Erste Eindrücke der neuen Ausstellung im Rosenheimer Lokschuppen 

Exklusiver Blick in die Urzeit: Vom Leben der Meeres-Giganten

Der Placodus gigas ist ein verhältnismäßig kleiner Saurier aus der Urzeit. Das Auge des Pliosauriers hingegen ist schon mächtiger. 
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Der Placodus gigas ist ein verhältnismäßig kleiner Saurier aus der Urzeit. Das Auge des Pliosauriers hingegen ist schon mächtiger. 

Rosenheim - Aus Venetien über die Alpen nach Rosenheim: Die ersten Saurier sind im Lokschuppen angekommen und nehmen peu à peu ihre Plätze ein für die neue Ausstellung "Saurier – Giganten der Meere". Am Mittwochvormittag gab's bereits erste Eindrücke von den beeindruckenden Kreaturen aus der Urzeit. 

Hier ragt eine Flosse hervor, dort steht eine massive Kralle, aus einem anderen Eck starrt ein riesiger Saurierkopf mit stechenden Augen und scharfen Zähnen in Richtung der Leute: Riesen-Seeschildkröte, Spinosaurus und weitere erste Ursaurier haben ihren Platz in den frisch sanierten Räumlichkeiten des Lokschuppens bereits bezogen - wenn auch teilweise noch eingepackt. 

In drei Sattelschleppern à 40 Tonnen wurden die Modelle am Montag, 19. August, aus Fossalta di Piave in Venetien in Oberitalien nach Rosenheim transportiert. Sie sind in Einzelteile verpackt und werden nun innerhalb von einer Woche vor Ort zusammengebaut und aufgehängt. 

So wie der Pliosaurier, der sich am Mittwoch den Pressevertretern inmitten des Lokschuppens präsentiert. Das Modell hat eine Länge von sieben Metern. Laut Kurator Dr. Bernd Herkner gehörte er mit seinem kurzen Hals und dem großen Kopf zu den "gefährlichsten und größten der Meeressaurier"

Urzeit im Lokschuppen: Die ersten Meeressaurier sind in Rosenheim eingetroffen 

Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Die ersten Modelle im Lokschuppen.  © mb
Dr. Peter Miesbeck Leitung Ausstellungszentrum LOKSCHUPPEN Rosenheim © mb
Dr. Bernd Herkner Kurator der Ausstellung SAURIER – Giganten der Meere © mb
Pressekonferenz im Lokschuppen.  © mb
Tanja Hammerl Atelier Hammerl & Dannenberg, München, Ausstellungsdesign © mb
Schaufenster im Lokschuppen.  © mb
Dr. Simone Maganuco: Paläontologe, Prehistoric Minds, Italien, Modellproduktion © mb
Der Lokschuppen.  © mb
Der Lokschuppen.  © mb
Der Lokschuppen.  © mb
Dr. Bernd Herkner mag ‚seine‘ Saurier. Das beruht offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Der Kurator der Ausstellung stand in den letzten Monaten fast täglich mit den Modellbauern in Kontakt. Jeder einzelne Muskel, jede Bewegung, ja, sogar die Gestaltung der Hautfarbe der Saurier wurde mit dem Wissenschaftler im Detail abgestimmt. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Jeder Saurier wird als virtuelles 3D-Modell am Computer entworfen. Das ist ein wichtiger Arbeitsschritt, weil anhand der 3D-Ansichten alle Details zu Anatomie und Haltung abgestimmt werden können. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Die Werkzeuge der Modellierer findet man in jeder Töpferwerkstatt. Hier werden gerade die Hautfalten gestaltet. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Der Prozess zur Herstellung eines Saurier-Modells beginnt auf dem Papier. Davide Bonadonna fertigt zu jedem Tier detailgetreue Handskizzen – sei es vom Skelett oder des lebensechten Sauriers. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Der weiche Ton wird in handlichen Stücken aufgelegt und anschließend mit unterschiedlichen Werkzeugen modelliert. Jeder einzelne Schritt in der Herstellung der Saurier-Modelle ist reine Handarbeit – made in Italy! © VKR / Foto: Andreas Jacob
Zwei Modellbauer bei der Arbeit am Kopf von Tylosaurus. Der Gigant war ein gefürchteter Jäger in den Meeren der Kreide. Noch hat unser Modell keine Zähne, die werden separat angefertigt und erst viel später eingesetzt. Mit ihnen wird dieser Saurier furchterregend aussehen. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Ein Blick in die Werkhalle der Modellbauer Prehistoric Minds im Februar 2019. In den nächsten 4-5 Monaten wird es hier richtig eng werden. Insgesamt 22 Modelle hat das Ausstellungszentrum Lokschuppen in Auftrag gegeben. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Damit die Augen von Tylosaurus beide gleich aussehen nutzen die Künstler die moderne Technik. Ein Handyfoto der anderen Gesichtshälfte gibt hier Orientierung. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Das Modell des Tylosaurus ist noch nicht fertig, da werden auch schon die Augen gestaltet. Manchmal sind auch die einfachsten Mittel effektiv: zwei hohle Plastikkugel-Hälften werden innenseitig kunstvoll bemalt. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Der Placodus gigas ist verhältnismäßig klein und daher auch eher fertig als die großen Saurier. Das Auge sitzt bereits an Ort und Stelle und schon geht es an die Bemalung. Mit Airbrush wird die Farbe kunstvoll aufgetragen. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Die am Computer entworfenen virtuellen 3D-Modelle werden an eine CNC-Fräse übertragen. Sie fräst vollautomatisch die vorgegebenen Formen aus großen Styropor-Blöcken. Jeder Saurier wird hinterher aus mehreren Styropor-Bausteinen zusammengesetzt. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Der Tylosaurus im Entstehungsprozess. Auf die zusammengesetzte Styropor-Form werden mit Ton die Haut, die Augen die Nasenlöcher und weitere Details ausgearbeitet. Damit der Ton nicht austrocknet, werden die fertigen Teile mit Folie abgedeckt. © VKR / Foto: Andreas Jacob
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim
Ankunft der Modelle am Lokschuppen.  © Lokschuppen Rosenheim

