Westtangente: Radweg mit Umweg

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Für Radfahrer und Fußgänger soll es nach dem Bau der Westtangente bei der Brunnholzstraße keinen Übergang geben. Die nächsten Übergänge finden sich 700 Meter weiter nördlich und 1000 Meter weiter südlich.

Rosenheim - Bleiben Radler bei der Westtangente auf der Strecke? Zumindest ist für einen Radweg zwischen Rosenheim und Kolbermoor keine Unter- oder Überführung geplant.

Mit dem Bau der Westtangente soll eine beliebte Radwegeverbindung zwischen Rosenheim, Kolbermoor, Großkarolinenfeld und Bad Aibling abgeschnitten werden. Aus Sicht von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ist an dieser Stelle keine Unter- oder Überführung nötig.


Die Brunnholzstraße und ihre Fortsetzung wird auch von Fußgängern als Spazierweg von und nach Kolbermoor gern genutzt. Bleibt es bei der bisherigen Planung, gibt es erst 700 Meter weiter südlich in der Großholzstraße und einen Kilometer nördlich im Zuge eines Feld- und Waldweges wieder eine Übergangsmöglichkeit.

Der Verlauf der Westtangente:


Unsere Zeitung beschäftigte sich kürzlich mit dieser Verschlechterung für Radfahrer, Spaziergänger und Freizeitsportler. Daraufhin stellte die Wählerinitiative Rosenheim den Antrag, das Thema noch einmal zu behandeln. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sieht dafür jedoch keinen Anlass. Sie verweist in einem Schreiben an die Wählerinitiative auf das 2005 abgeschlossene Planfeststellungsverfahren. Erholungssuchenden Radfahrern und Fußgängern sei zumutbar, die Großholzstraße zu benutzen.

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Zwar hatte die Stadt selbst im Rahmen dieses Verfahrens zunächst eine Überführung gefordert, weil es sich um einen "Radwanderweg von überregionaler Bedeutung" handele. Bei einer "Inaugenscheinnahme Westtangente Rosenheim" durch Vertreter staatlicher Behörden und des Verwaltungsgerichts 2007 hielt auch Dr. Erwin Allesch, Vorsitzender Richter am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, die Sache mit dem Weg für "nicht glücklich". Projektleiter Bernhard Bauer vom Staatlichen Straßenbauamt gab laut einem Bericht unserer Zeitung damals an, das Thema sei mit den zuständigen Behörden diskutiert worden. Weder Rosenheim noch Kolbermoor hätten am Weiterbestehen des Weges Interesse gezeigt.

Der Weg, um den es geht, führt über das Gelände der staatlichen Versuchsanstalt auf Kolbermoorer Gebiet. Diese will den Weg nach dem Bau der Westtangente auflassen. "Würde eine Brücke gebaut, hätten wir dafür natürlich keinen Anlass", versichert Johann Maier, Leiter der Versuchsanstalt.

Spatenstich zur Westtangente:

Rosenheim: Spatenstich für Westtangente

Spatenstich für Westtangente
 © cs
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Grundsätzlich hielte der Kolbermoorer Bürgermeister Peter Kloo die Verbindung zwar für wünschenswert. Er schätzt die Kosten auf 500.000 bis 600.000 Euro: "Und woher sollte das Geld kommen?" Wird ernsthaft über die Sache diskutiert, würde er sogar für eine größere Lösung plädieren, eine Weiterführung der Brunnholzstraße für den motorisierten Verkehr, als Nordumfahrung für die Staatsstraße 2078. Kloo ist überzeugt davon, dass es in den nächsten Jahren noch Veränderungen mit Blick auf die Westtangente geben wird: "Und wenn uns der Herr Seehofer dann Geld gibt, kann man ja eine Überführung ins Auge fassen. Allerdings liegen unsere Prioritäten derzeit woanders."

Auch Großkarolinenfelder Bürger würden von einer weiteren Durchgängigkeit der Brunnholzstraße profitieren, weiß der Großkarolinenfelder Bürgermeister Bernd Fessler. Wie Bauer hält er die im Planfeststellungsverfahren vorgenommene Abwägung für nachvollziehbar. Es stelle sich wie immer die Frage, ob der Vorteil aus einer solchen Maßnahme den Einsatz entsprechender Steuermittel rechtfertige. Positiv für Großkarolinenfeld sei, dass die Wegeverbindung südlich des Geländes der Baumschule Grundei - vorbei an den beiden Stadeln, dann links von der Kreisstraße RO19 aus Richtung Keferwald - und auch die Verbindung nach Wernhardsberg von Großkarolinenfeld aus erhalten bleiben.

Bürger aus Bad Aibling wählen mit dem Fahrrad gleichfalls oft diese Route. Der Bad Aiblinger Bürgermeister Felix Schwaller hat sich mit dem Problem zwar noch nicht näher beschäftigt. Grundsätzlich ist er aber der Ansicht, beim Neubau von Straßen müssten Radwegeverbindungen nicht nur erhalten, sondern sogar neue geschaffen werden.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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