Das soll auf dem Quartier entstehen

Rund 120 Millionen Euro für das Bahnhofsareal Nord in Rosenheim

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Ein Projektentwurf des Investors - so könnte das Areal später aussehen
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Rosenheim - Die Stadt Rosenheim und die Investoren stellten am Dienstag den 30. April die Pläne für die Baufelder vier bis sechs auf dem Bahnhofsareal Nord vor. Es handelt sich dabei um den Bereich vom „Stellwerk 18“ bis zum Brückenberg. 

In seiner Sitzung am 27. März 2019 hat der Stadtrat der Einleitung eines Bebauungsplans für die Baufelder 4 West, 5 und 6 des Bahngeländes Nord durch die Firma Sontowski & Partner Group zugestimmt. Mit Abschluss des Kaufvertrags am 26. April 2019 gehen damit die letzten verfügbaren Flächen des Bahnhofsareals Nord in die Entwicklung. Vom Digitalen Gründerzentrum „Stellwerk 18“ bis zum Brückenberg soll ein lebendiges, urbanes Quartier mit hoher Lebens-, Arbeits- und Aufenthaltsqualität entstehen. Die detaillierten Planungen dieser Entwicklung wurden am Dienstag im Rahmen einer Pressekonverenz vorgestellt.

"Neue Liga des Städtebaus in Rosenheim"

"Für mich ist heute ein besonderer Tag", sagt Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zu Beginn der Pressekonferenz. Seit Freitag wisse man, dass die Entscheidung richtig gewesen sei. Sie biete eine einmalige städtebauliche Chance. Die Überplanung des Quartiers werde das Bild von Rosenheim verändern. "Die letzten großen Bausteine zur Entwicklung des Bahnhofs sind nun gesetzt", sagt Bauer. Die Diskussionen um dieses Areal dauerten zehn Jahre. Bauers Fazit: "Die Innenstadt erhält durch diese Flächenentwicklung einen kaum hoch genug zu schätzenden Impuls hinsichtlich ihrer städtebaulichen und wirtschaftlichen Qualität. Wir stoßen damit das Tor in eine neue Liga des Städtebaus in unserer Stadt auf.

Das soll entstehen

Die Sontowski & Partner Group errichtet auf dem ehemaligen „Bahngelände Nord“ ein neues Stadtquartier, das das ca. 10.821 Quadratmeter große Areal durch ein breites Nutzungsangebot beleben soll. Auf den drei nebeneinander liegenden Baufeldern an der Luitpoldstraße werden Büros und Dienstleistungsangebote, Senioren- und Studentenwohnungen, Einzelhandel, sowie ein Hotel und ein begrüntes Parkhaus entstehen. Im Frühjahr 2020 soll mit dem Bau begonnen werden. 

„Wir entwickeln für das Bahngelände Nord die Ansiedlung unterschiedlicher Nutzungen wie Handel, Tourismus, Dienstleistung, Büro, Gastronomie, studentisches und Seniorenwohnen, die das Gelände zu einem lebendigen Stadtquartier in Bahnhofsnähe machen“, erläutert Projektleiter Stephan Meier. „Es handelt sich dabei nicht um unterschiedliche Planungen für drei Baufelder, sondern ein Konzept, das das Areal als Ganzes im Blick hat und ein zusammenhängendes Quartier mit verschiedenen Angeboten schafft.“

Verschiedene Angebote in umfangreiches Begrünungskonzept gebettet

links: Sven Sontowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Sontowski & Partner Group, rechts Projektleiter Stephan Meier

Das neue Bahnhofsareal wird aus westlicher Richtung von einem markanten Büroturm mit 11 Stockwerken erschlossen, der in südöstlicher Richtung Dachterrassen mit Blick bis in die Alpen bieten wird. Als Verbindung zum benachbarten Baufeld wird es einen öffentlichen begrünten Platz mit einem großzügigen Wasserbecken geben, der Ruhe- und Begegnungszonen bietet. Daran schließen sich mit einem Geschäftshaus und einem Hotel zwei L-förmige Baukörper an, die gemeinsam einen begrünten Innenhof umschließen. Auf Baufeld vier ist Mehrgenerationenwohnen mit Studenten- und Seniorenwohnungen geplant. Durch die konsequente Blockrandbebauung entsteht hier im Innern der Wohnbebauung ein geschützter, begrünter Innenhof, der Entspannungs- und Begegnungsmöglichkeiten zwischen den Generationen ermöglicht. In den Erdgeschossen der Gebäude sind teilweise Gastronomie und Geschäftsflächen geplant.

