Mehr Zuwanderung in der Krise

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Zuwanderung: Ausländische Staatsbürger haben in Rosenheim rund 200 verschiedene Nationalitäten, am häufigsten sind Zuzüge aus dem europäischen Ausland.

Rosenheim - Die Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren und führt zum Anstieg der Zuwanderung. In Rosenheim erhöhte sich im Jahr 2011 die Zahl der ausländischen Mitbürger um 208 auf 9979.

Die Statistiker vom Bayerischen Landesamt haben das Ausländerzentralregister des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ausgewertet. Die anhaltende Wirtschaftskrise in Europa hinterlässt auch in Bayern Spuren und führte vergangenes Jahr zu einem Anstieg der Zuwanderung aus Ost- und Südeuropa. In Rosenheim erhöhte sich im Jahr 2011 die Zahl der ausländischen Mitbürger um 208 auf 9979.

Hoch in der Gunst der ausländischen Bevölkerung liegen die beiden großen bayerischen Ballungsräume. So war in der Landeshauptstadt München zum Stichtag fast jeder vierte Einwohner ausländischer Herkunft. In Rosenheim liegt der Ausländeranteil gemessen an der Gesamtbevölkerung bei rund 16,2 Prozent. Alle rund 200 verschiedenen Nationalitäten zusammengefasst, lebten zum Jahresende fast 10.000 ausländische Staatsbürger in Rosenheim.

Aus EU-Ländern stammten rund 34 Prozent davon, das waren laut dem Landesamt für Statistik zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Nach wie vor finden nicht unerhebliche Wanderungsbewegungen statt. "Aus dem Ausland ziehen jährlich rund 100.000 Ausländer zu, deutlich weniger verlassen den Freistaat", meldet das Sozialministerium.

Die meisten der Zuwanderer, die es 2011 nach Bayern zog, kamen aus anderen EU-Ländern, vor allem aus Ost- und Südeuropa. Den stärksten Zuzug gab es aus Polen (23.000 Neubürger), ebenso zogen mehr Italiener, Spanier und Griechen nach Bayern. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte bei der Vorstellung der Zahlen in München, dass mittlerweile rund zehn Prozent der Zuwanderer so genannte Hochqualifizierte seien, Ende der 1990-er Jahre habe ihr Anteil lediglich 0,5 Prozent betragen.

In Rosenheim stammten von allen 9.979 ausländischen Mitbürgern insgesamt 8.995 oder rund 90 Prozent aus dem europäischen Ausland, einschließlich der Türkei; 3398 davon kamen aus einem Land der Europäischen Union. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs um 8,6 Prozent und damit 268 EU-Bürger.

Bis Ende 2011 kletterte der Bevölkerungsanteil der ausländischen Mitbürger bayernweit auf neun Prozent, also rund 1,134 Millionen Menschen. Das waren 46 000 Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Damit kamen in der Aufrechnung von Zu- und Abwanderung in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Ausländer nach Bayern wie ein Jahr zuvor.

Blickt man auf die bereits genannten Hauptzuwandererländer des Jahres 2011, ergeben sich für Rosenheim folgende Veränderungen: Zum Stichtag lebten hier 278 polnische Mitbürger, weitere 576 stammten aus Italien und 91 aus Griechenland.

Bezogen auf alle Nationalitäten stellen bayernweit nach wie vor die türkischen Mitbürger mit einem Anteil von knapp 19 Prozent die größte ausländische Bevölkerungsgruppe. An zweiter Stelle folgen mit rund 16 Prozent aller hiesigen Ausländer die Zuwanderer aus den Staaten des einstigen Jugoslawien. Dahinter folgen bereits die drei stärksten EU-Bevölkerungsgruppen: Österreicher mit 7,2 Prozent, Italiener mit 6,9 Prozent und Polen, die mit 5,1 Prozent die Griechen verdrängt haben.

zds/Oberbayerisches Volksblatt

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