Die Top-Themen des Jahres

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In diesem Jahr am meisten diskutiert im Stadtrat: Das geplante Nahversorgungszentrum (Nvz) in Westerndorf St. Peter. Der große Kreis deutet den Standort an, der kleine markiert den Rewe-Markt an der Ebersberger Straße, um dessen Fortbestand sich die Gegner sorgen.

Rosenheim - Das Jahr ist fast vorbei: Höchste Zeit für einen Rückblick auf die Themen, die die Rosenheimer Kommunalpolitik 2012 beherrscht haben.

Der Streit um das geplante Nahversorgungszentrum in Westerndorf St. Peter beherrschte im abgelaufenen Jahr die Diskussionen im Stadtrat. Der Spatenstich für die Westtangente war ein wichtiger Meilenstein für Rosenheim. Dies und was sich sonst noch Wichtiges getan hat in der Kommunalpolitik, fassen wir hier zusammen.

Januar - Leidenschaftlich diskutiert der Stadtrat über das geplante Nahversorgungszentrum in Westerndorf St. Peter. Bei 13 Gegenstimmen wird die Planung mehrheitlich akzeptiert. Vergeblich versuchen Stadtrat und Verwaltung, den Durchgangsverkehr auf dem Ludwigsplatz einzudämmern. Die Stadt quartiert vorübergehend im leerstehenden ehemaligen Gasthaus "Hubertus" Asylbewerber ein.

Februar - Die Stadt will das von ihr erworbene alte Gesundheitsamt an der Rathausstraße abreißen und dort einen neuen Verwaltungsbau hinstellen. Das soll spätestens 2016 geschehen. Die ersten 50000 Euro für die neue Bürgerstiftung sind zusammengekommen; der Gründung steht nichts mehr im Weg. Die Investoren, die auf dem Grundstück des ehemaligen Capitol bauen wollen, nehmen Abschied von der Hochhaus-Planung. Das Ganze dauert ihnen zu lange.

März - Für die Kinderkrippe in der Meraner Straße erfolgt der erste Spatenstich Beim Ausbau dess Herderbachs werden beim Friedhof weniger Bäume fallen müssen als zunächst geplant - 63 statt 100. Beim Eisstadion deuten sich große finanzielle Ausgaben an, der Brandschutz reicht nicht aus. Ein Gutachter stellt fest, dass in Rosenheim immer weniger Bürger das Fahrrad benutzen. Für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes werden die Vorgaben festgelegt. Der Stadt geht es finanziell glänzend.

April - Der Verkehr über die Gleisbrücke in der Innsbrucker Straße fließt wegen Bauarbeiten nur noch stadteinwärts; viele befürchten ein Chaos, doch es bleibt aus. Der Stadtrat befüwortet den Bau eines neuen Gebäudes auf dem Salzstadel; die Suche nach Investoren mit einem architektonisch ansprechenden Vorschlag beginnt.

Mai -Im Jahr 2030 wird ein Viertel der Rosenheimer 69 Jahre oder älter sein; darum, wie ältere Menschen dann in Rosenheim leben werden, geht es unter anderem bei einer Anhörung zum "Stadtentwicklungskonzept 2025"; bei der Anhörung zum Thema Verkehr ist die Forderung nach einer besseren Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs ein wichtiger Punkt. Schwere Lkw sollen in Zukunft nicht mehr über den Ludwigsplatz fahren dürfen, es sei denn, es handelt sich um Lieferverkehr. Das Finsterwalder-Gymnasium soll behindertengerecht ausgebaut werden.

Juni - Erster Spatenstich für die neue Kindertagesstätte mit Familienzentrum in der Finsterwalderstraße. Die Stadtverwaltung zeigt sich zuversichtlich, dass sie dem Betreuungsanspruch, Krippenplätze für 35 Prozent der Ein- bis Dreijahrigen anzubieten, bis August 2013 gerecht wird.

Juli - In der Rosenheimer Waldorfschule wird der erste Abiturjahrgang entlassen. Die Bahn beginnt mit den Arbeiten für eine neue Bahnhalte-Haltestelle in der Nähe der Hochschule. Die Gegner des Nahversorgungszentrums in Westerndorf St. Peter formieren sich und sammeln 2400 Unterschriften dagegen. Das Wasserwirtschaftsamt legt Planungen vor, den Damm bei der Freien Turnerschaft und hinter der Firma Kathrein zu verstärken; ds besteht die Gefahr, dass der Damm beim nächsten Hochwasser bricht. Das zweite Rosenheimer Sommerfestival geht mit einem verregneten Abend zu Ende; erstaunlich viele Besucher hatten sich von dem schlechten Wetter nicht vom Besuch des Festivals abhalten lassen. Noch immer steht nicht fest, in welchem Umfang das sogenannte BayWa-Gelände an der Panorama-Kreuzung bebaut werden soll - und das nach stets wechselnden Vorschlägen in den letzten 25 Jahren.

