Kathreins Weg raus aus den Umsatzmiesen

Globalisierung und 160 Stellen weniger

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Anton Kathrein, CEO der Kathrein-Gruppe

Rosenheim – Der Kommunikationstechnik-Spezialist Kathrein treibt seinen Umbau weiter voran, um die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern. Die Kathrein-Gruppe optimiert zum einen ihre Kosten- und Organisationsstruktur. Zum anderen erschließt das Unternehmen Wachstumspotenziale in ausländischen Märkten und in neuen Geschäftsfeldern.

Die Mobilfunkbranche befindet sich in einer Konsolidierungsphase zwischen der vierten und fünften Mobilfunk-Generation. In den meisten Ländern der Welt sind die Mobilfunknetze mit der LTE-Technik (LongTerm-Evolution) bereits ausgebaut. Die Markteinführung des nächsten Mobilfunkstandards 5G ist frühestens im Jahr 2020 zu erwarten.

Der weltweite Mobilfunkmarkt ist damit unter großen Preisdruck geraten. "Die Umsätze haben sich in der jüngeren Vergangenheit nicht so entwickelt, wie wir das geplant haben", sagt Anton Kathrein, CEO der Kathrein-Gruppe. "Wir bewegen uns in einem sehr dynamischen und äußerst harten Wettbewerbsumfeld. Dieser Tatsache tragen wir Rechnung." Angesichts dessen baut das Unternehmen seine Kosten- und Organisationsstruktur um. Die Serienproduktion wurde sukzessive an günstige Standorte im Ausland verlagert.

Im nächsten Schritt wird die Personalstruktur am Standort Rosenheim angepasst. Nach heutigem Stand werden rund 160 Stellen in den kommenden Monaten abgebaut. Zur organisatorischen Neuausrichtung gehören eine neue globale Vertriebsorganisation, deren Aufbau mittlerweile weitgehend abgeschlossen ist, und die gruppenweite Einführung von SAP.

Umstrukturierung durch internationale Ausrichtung und gezielte Akquisition

Kathrein-Hochhaus an der Klepperstraße

In Rosenheim wurde im Mai ein neues Rechenzentrum eingeweiht und das umgebaute Hochhaus am Werk 3 in der Klepperstraße kürzlich bezogen. Durch die umfangreichen, mehrjährigen Baumaßnahmen entstehen am Firmensitz attraktive Arbeitsplätze, die den Mitarbeitern neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Vielversprechende Chancen sieht das Unternehmen in neuen Märkten und Marktsegmenten. "Wir internationalisieren unser Geschäft sehr gezielt und rücken die regionalen Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt", erläutert Joe Doering, Chief Markets Officer der Kathrein-Gruppe.

Vor allem im Asien-Pazifik-Raum sowie in Nordamerika sollen die Geschäfte demnach deutlich zulegen. "Wir arbeiten hierfür an speziellen Lösungen, die beispielsweise auf die technischen Standards in diesen Ländern zugeschnitten sind", so Doering weiter. Darüber hinaus expandiert Kathrein im Lösungs- und Servicegeschäft, so etwa in den Bereichen Gebäudedigitalisierung oder GigabitNetzwerke. "Wir unterstützen Unternehmen verschiedener Branchen dabei, die vielfältigen Herausforderungen zu meistern und ihre Chancen in der vernetzten Welt zu nutzen. Dabei bieten wir Ihnen den Komfort, alles aus einer Hand zu bekommen", unterstreicht Kathrein.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Unternehmen in diesem Jahr auch durch gezielte Akquisitionen verstärkt. So wurde mit der Firma noFilis der führende Anbieter von Software im Bereich RFID/AutoIDSysteme in die Kathrein-Gruppe integriert. Kurz darauf erfolgte der Zukauf der Schweizer Enkom-Gruppe, einem führenden Dienstleister für Netzbetreiber, Rundfunkanbieter und Firmenkunden.

KATHREIN-Werke KG

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