Deutliche ver.di-Kritik an Jens Spahn

25 Beschäftigte beteiligen sich an Protest vor RoMed-Klinikum Rosenheim

Protest vor RoMed-Klinikum
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Mehrere Beschäftigte beteiligten sich am Protest vor dem RoMed-Klinikum.

Rosenheim - Die Einführung bedarfsgerechter Personalstandards steht im Mittelpunkt einer Protestaktion am RoMed-Klinikum in Rosenheim. Die Gewerkschaft ver.di übt deutliche Kritik an Gesundheitsminister Jens Spahn.

Update, 17.59 Uhr - 25 Personen beteiligen sich an Protest

Wie die Gewerkschaft ver.di berichtet, haben sich 25 Personen am Foto-Protest vor dem RoMed Klinikum Rosenheim beteiligt. Sie hielten Schilder in die Höhe, auf der sie ihrer Forderung nach einem bedarfsgerechten Personalstandard nochmals Nachdruck verleihen: „Herr Spahn! PPR 2.0 jetzt ins Gesetz“, lautet die unmissverständliche Forderung. Wie Win Windisch, Gewerkschaftssekretär des ver.di-Bezirks Rosenheim betont, kommen die Teilnehmer von den Normalstationen, den Intensivstationen und dem Herzkathederlabor.

In der dritten Welle der Corona-Pandemie verschärft sich die ohnehin bestehende Überlastung des Krankenhauspersonals weiter, wie ver.di betont. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft befürchtet vor diesem Hintergrund, dass sich die Flucht aus den Pflegeberufen noch verstärken könnte. „Pflegepersonen 5 brauchen jetzt das klare Signal der politisch Verantwortlichen, dass sich ihre Arbeitssituation absehbar verbessert“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Erstmeldung:

Den Krankenhausbeschäftigten des RoMed-Klinikums reicht es: Mit einer Protestaktion am Montag, den 12. April, um 12.05 Uhr machen sie auf die Personalsituation aufmerksam. Mittels einer Foto-Aktion vor dem Haupteingang wird die sofortige Einführung bedarfsgerechter Personalstandards gefordert.

Konkret bewerkstelligt werden soll dies durch PPR 2.0. Hinter dem Kürzel verbirgt sich ein Programm, welches die Personalbemessung passend zum Bedarf der Patientinnen und Patienten organisiert. Wie ver.di in einer Pressemitteilung ausführt, wäre das Programm sofort einsetzbar - es scheitere allerdings an Gesundheitsminister Jens Spahn.

Dazu erklärt Win Windisch, ver.di Sekretär in Rosenheim: „Die PPR 2.0 ist seit einem Jahr fertiggestellt und wurde an Jens Spahn übergeben. Der Gesundheitsminister hat keine Ausrede mehr. Er kann jetzt sofort den wichtigen Richtungswechsel einleiten auf den alle Pflegekräfte und die Bevölkerung warten.“

dp/Pressemitteilung ver.di Bezirk Rosenheim

Die Pressemitteilung von ver.di im Wortlaut:

Aus diesem Anlasse beteiligen sich die RoMed-Beschäftigten an einer Protestaktion gegen die Gesundheitspolitik der Bundesregierung die bundesweit an den Kliniken stattfindet. Die Aktion wird auch unterstützt durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Um 12.05h treffen sie sich zu einer Fotoaktion vor dem neuen Haupteingang. Das Motto Aktion am Montag lautet: Für die Pflege ist es 5 nach 12 - PPR 2.0 jetzt ins Gesetz.

Mit PPR2.0 wird ein Programm bezeichnet, welches die Personalbemessung passend zum Bedarf der Patientinnen und Patienten organisiert. Es wurde von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Deutschen Pflegerat und ver.di gemeinsam entwickelt. Anfang 2020 wurde sie an Bundesgesundheitsminister Spahn übergeben. Das Programm wäre sofort einsetzbar.

Dazu erklärt Win Windisch, ver.di Sekretär in Rosenheim: „Alle wissen inzwischen, mehr Personal gibt es nur durch bessere Arbeitsbedingungen. Und bessere Arbeitsbedingungen gibt es nur durch bessere Personalstandards. Die bisher eingeführten Personaluntergrenzent, sind nur das absolute Minimum um die Patientenversorgung zu sichern. Sie sollen zeigen, was darunter liegt, ist gefährliche Pflege“

Windisch erklärt weiter: „Die Krankenhausbeschäftigten fragen sich, wie oft noch bei Pro7 sieben Stunden am Stück zu dem Thema gesendet werden sollen, bis die Bundesregierung endlich handelt. Die PPR 2.0 ist seit einem Jahr fertiggestellt und wurde an Jens Spahn übergeben. Der Gesundheitsminister hat keine Ausrede mehr. Er kann jetzt sofort den wichtigen Richtungswechsel einleiten auf den alle Pflegekräfte und die Bevölkerung warten.“

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