Blick in Energiezukunft Rosenheim

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Mögliche Reduzierung der CO2-Emissionen in der Stadt Rosenheim bis 2025: Links der Status 2010, in der Mitte der voraussichtliche CO2-Ausstoß 2025, wenn das bisherige Modernisierungstempo beibehalten wird, und rechts die Emissionen 2025 bei der Ausschöpfung aller denkbaren Möglichkeiten.

Rosenheim - Welche Möglichkeiten hat die Stadt, weitgehend unabhängig von Energieimporten zu werden sowie den CO-2-Ausstoß zu verringern?

Das Szenario "Fortschreibung Status 2009" schreibt als Minimal-Szenario die bisherigen Entwicklungen ohne weitere Maßnahmen fort. Das "Klimaschutz-Szenario" stellt als Maximal-Szenario die Umsetzung aller denkbaren technischen Potenziale mit "weitreichenden lenkenden Eingriffen in das Verhalten der Bürger" dar. Als Kompromiss aus beiden soll ein umsetzbares Maßnahmen-Szenario entwickelt werden.

Aufgrund der heutigen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern könne, so Zittel, die Versorgungssicherheit in Zukunft nicht als selbstverständlich angesehen werden. Daher müssten einerseits der Ressourcen-Verbrauch und die Energieimporte und andererseits aus Klimaschutzgründen die Emissionen reduziert werden.

Dazu müsse das Verkehrsaufkommen, der Wärme- und Strombedarf reduziert, soweit möglich regionale regenerative Energieträger verwendet und die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung gestärkt werden. Eine sozial verträgliche Energieversorgung - gerade im Mietbereich - werde bei steigenden Kosten ein Problem werden. Hierauf müsse die Stadt Antworten finden.

Die Sanierung des Altbaubestandes könne den CO2- Ausstoß um 60000 Tonnen jährlich mindern, der Ersatz der Ölheizungen durch andere Energieträger und Ausbau der Fernwärme um 37000 Tonnen, Stromeinsparungen und effektivere Stromnutzung bei Großbetrieben und öffentlichen Bauten um 24000 Tonnen, Stromeinsparungen in Haushalten um 23000 Tonnen, Verkehrsverlagerung um 23000 Tonnen, Effizienzsteigerung bei Fahrzeugen um 22000 Tonnen, Umstellung aller Fahrzeuge auf Elektroantrieb um 65000 Tonnen, bei Brennstoffzellenantrieb um 28000 Tonnen und die Sanierung von Nichtwohngebäuden reduziere die CO2- Emissionen um 8000 Tonnen jährlich.

2009 wurden 660 Gigawattstunden (GWh) Wärme, 270 GWh Strom und 440 GWh Benzin- und Dieseltreibstoffe verbraucht. Im selben Jahr lag der Beitrag von Wasserkraftanlagen bei 10 GWh, von Fotovoltaikanlagen bei 3,5 GWh (2010 bereits 7 GWh), von solarthermischen Anlagen bei 3 GWh Wärme und Biomassekraftwerke bei 1,9 Kilowattstunden.

Die größten Potenziale bei erneuerbaren Energien sieht Zittel in der Nutzung der Dachflächen zur Stromerzeugung durch Photovoltaik (87 GWh jährlich) oder zur Wärmeerzeugung mittels solarthermischer Anlagen - Ertrag 220 GWh. Das Potenzial aus der Holznutzung im Landkreis - die Bestände der Stadt seien vernachlässigbar - betrage jährlich 60 GWh, die Biogaserzeugung im Landkreis durch Tierexkremente rund 153 GWh, durch Energiepflanzen bei Nutzung von zehn Prozent der Anbauflächen 70 GWh. Biogas könne zur Strom- und Wärmeerzeugung oder Einspeifsung in das Erdgasnetz verwendet werden.

SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Leicht wies, wie im Hauptausschuss, auf das Einsparpotenzial beim Straßenverkehr durch Verhaltensänderung hin. Professor Dr. Anton Kathrein von den Freien Wählern/UP sah das Hauptpotenzial in der energetischen Sanierung, wobei Zuschüsse hiesigen Handwerksbetrieben zugute kämen. "Die Förderung muss kommen," so auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, "leider hat sie der Bundesrat gerade abgelehnt."

Grünen-Fraktionsvorsitzender Lukas schätzte das Biogaspotenzial höher ein und fragte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Götz Brühl, ob Holzvergasung zur Stromerzeugung zielführend sei. Nur die Hälfte des von den Werken erzeugten Stroms sei, so Brühl, im eigenen Netz unterzubringen, der Rest werde exportiert. Beide Techniken ergänzten sich, denn Holz könne man lagern und Strom nachts zuführen, wenn Fotovotaik wegfalle. Holzvergasung sei effizienter als -verbrennung.

Dr. Wolfgang Bergmüller von der CSU beleuchtete den sozialen Aspekt: Solarthermie sei dreimal effizienter als die teure Fotovoltaik, mit der die Stadt Strom erzeugen wolle, um sie dem Bürger zu verkaufen, der sich solche Anlagen nicht leisten könne. "Wir sehen hier Ziele, die wir erreichen wollen", beendete die Oberbürgermeisterin den Tagesordnungspunkt.

re/hh/Oberbayerisches Volksblatt

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