Margarete Bause in Rosenheim

"Jetzt geht es um uns, die Politik der Grünen"

Margarete Bause am Montag in Rosenheim: "Mein Ziel ist es definitiv, die Grünen in die Bundesregierung zu bringen."
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Margarete Bause am Montag in Rosenheim: "Mein Ziel ist es definitiv, die Grünen in die Bundesregierung zu bringen."

Rosenheim - Brenner-Nordzulauf, Integration, Bundespolitik, drei Schwerpunkte, über die die Grünen Fraktionsvorsitzende im Landtag, Margarete Bause, am Montag im Gespräch berichtete: 

Am Montag erhielt der Rosenheimer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen Besuch aus München. Die Fraktionsvorsitzende der Partei im Landtag, Margarete Bause, machte sich ein Bild über die Lage im Landkreis und der Stadt. Besonders das Thema Integration, praktische Erfahrungen aus Wirtschaft, Schulen und Behörden, lag der Münchnerin dabei am Herzen. Wir haben uns mit der Politikerin unterhalten, die jetzt, 13 Jahre nach ihrem zweiten Einzug in den Landtag, größere Ziele verfolgt.

"Kein Bruch in der Entwicklung"

Zusammen mit Vertretern der Berufsschulen, Lehrern von Übergangsklassen und auch der IHK diskutierte Bause am Dienstag über den aktuellen Stand der Integration, ließ sich Sorgen und Nöte schildern und versuchte zusammen mit den Betroffenen Lösungen zu finden. "Diese Probleme finden wir nicht nur in Rosenheim vor, die Probleme decken sich weitestgehend mit denen im Rest von Bayern. (...) Wir haben viele Ehrenamtliche, die staatliche Aufgaben übernehmen und mit so mancher behördlichen Hürde zu kämpfen haben", so Bause im Gespräch mit rosenheim24.de.

Besonders der Übergang der unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge, kurz umF, zu ihrem 18.Lebensjahr in die Gemeinschaftsunterkünfte mache der Fraktionsvorsitzenden Sorgen: "Hier darf es zu keinem Bruch in der Entwicklung kommen. (...) Eine Lösung wäre die weitergehende Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr." Ansonsten befürchte Bause, dass die wertvolle Arbeit, die in die Ausbildung und Integration der Jugendlichen bis dahin geflossen sei, im Sand verlaufe. "Bei der Ausbildung setzte ich mich daher für die sogenannte 3+2 Regelung ein. Eine Verlängerung der Verweildauer im Betrieb", so die Grünen-Politikerin weiter. Für die finanzielle Unterstützung durch den Staates, die Einhaltung entsprechender Gesetze und auch Kooperationen mit der Wirtschaft habe sich ihre Fraktion im Landtag besonders eingesetzt.

"Im vergangenen Jahr kamen viele junge Menschen nach Deutschland, jetzt müssen wir uns um deren Integration kümmern. Es ist weiter unklar, wie es beispielsweise in Syrien weitergeht. (...) Dennoch ist es wichtig, dass diese jungen Menschen hier gut ausgebildet werden. Spätestens wenn sie wieder in ihr Land zurückkehren und dort Aufbauarbeit leisten", richtete Margarete Bause ihren Blick in die Zukunft. Auch wenn derzeit weniger Flüchtlinge nach Deutschland kämen, die Ursachen seinen in den Ursprungsländern noch größtenteils vorhanden. Die südlichen Länder, wie Griechenland und Italien, aber auch die Türkei, bräuchten nach wie vor die Unterstützung der restlichen Europäer.

Brenner-Basistunnel: "Das Thema ist jetzt durch"

"Hier waren die Grünen von Anfang an sehr skeptisch. Es hätte andere Möglichkeiten gegeben, beispielsweise den Gotthard-Tunnel. Nachdem in Tirol aber jetzt schon Milliarden verbuddelt liegen, ist das Thema durch", so Bause in Bezug auf den Brenner-Basistunnel und den geplanten Nord-Zulauf durch den Rosenheimer Landkreis. "Hier fordern wir einen transparenten Dialog-Prozess in der Planung. Und besonders wegen der vermeintlich steigenden Güterverkehre einen angemessenen Lärmschutz für die Anlieger. Kurz: Eine Lösung, die jeder mittragen kann", so die Grünen-Fraktionsvorsitzende.

Auch den Bundesverkehrsminister rufe Bause vermehrt in die Pflicht, sich für eine offene Planung einzusetzen: "Wenn man sich jetzt erst auf Neuland bei der Bürgerbeteiligung bewegt, dann weiß man, wie die die Zeit vergeudet haben", richtete Bause ihre Kritik in Richtung der Bahn. So bedürfe es jetzt einer effizienten und intelligenten Verkehrspolitik, die gleichzeitig aber auch offen und ehrlich die Konsequenzen aufzeige.

Weg aus München, weiter nach Berlin?

"Es ist Zeit für eine Veränderung. (...) Ich habe leidenschaftlich Landespolitik in München gemacht", erklärte Margarete Bause abschließend. In den Bereichen Integration, Energiewende und Klimaschutz will sich die Münchnerin künftig aber in der Landeshauptstadt für eine starke Grünen-Fraktion einsetzen: "Die wichtigen Entscheidungen werden in Berlin getroffen. (...) Bei uns Grünen ist es keine Strafe sondern eine Auszeichnung, in der Bundespolitik tätig zu sein", so Bause mit einem Seitenhieb auf die CSU-Fraktion.

"Was ich bieten kann, ist Leidenschaft und politische Erfahrung. Mein Ziel ist es definitiv, die Grünen in die Bundesregierung zu bringen. (...) Am Ende wird es aber auf eine Koalition hinauslaufen." Mit wem sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne, ließ die Grünen-Politikerin noch offen, auch wenn es mit der SPD wohl die meisten Übereinstimmungen gebe, und weiter: "Jetzt geht es um uns, die Politik der Grünen. Selbstverständlich immer vor einem Bayerischen Hintergrund!"

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