August - Gut 30 Jahre nach dem Beschluss, eine Westumfahrung zu bauen, wird der erste Spatenstich getan. Mit einem neuen Ordnungs- und Sicherheitskonzept wollen Stadt, Wirtschaflticher Verband und die Polizei die unschönen Auswirkungen des Herbstfestes auf das Alltagsleben der Herbstfestanwohner eindämmen. Bei den Kinderkrippenbauten explodieren die Baukosten; die Baubranche boomt, es sind kaum noch Baufirmen zu finden, um die Bauten im zeitlichen Rahmen der laufenden Förderprogramme fertigzustellen.

September - Die Komro stellt die Fernsehsender um; viele Bürger kommen damit nicht klar und fühlen sich in puncto Technik überfordert. Am Mühlbachbogen stellt sich heraus, dass der vorgesehene Lebensmittelmarkt für die Nahversorgung nicht gebaut wird; der Investor hat dafür keine Interessenten gefunden. Die Gegner des geplanten Nahversorgungszentrums in Westerndorr St. Peter gründen einen Verein, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen Am Zukunftstag im Rahmenm der Arbeiten für das "Stadtentwicklungskonzept 2025" nehmen nur wenige Bürger teil.

Oktober - Gemeinsam stellen alle Fraktionen im Stadtrat den Antrag auf Erweiterung des Kindergartens "Klabautermann" in der Innstraße. 27 Teilnehmer haben sich am Gestaltungswettbewerb für den Bahnhofsvorplatz beteiligt. Es siegt ein Münchener Büro mit einem Vorschlag, der vor allem durch großzügige Freiraumgestaltung überzeugt. Für eine Bebauung des Salzstadels finden sich nur zwei Interessenten, die aber mit den von der Stadt angebotenen Konditionen nicht einverstanden sind. Der Stadtrat spricht sich für eine Generalsanierung des Kultur- und Kongresszentrums für zehn Millionen Euro aus.

November - Völllig überraschend stirbt Anton Kathtrein, Rosenheims größter Unternehmer und Dritter Bürgermeister, im Alter von 61 Jahren; Sohn Anton Kahtrein tritt in die Fußstapfen des Vaters, unterstützt von einer mehrköpfigen Geschäftsleitung. Der Verkehr am Brückenberg staut sich, seitdem die Ampeln wegen häufiger Unfälle neu geschaltet sind; ein Umbau, der Erleichterung bringen könnte, lässt sich frühestens in zwei Jahren realisieren. Die Stadtwerke kündigen eine Strompreiserhöhung für Januar 2013 an; dabei sind erstmals die Umlagen teurer als die Energie selbst. Die Verwaltung präsentiert die Eckdaten für den städtischen Haushalt 2013; die Stadt will keine neuen Schulden machen. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats fasst den Grundsatzbeschluss" dass Happing ein Bürgerhaus bekommt; die Kaltenmühle soll renoviert werden und einen Jugendtreff aufnehmen. Bei einer Diskussion über das geplante Nahversorgungszentrum in Westerndorf St. Peter zeigt sich, dass sich dort ein juristisches Minenfeld auftut; viele Fragen sind ungeklärt.

Dezember - Die Maßnahmen des Wasserwirtsschaftsamtes am Unterwasserkanal hinter der Firma Kathrein sind weitgehend abgeschlossen; die Überschwemmungsgefahr ist dort gebannt. Auf dem Bahngelände gehen die Planungen Schritt für Schritt weiter; Ziel ist ein Baubeginn im Jahr 2016. Die Luitpoldhalle muss aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Es beginnt eine Diskussion über das Eisstadion: Soll saniert oder neu gebaut werden? Die Planungen für die Bebauung des Capitol-Grundstücks an der Prinzregentenstraße stoßen im Stadtrat auf ein geteiltes Echo. Die Bewertungen reichen von "potthässlich" bis "sehr gefällig". Der Einzelhandel fordert die Stadt mit 1200 Unterschriften auf, die Parkplätze in der Kaiserstraße zu erhalten und nicht einem Radweg zu opfern. Die neue Bahn-Haltestelle an der Hochschule wird eröffnet.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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