"Leute, lasst das Glotzen sein!"

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Rosenheim – Mit rund 200 Teilnehmern rechneten die Veranstalter der Demo "Party statt Profite". Sie richtete sich gegen die Erhöhung der Gema-Gebühren.

Schüler, Jugendliche und auch junge Erwachsene verabredeten sich am Freitag, 28. September, 14 Uhr, zu einer Demo gegen die Erhöhung Gema-Gebühren. Etwa 200 Menschen hatten ihre Teilnahme über eine Facebook-Gruppe zugesagt. Jedoch fanden an dem Nachmittag nicht so viele den Weg zum Treffpunkt am Rosenheimer Bahnhof. Es war wohl dem schönen Wetter geschuldet, dass nur rund 30 Demonstranten auch tatsächlich kamen.

Ob gekommen oder nicht - sie alle hatten ein Ziel: die geplante Erhöhung der Gema-Gebühren im nächsten Jahr zu stoppen. Wie Mitorganisator Tim aus Rosenheim (14) bereits im Vorfeld gegenüber rosenheim24.de erklärte, sollten Jugendliche ein Recht darauf haben, zu feiern. "Derzeit seien die Eintrittspeise in den Diskotheken noch in Ordnung. In fünf Jahren könnte dies bei einer Erhöhung ganz anders aussehen. Dann müssten wir bis zu 15 Euro Eintritt zahlen, damit Diskotheken die Gema-Gebühren finanzieren können", sagt Tim. Deshalb sei die Demonstration durchgeführt worden, um auf die ganze Problematik aufmerksam zu machen.

Demo gegen Gema-Gebühren

Mit diesen Vorsätzen, ging es um etwa 14:30 Uhr vom Rosenheimer Bahnhof los. Dazwischen waren immer wieder Parolen zu hören, wie: "Leute, lasst das Glotzen sein, reiht euch in die Demo ein!". Lautstark hallten diese durch die ganze Innenstadt. Über die Bahnhofsstraße und der Münchener Straße, ging es zum Max-Josefs-Platz. Dort wurde eine Kundgebung abgehalten. Bei dieser wurde ein Grundsatz klar: die Jugendlichen möchten die Möglichkeit erhalten sehen, ab und an mal wegzugehen, ohne dass ihnen das Taschengeld ständig ausgeht.

Während es viele Befürworter der Demo gab, reihten sich auch negative Stimmen ein. Zum Beispiel die Meinung des 86-jährigen Kurt K. aus Rosenheim: "Die Jugendlichen wollen was umsonst. Wenn es nach mir geht, soll Leistung, wie die der Musiker, auch bezahlt werden. Deshalb gefällt mir die Demo gegen die Erhöhung der Gema-Gebühren nicht."

Unterstützung fanden die jungen Demonstranten hingegen in dem jungen SPD-Bundestags-Kandidaten Abuzar Erdogan. Er wohnte der Demo am Anfang bei. "Ich habe nichts dagegen, wenn Kunst gefördert wird. Aber die Gema nutzt ihre Monopolsituation aus, bis Diskotheken zugrunde gehen oder Eintrittpreise immens erhöht werden müssen", erklärt Erdogan. Diese Proteste dagegen, wie hier in Rosenheim, seien ein gutes Mittel, um Aufmerksamkeit zu bekommen. So müssten sich auch Politiker langsam mit der Sache beschäftigen.

kmr

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