Die gesamte Bebauung ist in ein umfangreiches Begrünungskonzept gebettet, das als verbindender Baustein des Quartiers fungiert und mit Dachgärten, Innenhöfen und urbanen Plätzen eine Vielzahl privater und öffentlicher Grünräume schafft. So wird auch das quartierseigene Parkhaus durch eine vertikale Fassadenbegrünung zum architektonischen Hingucker.

Lebendigkeit durch urbanen Mix

Visualisierung des geplanten Büroturms

„Die Mischung verschiedener Nutzungsformen ist ein ganz wichtiger Trend in den modernen Stadtplanungen, da es viele Vorteile gegenüber homogenen Nutzungen bietet“, so Sven Sontowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Sontowski & Partner Group. „Wer hier wohnt, arbeitet oder auch das Hotel nutzt, findet Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebote gleich vor der Haustür. Büroangestellte, Bewohner, Touristen, Senioren und Studenten bilden einen bunten Mix an Nutzern des Quartiers, das natürlich mit seinen öffentlichen Grünräumen und den Nahversorgungs- und Dienstleistungsangeboten auch ein Angebot für alle Rosenheimer darstellt.“ Auch die Kombination von Studenten- und Seniorenwohnungen verfolgt den Ansatz durch verschiedene Nutzungen lebendigen Austausch zu ermöglichen. „Darüber hinaus entsteht damit ein wichtiges Angebot für junge und alte Menschen in der Stadt.“

Das Quartier in Zahlen

Insgesamt entstehen auf dem Areal ca. 165 Hotelzimmer, ca. 140 Studentenwohnungen, ca. 80 Plätze für pflegebedürftige Menschen, ca. 40 seniorengerechte Wohnungen mit Betreuungsangebot, rund 8.880 Quadratmeter Büroflächen und ca. 2.090 Quadratmeter Einzelhandelsflächen. Rund 416 Quadratmeter sind für Gastronomie und Dienstleistung vorgesehen. Zudem sind ca. 268 Parkplätze im Parkhaus und weitere Stellplätze in Tiefgaragen unter jedem Baufeld geplant, wodurch ein umfangreiches Parkangebot für alle Nutzer entsteht. die Kosten werden sich auf rund 120 Millionen Euro belaufen, so Sontowski

Projektentwicklung durch spezialisierte Unternehmen

Im Frühjahr nächsten Jahres soll mit dem Bau des Quartiers begonnen werden. „Wir realisieren seit Jahrzehnten mit unseren spezialisierten Unternehmen sowohl Büro- und Gewerbe- als auch Wohn- und Seniorenimmobilien und haben damit den Vorteil, die Entwicklung solcher Quartiere komplett in unserer Gruppe abbilden zu können“, erläutert Sven Sontowski. „Unsere Beteiligungsgesellschaft BayernCare hat bereits 37 Seniorenimmobilien im süddeutschen Raum entwickelt, die S&P Stadtbau ist auf Wohnimmobilien spezialisiert und hat 7.000 Wohneinheiten realisiert und in der S&P Commercial Development wird unsere 35-jährige Expertise in der Realisierung von Büro- und Gewerbeimmobilien gebündelt. An unserem Standort in Erlangen arbeiten unsere Architekten, Planer und Projektsteuerer der spezialisierten Unternehmen bei solchen Quartiersentwicklungen Hand in Hand.“ Die Sontowski und Partner Group aus Erlangen ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das überwiegend im süddeutschen Raum tätig ist. „Wir sind bereits mit großen Büronutzern, verschiedenen Hotelbetreibern und renommierten Einzelhandelsunternehmen im Gespräch, die großes Interesse an einer Anmietung der Flächen geäußert haben.“

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