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Braunbär streift durch die Wildnis in Oberbayern

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21-Jähriger verurteilt

Nach dem Herbstfest von falschem Taxifahrer abgezogen

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Rosenheim - Taxis sind vor allem während der Herbstfestzeit abends Mangelware. Diese Tatsache nutzte ein 21-Jähriger aus und bot seine Dienste als Fahrer an. Das wurde einem 51-Jährigen zu Verhängnis.

Eine Situation, die wohl so manchem Besucher des Rosenheimer Herbstfestes bekannt vorkommt: Das Bier floß, die Stimmung war super, doch wie kommt man nun nachhause? Besonders während der Herbstfestzeit ist es sehr schwierig abends ein Taxi zu bekommen. Aus dieser Not heraus hat sich in den vergangenen Jahren ein kleiner "Taxischwarzmarkt" gebildet. Privatpersonen bieten ihre Dienste als Fahrer an. Was im Übrigen nicht erlaubt ist.

21-Jähriger vor Gericht

So auch ein 21-jähriger aus Rosenheim, der am 28. Juli vergangenes Jahr einen 51-jährigen Wiesnbesucher ansprach und ihn für ein Entgelt von 20 Euro nach Bruckmühl fahren wollte. Doch der junge Mann führte Schlimmeres im Schilde. Er stahl seinem Fahrgast den Geldbeutel und ließ ihn in Kolbermoor stehen. Dafür musste er sich am 31. Juli vor dem Rosenheimer Amtsgericht verantworten.

Was was vorgefallen?

Zwei Versionen des Vorfalls bekam das Gericht am Mittwochvormittag zu hören: Der Angeklagte gab an, den Bruckmühler in Rosenheim trampend am Straßenrand aufgegriffen zu haben und diesen unentgeltlich nach Kolbermoor mitgenommen zu haben. "Ich habe ihn als Anhalter an der Ellmaierstraße gesehen und habe zu ihm gesagt bis Kolbermoor kann ich dich mitnehmen", so der Angeklagte. "An der Tanke hat er mir noch ein Red Bull gekauft und beim Mc Donalds in Kolbermoor habe ich ihn dann rausgelassen. Ich wollte ihn auch gar nicht weiter mitnehmen, weil er sehr betrunken war. Im Auto lag auch keine Geldbörse. Ich kann mir das nicht erklären."

Die Version des Fahrgastes ist eine andere. Der sagte aus, dass er nach einem langen Herbstfesttag mit Kunden am Busbahnhof ein Taxi nehmen wollte, dort aber keins vorgefunden habe. Als er sich dann zum warten auf eine Bank setzte sei auch schon sofort der Angeklagte mit seinem Auto zu ihm gefahren und habe gefragt ob er ein Taxi brauche. "Wir haben ausgemacht, dass er mich für einen 20er nach Bruckmühl fährt", sagte der Geschädigte. Gesagt getan.

Weil der Geschädigte keine Zigaretten mehr hatte, seien die beiden dann noch zur Aral-Tankstelle gefahren und er habe dem Fahrer ein Red Bull mitgenommen. "Nach dem Tankstellenbesuch hat sich die Stimmung, die vorher wirklich gut war, aber schlagartig geändert. Der Fahrer hat immer wieder gesagt 'fahren wir noch zum Mc Donalds', aber ich wollte nicht. Als er dann keine Ruhe gegeben hat und ich mir dachte er hat vielleicht Hunger, habe ich schließlich zugestimmt." Man sei dann schließlich nach Kolbermoor zu dem Fastfoodrestaurant gefahren. "Er ist aber dann nicht durch den Mc Drive gefahren sondern hat hinter dem Restaurant geparkt und das Essen geholt. Ich habe gesagt wenn dann soll er mir einen Mc Rib mitbringen. Derweil bin ich ausgestiegen und habe neben dem Auto bei offener Türe eine geraucht." Der Angeklagte sei dann mit einer Tüte in der sich nur der Burger für den Fahrgast befunden habe zurück gekommen. "Der Mc Rib sah aus als wäre er vorher mutwillig geöffnet worden und ich konnte ihn daher nicht essen, ohne mir die Finger voll mit Soße zu beschmieren." Noch während man neben dem Auto stand habe der 21-Jährige vom Wiesnbesucher das Geld für Burger und Fahrt haben wollen. "Ich habe dann meinen Geldbeutel auf den Beifahrersitz gelegt und mit meinen Ketchup-Fingern das Geld herausgeholt und ihm gegeben. Dann wollte er, dass ich mir die Hände wasche bevor wir weiter fahren und ich ging Richtung Restaurant. Als ich bei der Tür angekommen war, ist er weggefahren mit samt meinem Geldbeutel auf dem Beifahrersitz." Der Geschädigte sei dann noch ohne Erfolg hinterher gelaufen. "Dann habe ich sofort die Polizei gerufen." 

2.500 Euro haben sich in der Geldbörse befunden. "Ich hatte so viel dabei, weil ich mir an dem Tag eigentlich noch ein teures Fernglas kaufen wollte, das ich aber dann doch noch nicht bekommen habe", so der Geschädigte.

Angeklagter bereits vorbestraft

Mittels der Überwachungskamera der Tankstelle habe man den Fahrer ermitteln können und die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Diebstahls. Das Gericht verurteilte den 21-Jährigen, der bereits wegen mehrerer Delikte Eintragungen im Bundeszetralregister hat, zu zwei Jahren und sechs Monaten Jugendstrafe. "Es wurden zwei Versionen geschildert, dann muss man sich entscheiden, welcher man glaubt", so die Vorsitzende Richterin bei der Urteilsverkündung. "Wir glauben dem Geschädigten und haben keinen Zweifel an seiner Version. Das Gericht ist überzeugt, dass es sich so dargestellt hat." Auf Grund der ungünstigen Sozialprognose und des hohen Strafmaßes könne die Strafe nicht zur Bewährung ausgelegt werden

Rubriklistenbild: © picture alliance/Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

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