosenheimer Firma beispielsweise an. Diese wurden gut angenommen.

Mit seiner Firma Mauritz Pokale platzierte sich Matthias Mauritz schon in der Vergangenheit in führender Position am deutschen Markt für Sportehrenpreise. Über seine Erfahrungen mit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 gibt er ein Resümee ab.

Rosenheim - Knapp 45 Jahre hält die Rosenheimer Firma ihren Platz am Markt. Mit Sportehrenpreise und Vereinsbedarf etablierte sich Mauritz Pokale schnell in der Branche und zählt seit Jahren zu den führenden Unternehmen dieser Branche im deutschsprachigen Raum, wie der Inhaber Matthias Mauritz erzählt. Doch die Corona-Pandemie und die einhergehenden Einschränkungen verpassten auch diesem Unternehmen einen merklichen Dämpfer, erklärt Mauritz.

Februar 2020 noch Vorfreude aufs kommende Jahr

„Noch Ende Februar 2020 hatten wir uns über zufrieden stellende Zahlen trotz des schlechten Winters gefreut, vor ziemlich genau einem Jahr war es dann, als würde man mit Schwung gegen eine Wand laufen“, erzählt Matthias Mauritz, der erst seit dem Jahreswechsel 2019/2020 alleiniger Geschäftsführer aller Firmenbereiche ist. Sein erstes Jahr hatte er sich laut eigener Aussage natürlich anders vorgestellt.

Er hatte mit Herausforderungen gerechnet. Mit dem Ausmaß der Belastung, das auf ihn zukommen sollte, hatte er jedoch nicht gerechnet: „Ich wusste, dass es anspruchsvoll wird, wenn meine Eltern endgültig in den Ruhestand gehen, aber mit einer solchen Bewährungsprobe hat wohl niemand gerechnet. Zum Glück stehen unser ganzes Team und die Familie komplett hinter mir und jeder trägt, beziehungsweise unterstützt die Schritte, die nun nötig sind, um den Schaden durch Corona zu minimieren.“ 

Anpassung als Überlebenstaktik: Nicht nur finanziell, sondern auch für die Psyche

Mit neuen Herausforderungen konfrontiert, suchte Mauritz schon bald nach Alternativen, um den Standpunkt seiner Firma weiterhin stabil zu halten. Der 37-jährige Unternehmer machte sich Gedanken, welche Produkte zu Beginn der Pandemie für seine Kunden interessant sein könnten. Eine zwischenzeitliche Lösung fand er mit nicht-medizinischen Stoffmasken mit individuellen Motiven.

Dabei ging es Mauritz weniger darum, eine gewisse Sicherheit zu haben, als darum, sich anpassen zu können und sich selbst das auch zu zeigen: „Dieser Weg war enorm wichtig für uns. Nicht nur für die finanzielle Schadensbegrenzung in einem zum Glück gesunden Unternehmen, sondern auch psychologisch für mich selbst, unser Team und auch für unsere Kunden, die sehen konnten, dass sie in uns einen Partner haben, der in solchen Zeiten flexibel bleibt und nach Produkten sucht, die für den Veranstalter zusätzlich benötigt werden könnten.“

Unerwarteter Rückhalt aus vielen Richtungen

Wo bislang nur eine Zusammenarbeit in Bezug auf Vereine stattfand, ergaben sich im Zuge der neuen Angebote der Firma Aufträge von Bestandskunden für individualisierte Masken abseits des Sports: „Besonders schön war, dass uns viele Kunden, mit denen wir eigentlich nur im Vereinsleben zusammenarbeiten, nun nicht nur für ihren Verein, sondern zusätzlich für ihre Firmen bei uns bestellt haben.“ Die Stoffmasken tragen laut Mauritz „nach wie vor einen wichtigen Teil zu unserem Umsatz bei.“

