Kundgebung am Samstag im Rosenheimer Mangfallpark

„Verschwörungs-Arzt“ Schiffmann bei Demo in Rosenheim doch nicht dabei

Konstanz: Ein Teilnehmer mit einem Schild, auf dem Angst als die schlimmste Pandemie aller Zeiten bezeichnet wird, stand am 4. Oktober in einer Menge an Menschen, die einen Gottesdienst am Ufer des Bodensees feierten. Die Initiative „Querdenken“ hatte außerdem zu einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen aufgerufen.
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Konstanz: Ein Teilnehmer mit einem Schild, auf dem Angst als die schlimmste Pandemie aller Zeiten bezeichnet wird, stand am 4. Oktober in einer Menge an Menschen, die einen Gottesdienst am Ufer des Bodensees feierten. Die Initiative „Querdenken“ hatte außerdem zu einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen aufgerufen.

Rosenheim - Die Anti-Corona-Bewegung „Querdenken“ hat für Samstag, 24. Oktober, von 14 - 16 Uhr eine Kundgebung im Mangfallpark angemeldet. Die Initiatoren rechnen mit bis zu 1.000 Teilnehmern.

Update, 24. Oktober, 9.50 Uhr - Schiffmann doch nicht dabei

Bodo Schiffmann wird an der Demonstration im Mangfallpark am Samstagnachmittag nicht teilnehmen. Man habe ihn eingeladen, doch er sei verhindert, sagte einer der Organisatorinnen der Veranstaltungen nun gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Schiffmann gilt als sehr umstrittene Galionsfigur der „Querdenken“-Bewegung und als Corona-Leugner.

Die Erstmeldung:

Gegen die von der Regierung beschlossenen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung, die Pflicht von Mund-Nase-Bedeckungen und die angeblich von ihnen ausgehende Gefahr für Kinder und Jugendliche wollen mehrere Hundert Menschen am kommenden Samstag in Rosenheim demonstriert.

„Querdenker“ kommen nach Rosenheim

Die Bewegung „Querdenken“ hat eine entsprechende Kundgebung bei der Stadt Rosenheim angemeldet, wie Christian Schwalm, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf Anfrage von rosenheim24.de erklärte. Offiziell will die Initiative „Kritik an den Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus“ zum Ausdruck bringen und sich für eine „Abschaffung der Maskenpflicht“ einsetzen.

Flyer der Kundgebung „Querdenken“

Die Kundgebung wird „stationär“ im Mangfallpark stattfinden, es wird also keinen Zug durch die Stadt geben, so Schwalm. Generell gelte Maskenpflicht und die allgemeinen Abstandsregelungen seien einzuhalten. „Die Veranstalter haben eine maximale Teilnehmerzahl von 1.000 Menschen angemeldet“, ergänzte Schwalm. Wie viele Personen letztendlich, auch aufgrund des stark steigenden Infektionszahlen, tatsächlich an der Versammlung teilnehmen, sei derzeit schwer abzuschätzen.

Maskenpflicht in Fußgängerzonen - Sperrstunde um 22 Uhr

Die Corona-Ampel in der Stadt und im Landkreis Rosenheim zeigt rot. Deshalb gilt aktuell zum Beispiel eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone, eine Sperrstunde um 22 Uhr in der Gastronomie und eine Beschränkung der Teilnehmerzahl bei Zusammenkünften und Feiern von maximal fünf Personen oder zwei Hausständen.

Die Änderung der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sieht bei einer Höchstteilnehmerzahl von 200 Personen bei Gottesdiensten, religiösen Zusammenkünften und Demonstrationen im Freien eine Maskenpflicht vor. Diese Veranstaltungen sind unter freiem Himmel ohne Teilnehmerbegrenzung, aber unter Beachtung der gebotenen Schutzmaßnahmen und der Einhaltung der Mindestabstandsregelungen, möglich. Eine jede Demonstration muss aber bei dem Behörden angemeldet werden.

Bodo Schiffmann behauptet, dass das Tragen von Masken gefährlich sei

Seit Monaten reisen die Wortführer der bundesweiten Corona-Skeptiker-Bewegung durch Deutschland und versuchen Anhänger für sich zu gewinnen. Am Samstag wird offenbar auch Bodo Schiffmann im Mangfallpark erwartet. Der als „Verschwörungsarzt“ bekannt gewordene Bodo Schiffmann behauptet, dass das Tragen von Masken gefährlich sei und sogar schon ein Kind in Oberbayern deswegen verstorben sei. Handfeste Belege oder über Hörensagen hinausgehende Quellen nannte der HNO-Arzt aus Sinsheim allerdings nie. Ich brauche die Todesursache nicht zu kennen, wenn ich weiß, dass dieses Kind Maske trägt und normalerweise Kinder in diesem Alter nicht umfallen“, meint er.

Die Polizei München selbst sagte vor etwa zwei Wochen auf RTL-Nachfrage Folgendes zum Fall: Es sei zwar eine Sechsjährige aus dem Raum Oberbayern in München gestorben – doch der Tod des Kindes habe eine natürliche Ursache. Der Fall sei zwar tragisch, aber polizeilich nicht relevant. Es sei im Krankenhaus gestorben, vermutlich an einer Krankheit, da gebe es weder eine Obduktion, noch werde die Polizei informiert, teilt die Behörde mit.

Bodo Schiffmann hält sich nicht für einen Verschwörungstheoretiker. Er benutze das Wort nur, um sich ironisch von den Leuten abzugrenzen, die seiner Meinung nach nicht begreifen, was gerade wirklich geschehe. Er bezeichnet sich als „neuen Denker“ und will mit seiner „The great Corona Info Tour“ die Menschen aufklären.

mz

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