Oberbayer erhält Auszeichnung "Eisenbahner mit Herz" 

Christoph rettete Frau vor herannahendem Zug in Rosenheim: "Es ging um Leben und Tod"

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Lebensretter Christoph Angstl

Rosenheim - Im Dezember 2019 stürzte eine 51-jährige Frau am Bahnhof auf die Gleise. Um ein Haar hätte sie der einfahrenden Zug erfasst - wäre da nicht Christoph Angstl gewesen. Durch sein selbstloses und schnelles Handeln, rettete er die Frau und verhinderte somit einen tragischen Unfall. Dafür wurde der Elektroniker jetzt vom Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e. V. mit der Ehrennadel "Eisenbahner mit Herz" ausgezeichnet. 

Am Dienstag, 19. Mai, wurde in Berlin der diesjährige Sieger des Wettbewerbs "Eisenbahner mit Herz" gekürt. Jedes Jahr zeichnet die Jury des Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene e. V. einen "Eisenbahner" aus, der das Herz am rechten Fleck trägt. Dieses Jahr gebührt diese Ehre dem  32-jährigen Christoph Angstl. 


Lebensretter aus Oberbayern

Christoph wartet und repariert normalerweise Züge für die Bayrische Oberlandbahn GmbH. Kontakt mit Fahrgästen hat der 32-jährige Vater zweier kleiner Kinder deshalb selten, weshalb die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch war, dass er jemals für diesen Preis nominiert werden würde. 

Denn meistens wird hierfür Personal der Deutschen Bahn nominiert, welches sich durch außerordentliche Taten gegenüber ihren Kunden verdient gemacht haben. Doch dies trifft auch auf den 32-Jährigen zu, denn vergangenes Jahr wird er zum Lebensretter, als er eine Reisende in Rosenheim von den Gleisen rettet.


Der Moment, der alles verändert hat

Es ist der Abend des 12. Dezember 2019 - eine 51-jährige Frau stürzt am Bahnhof Rosenheim auf die Bahngleise und sch afft es nicht mehr selbständig zurück auf den Bahnsteig. Christoph Angstl befindet sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls dort und kann alles beobachten. Der Elektroniker erkennt sofort den Ernst der Lage. 

Schon in der Ferne kann er die Lichter des herannahenden Zuges erkennen und weiß, dass er jetzt schnell handeln muss. In diesem Moment geht ihm nur eins durch den Kopf: "Was kann ich jetzt machen? Das kann nicht sein", verrät er gegenüber Alianz pro Schiene. Er denkt nicht lange nach und springt selbstlos zu der Frau auf die Bahngleise. Mit der Hilfe eines anderen Passanten gelingt es ihm schließlich, die Frau in letzter Sekunde von den Gleisen zu ziehen, bevor der herannahende Zug in den Bahnhof einfährt. 

Ein wahrer Held

Wenn man Christoph im Nachhinein fragt, ob er in diesem Moment Angst hatte, antwortet er nur: "In der Situation wollte ich einfach nur helfen. Es war mir ja klar, dass es hier um Leben und Tod geht. Ich wollte wenigstens versuchen, die Frau zu retten." Für die Jury ist deshalb klar gewesen - Christoph verdient den ersten Platz. 

"Christoph Angstl rettet auf beeindruckende Weise mit seinem beherzten Eingreifen das Leben einer Reisenden und verhindert ein schlimmes Unglück", so die EimiH-Jury über den Bundessieger 2020. "Als echter Eisenbahner mit Herz sorgt Christoph Angstl für ein Happy-End."

je

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