„Flying Hirsch“ und sein Jägerstüberl war sein „Lebenselixier“

Er war eine Legende im Rosenheimer Nachtleben: Hans Auer (✝79) ist tot

Hans Auer Wirt von Jägerstüberl Rosenheim tot
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Hans Auer, langjähriger Wirt des Jägerstüberls in Rosenheim, ist tot. Er starb am 4. September 2020.

Rosenheim - Er war über ein halbes Jahrhundert lang eine „Legende“ im Nachtleben von Rosenheim und von dort nicht wegzudenken. Jetzt ist Hans Auer, langjähriger Besitzer und Wirt des Jägerstüberls in der Nikolaistraße, tot.

Auer starb am Freitag, 4. September, im Alter von 79 Jahren. Das gab das Lokal nun auf seiner eigenen Facebook-Seite bekannt und wurde von Hinterbliebenen gegenüber rosenheim24.de bestätigt. „Wenn die Sonne des Lebens untergeht, leuchten die Sterne der Erinnerung. Wir werden dich vermissen, Hansi, du warst und wirst für immer in unserem Herzen bleiben“, heißt es in dem rührenden Beitrag, unter den auch ein Foto gepostet wurde, das Auer bei seiner Arbeit im Jägerstüberl - im Volksmund wurde das Lokal in der Nikolaistraße auch „zum schwulen Hans“ genannt - zeigt.

Auer, der aus Feldkirchen in Kärnten stammte und dort am 1. Juni 1941 geboren wurde, ist den meisten Fans des Rosenheimer Nachtlebens ein Begriff. Anfang der 60er-Jahre hatte er - erst Anfang 20 - den Laden, der damals noch „Willy's Paprika-Stüberl" hieß, übernommen und anfangs gemeinsam mit seiner Mutter geführt. Das Jägerstüberl, wie es nun hieß, wurde schnell zu einer Institution im Rosenheimer Nachtleben. Das Motto von Wirt und Lokal lautete: „Seid wie ihr wollt, kommt wie ihr wollt!"

Insgesamt führte Auer das Jägerstüberl weit über 50 Jahre, ehe er es im Jahr 2014 an seinen Ex-Mann Toni Sollfrank verkaufte. Später übernahm dann Enzo Gerardi die Leitung des Lokals. Unter beiden Besitzern blieb Auer jedoch als Angestellter im Jägerstüberl tätig. Vielen Gästen bleibt Auer als herzlicher, gutherziger und lebenslustiger Wirt in Erinnerung. Das bestätigt auch Sollfrank im Gespräch mit rosenheim24.de: „Er war einfach ein unglaublich lebensfroher, lustiger Mensch, der wahnsinnig gerne gereist ist.“ Regelmäßig, nahezu einmal im Monat, verbrachte Auer einige Tage in seinem Bungalow auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria.

„Flying Hirsch" auf der Beerdigung - im engsten Familienkreis

Zahlreiche Freunde haben bereits in den sozialen Medien kondoliert und sprachen den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. „Einer der herzlichsten und liebenswertesten Menschen, den ich kennenlernen durfte. Hans, wir werden dich schmerzlich vermissen...“, schrieb ein User auf Facebook. Andere Nutzer sprachen von einem „Schock“, als sie von der Todesnachricht erfuhren. „Es ist schön, dich gekannt zu haben...“ oder „Du warst immer ein herzlicher und wahnsinnig lieber Mensch, der das Herz am rechten Fleck hatte“, ergänzten wiederum andere. Mit Stand Sonntag, 6. September, 10 Uhr, wurde der Facebook-Beitrag des Jägerstüberls bereits deutlich über 150 Mal kommentiert und rund 150 Mal geteilt.

Die Beerdigung von Hans Auer findet im engsten Familienkreis statt - die Familie und Auers engste Freunde werden von Sollfrank persönlich dazu eingeladen. Sollfrank betonte, dass die Trauergäste, die auf Auers Wunsch keinesfalls in schwarzer Kleidung erscheinen sollen, am Grab einen „Flying Hirsch“ trinken werden. „Das war sein Lebenselixier. Außerdem hat sich der Hans gewünscht, dass wir einen Flying Hirsch über sein Grab schütten. Das werde ich auch tun“, so Sollfrank. Mit Auer verliert Rosenheim eine Wirts-Legende, dessen ganze Leidenschaft seinem Lokal gehörte.

mw

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