Tanja Hammerl vom Atelier "Hammerl & Dannenberg" aus München erklärte, es sei eine große Herausforderung für alle Beteiligten gewesen, die Tiere in ihrer Größe und Ästhetik in den Räumlichkeiten des Lokschuppens auch bestmöglich darstellen zu können. Nicht zum ersten Mal begibt sich der Lokschuppen auf eine Zeitreise in die Urzeit: 2009 gab es bereits die Dinosaurier-Ausstellung - die neue Ausstellung 2019 jedoch fokussiere nur die Meeressaurier

"Diese Ausstellung ist auf dem aktuellen Stand - es wird eine Mischung aus Originalfossilen und Exponaten gepaart mit interaktiven Erlebnissen für die Besucher", betonte Dr. Peter Miesbeck, Leitung des Ausstellungszentrums Lokschuppen, bei der Pressekonferenz. "Wichtig war uns vor allem die Lebensrauminszenierung: Wie lebten die Tiere damals im Meer und wie können wir sie hier optimal in Szene setzen?" 

Exklusive Fertigungen aus Italien

"Für mich ist es wirklich ein Highlight zu sehen, wie sich meine Vorstellung von den Tieren aus Zeichnungen, Knetvorlagen und virtuellen 3D-Modellen in reale Exponate verwandeln", schwärmte Kurator Dr. Herkner und erklärte, man sei stolz "sehr gut ausgearbeitete Struktur von den Schuppen bis hin zu Krallen" erreicht. 

In der Spezialwerkstatt in Venetien wurden insgesamt 22 Modelle der Meeressaurier unter der Leitung von Paläntologe Dr. Simone Maganuco und und Zeichner Davide Bonnadonna von der Firma "Prehistoric Minds" hergestellt. Am Werk war ein internationales Team aus Wissenschaftlern, Paläontologen, Kunsthandwerkern und Künstlern. 

Das Modell des Tylosaurus ist noch nicht fertig, da werden auch schon die Augen gestaltet. Manchmal sind auch die einfachsten Mittel effektiv: zwei hohle Plastikkugel-Hälften werden innenseitig kunstvoll bemalt.

"Der Teufel steckt bei der Planung oft im technischen Detail", unterstreicht Kurator Dr. Heckner: "Am wichtigsten ist die Diskussion am Anfang, wie das Modell aussehen muss. Die Haltung, die Haut, die Augen, die Größenverhältnisse – alles muss stimmen."

In ihrer vollen Pracht werden sie ab 26. September für die kommenden Monate einen lebhaften Eindruck bei den Besuchern des Lokschuppens Rosenheim verschaffen. Die Kuratoren rechnen mit 280.000 Besuchern bis 13. Dezember 2020

mb

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