Jugendliche gehen einkaufen

In Quarantäne daheim? 
Die gfi Rosenheim bietet Unterstützung

Rosenheim - Die Jugendlichen, die an dem Projekt der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration teilnehmen, bieten nun einen Einkaufsdienst an.

Die Meldung im Wortlaut:

Wir leben im Moment in einer Ausnahmesituation. Menschen, daheim in Quarantäne, kämpfen nicht nur mit der Isolation, sondern auch mit der Versorgung. Sie können nicht einkaufen, nicht in die Apotheke gehen. Hier bietet nun bei Bedarf ein Team von freiwilligen Jugendlichen seine Dienste an. Der Service ist kostenlos. Anruf oder E-Mail genügt. Der*die Helfer*in bekommt die Adresse, eine Einkaufsliste und das Geld in bar, geliefert wird direkt bis vor die Haustüre. Auch Gänge zur Post oder andere notwendige Dinge können beauftragt werden. Absolut korrekte Abwicklung und besondere Hygiene garantiert. 

Möglich ist das Ganze vor dem Hintergrund eines Projekts der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) gGmbH in Rosenheim. Eigentlich treffen sich die Jugendlichen dort nämlich jede Woche, zusammen mit Coaches und anderen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund, um über ihre persönliche Situation zu sprechen, auch eine Ausnahmesituation. Sie sind aus ihrem Heimatland geflohen und leben jetzt in Deutschland. Wollen sich austauschen über die Probleme, die sie haben, sich zurechtzufinden. Nicht mehr mit der Sprache - die können sie mittlerweile schon ganz gut - sondern mit Gepflogenheiten und Werten, die sich zum Teil so sehr von den Überzeugungen und Bräuchen ihrer Herkunftsfamilie und –gesellschaft unterscheiden, dass sie kaum vereinbar sind. 

Wissen, Werte, Wir vermitteln

Hier setzt das Projekt an - Wissen, Werte, Wir, kurz W³. Wissen vermitteln, Werte bilden und ein Wir wirklich leben, das ist das Ziel des Projektes. W³ soll das Einfügen in eine Gemeinschaft fördern, so dass Menschen aller Geschlechter und Nationalitäten, aller Kulturen und religiöser Zugehörigkeiten gewaltfrei und gleichberechtigt zusammen leben können. Die Grundlagen einer demokratischen, offenen und freien Gesellschaft kennenlernen, Menschenwürde achten, verantwortungsvoll miteinander umgehen und Vielfalt akzeptieren, darum geht es. Und zu den gelebten Werten gehört eben auch Hilfsbereitschaft. So wie sie aktuell durch W³ Hilfe erfahren in ihrer Lage, wollen sie nun auch selber helfen, wo Not am Mann ist.

„In der aktuellen Krise rücken wir trotz nötigem und wichtigem Abstand immer enger zusammen, um diese Herausforderung gemeinsam zu meistern und die Betroffenen zu unterstützen“, so die W3-Teilnehmer. 

Wer das Hilfsangebot in Anspruch nehmen möchte oder sich für das Projekt an sich interessierte oder sogar selber teilnehmen möchte, schreibt am besten eine E-Mail an w-hoch-drei@die-gfi.de oder meldet sich telefonisch unter den Nummern 0160 1183691 oder 0160 1601808 oder 0160 1602523. Kontaktaufnahme ist auch über Facebook oder Instagram möglich. Dieses Projekt wird aus Mitteln des bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration gefördert.

Pressemeldung Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration Rosenheim

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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