Im Sommer des vergangenen Jahres kehrten einige Sportarten wegen der damaligen zwischenzeitlichen Lockerungen sogar wieder zum Kerngeschäft zurück. Für Mauritz Pokale war das ein Lichtblick: „Wir sind froh, dass wir gerade im Motorsport zu den Marktführern im deutschsprachigen Raum zählen und hier Generallieferant vieler Rennserien sind. Besonders da war der Tatendrang am deutlichsten spürbar und es wurden verhältnismäßig viele Veranstaltungen durchgeführt.“

Zu sehen, „wie passioniert viele Sportarten mit dem Thema umgegangen sind und wie solche Krisen dann vielerorts auch den Zusammenhalt stärken konnten“ empfand Mauritz als sehr schön. Diese Emotionen seien zumindest ein „gewisser Trost gewesen für die wirtschaftlichen Verluste“, die das Jahr mit sich gebracht hat. Mit Optimismus spricht Mauritz von neuen Varianten des Sports. Gerade der Bereich eSports erfahre im Moment enormen Zulauf.

Trotz Rückschlägen: „Vorfreude auf die Zeit, wenn es wieder richtig losgehen darf“

Insgesamt scheint Mauritz einen positiven Ausblick zu haben: „Ich gehe fest davon aus, dass sich aufgrund dieser Entwicklungen vieles in der Sportwelt neu sortieren wird. Es bleibt spannend, diese Entwicklungen zu verfolgen und natürlich beobachten wir aufmerksam, welche neuen Herausforderungen, aber auch Chancen dadurch wieder entstehen.“

Auch für die kommende Zeit fokussiert sich der Inhaber der Rosenheimer Firma primär auf Chancen anstatt auf Rückschläge: „Unser Team ist (gezwungenermaßen) ausgeruht, bereit und voller Vorfreude auf die Zeit, wenn es wieder richtig losgehen darf.“ Der Fokus liegt laut Mauritz auf dem Onlineshop, welcher zwar kein komplett neues Sortiment bekommen habe, aber dennoch einige Neuheiten biete: „Für uns war das die beste Mischung aus Schadensbegrenzung und Produktentwicklung.“

Ladenschluss in Rosenheim als „Tüpferl aufs i“

Den Laden in der Rosenheimer Innenstadt musste Mauritz nach über 40 Jahren aufgeben. Ein absolutes Halteverbot direkt vor der Haustüre sei an dieser Entscheidung maßgeblich beteiligt gewesen. Die Attraktivität seines Geschäfts habe dadurch sehr gelitten. Der Ladenschluss über ein gesamtes Jahr als „Tüpferl aufs i“ sieht Mauritz aber nicht als Ende der Geschichte. Ein passender Nachmieter für die Räumlichkeiten sei schon gefunden und das Stammpersonal aus der Innstraße werde nun ebenfalls in Pfaffenhofen eingesetzt und warte auf den Moment, zu dem es wieder voll loslegen kann.

Was die Bilanz angeht, gibt sich Mauritz durchaus unzufrieden: „Insgesamt bin ich vom Geschäftsjahr 2020 natürlich enttäuscht und es ist emotional recht frustrierend, wenn man im ersten Jahr als ‚alleiniger Chef‘ so machtlos zusehen muss, wie der Großteil der Umsatz-Chancen mit nicht immer schlüssigen Maßnahmen einfach weggenommen wird.“

Mauritz: „Ich freue mich auf den Tag, an dem es endlich wieder los gehen kann“

Im Gesamtbild jedoch überwiegt in seinen Aussagen das Positive: „Dennoch bin ich froh in einem Land mit einem solchen Gesundheits- und Sozialnetz zu leben.“ Es bleibt die Hoffnung, mit seinen knapp 40 Mitarbeitern in dieser Branche zu bleiben und hoffentlich auch bald wieder zur Normalität zurückkehren zu dürfen. Zusammenhalt, gegenseitige Bekräftigung und Hoffnung treiben Mauritz weiter an: „Ich freue mich auf den Tag, an dem es endlich wieder losgehen kann – und der Tatendrang wird auch bei den Sportlern dann größer denn je sein, davon bin ich überzeugt!“ 

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