Kein Biergarten am Inn

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Bestens gelaunt trotz des miesen Wetters: Die neuen Pächter in der Freibad-Gastätte, Sieglinde und Mathias Laubert ihren Optimismus nicht verloren.noch lachen.

Rosenheim - Ein Biergarten am Inn? Eine wunderbare Idee. Nur stünde der Pächter, wenn sich überhaupt einer fände, bei schlechtem Wetter alleine da mit seinen Schweinswürstln und dem Bier. In diesem Mai hätte er überhaupt kein Geschäft gemacht.

Zudem gibt es einen Nachbarn, der sich von der Landesgartenschau gestört fühlt und der, da ist man sich bei der Stadt sicher, einen ständigen Gaststättenbetrieb bekämpfen würde. Fazit: Es wird nichts mit dem Biergarten, und selbst der kleine Kiosk, der nach der Gartenschau geplant war, wird wohl nicht gebaut.

Bei den Innterrassen, so war die Planung, sollten die Rosenheimer mit einem Biergarten ein Ziel für heiße Tage und milde Sommerabende bekommen, romantisch am Fluss gelegen. Doch dann entstanden direkt nebenan neue Wohnbauten, und im Bebauungsplan schrumpfte der Biergarten zu einem Kiosk mit ein paar Bierbänken.

Doch so wie der Biergarten ein Traum bleibt, steht auch der Kiosk auf der Kippe. "Wir haben keinen Betreiber für ein solches Café gefunden", bedauerte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer im Werkausschuss des Baubetriebshofs auf Nachfrage von SPD-Stadtrat Kurt Müller, und vielleicht sei das sogar gut so - zumindest, was den Standort an den Innterrassen angeht.

Einer der dort wohnenden Nachbarn nämlich zeige sich schon jetzt ungehalten über einige Dinge bei der Landesgartenschau. So darf nachts der "Nabel der Welt" keinen Laut mehr von sich geben. Das Kunstwerk am Innspitz stöhnt leise vor sich hin, wenn der Bewegungsmelder ausgelöst wird - Tiere tun dies auch nachts. Der Künstler Werner Reiterer will mit seinem Werk ironisch darauf hinweisen, dass der Welt die Luft ausgeht, dass sie aus dem letzten Loch pfeift und wir staunend danebenstehen und nichts unternehmen. Mit einer Zeitschaltuhr will die Stadt dafür sorgen, dass der "Nabel der Welt" den Zustand derselben nachts nun nicht mehr beklagt.

Gestört fühlt sich der Nachbar auch von der Beleuchtung der Brücken und Wege. Seinem Wunsch, diese ab 22 Uhr auszuschalten, kann die Stadt nicht nachkommen, um die Sicherheit des Wachpersonals nicht zu gefährden. Lärm aus einem Biergarten oder selbst von einem Kiosk würde wohl noch mehr Ärger bringen, glaubt die OB. Nach Ende der Landesgartenschau wolle man zwar prüfen, ob sich irgendwo auf dem Gelände noch ein unproblematischer Gastronomiestandort findet - sehr optimistisch hörte sich Bauer aber nicht an.

Gaststättenprobleme auch in Pang, allerdings nicht mit den Nachbarn: Die Stadt ist dabei, sich von dem Pächter der Sportgaststätte zu trennen, weil dieser den Vertrag nicht einhält. Nun befürchten die Panger, die Gaststätte werde möglicherweise nicht weiterbetrieben oder die Stadt wolle dem Sportverein diese Aufgabe übertragen. Die Sportler selbst haben gerade erst mit großem Einsatz die Terrasse vergrößert. CSU-Stadträtin Ulrike Plankl sprach im Stadtrat von "großer Unruhe". Ihre Fraktion hat einen Antrag gestellt, die Stadt möge die Panger Vereine, die das Sportheim nutzen, nämlich den Trachtenverein "Kaltentaler", die Schachgemeinschaft und den SV Pang, in die anstehenden Gespräche mit einbeziehen.

Zur Unruhe bestehe kein Anlass, sagte die OB, allerdings meinte Stadtkämmerer Karl Zinsmeister, die Frage müsse erlaubt sein, wieviel Minus sich eine Stadt mit einer solchen Gaststätte erlauben dürfe. Und CSU-Stadträtin Eleonore Dambach stellte fest: "Erst ruft man nach einem Pächter, und dann gehen die Leute nicht hin. So läuft das leider, aber da passt was nicht."

Neu verpachtet von den Stadtwerken ist in diesem Jahr die Freibadgaststätte, wo Mathias Laubert (genannt "Max") und seine Frau Sieglinde oder wenigstens einer von beiden ständig anwesend sein müssen. Denn ab dieser Saison gibt es dort in der Gaststätte am Eingang nicht nur Kaffee, Kuchen und Würstel, sondern auch die Eintrittskarten. Früher haben die beiden die Bahnhofsgaststätte in Bad Endorf betrieben. Bei Dauerregen haben sie seit der Eröffnung Anfang Mai als Kunden im Prinzip nur die Handwerker, die noch täglich im neu gestalteten Freibad ein- und ausgehen. Aber ihren Optimismus haben die Pächter noch längst nicht verloren. So schlechtes Wetter hätten sie auch schon als Pächter des Kiosks auf dem Waginger Campingplatz erlebt, sagt Max Laubert gelassen. er ist überzeugt: "Das wird schon werden. Wir kriegen bestimmt noch einen Super-sommer."

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