Vollsperrung Prinzregenten- und Samerstraße - Busverkehr leidet

"Die Verkehrsmoral der Rosenheimer ist unter aller Kanone" 

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Besonders die Busfahrer werden durch die Rücksichtslosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer während der Sperrung der Samer- und Prinzregentenstraße auf die Belastungsprobe gestellt.
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Rosenheim - Am Rosenmontag begann die größte innerstädtische Baumaßnahme des Jahres 2019. In der Prinzregenten- und der Samerstraße müssen teils über 100 Jahre alte Kanalsysteme ausgetauscht werden, Wasserleitungen saniert, Telekommunikationsleitungen verlegt und Straßensanierungen vorgenommen werden. Vor allem der Busverkehr leidet unter der Rücksichtslosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer.

Ab Rosenmontag, 4. März 2019, sind die Prinzregentenstraße zwischen der Wittelsbacher- und der Stollstraße und die Samerstraße im Abschnitt zwischen der Kreuzung „Am Roßacker“/„Am Esbaum“ und der Kreuzung Prinzregentenstraße für den öffentlichen Durchgangsverkehr voll gesperrtDer Verkehr wird seit Beginn der Maßnahme umgeleitet.

Diese Maßnahme hat auch Auswirkungen auf den städtischen Busverkehr. Und der ächzt vor allem unter der Rücksichtslosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer.

"Die Verkehrsmoral ist unter aller Kanone"

"Es läuft gar nichts mehr", sagt ein Busfahrer des Regionalverkehr Oberbayern im Gespräch mit unserer Redaktion. Er kritisiert nicht die neue Verkehrsführung "die Umleitung ist super", sondern die Verhaltensweise der anderen Verkehrsteilnehmer. "Alles ist zugeparkt, die neue Einbahnstraßenregelung wird missachtet, wir werden beschimpft."

Auch Ingmar Töppel, Geschäftsleiter des Stadtverkehr Rosenheim kann ähnliche Probleme schildern. "Die Verkehrsmoral der Rosenheimer ist unter aller Kanone", sagt er im Gespräch mit rosenheim24.de. "Die Straßensperrungen werden ignoriert, die Parkregelungen missachtet." Besonders schlimm sei es in der Schmettererstraße. "Unsere 15-Meter-Busse brauchen jeden Zentimeter um die Umleitungsstrecke überhaupt fahren zu können." Vor allem abends und nachts, wenn es keine Unterstützung durch die Verkehrsüberwachung gibt, werden die "Wildparker" für die Busfahrer zur Belastungsprobe. Laut Töppel müsse vor allem beim fließenden Verkehr von der Polizei besser kontrolliert werden. "Es kommt ständig zu brenzligen Situationen. Wir sind dadurch noch langsamer." Die Maßnahme an sich sei für den Stadtverkehr schlimm. 750 Mal pro Tag wird die Ausweichstrecke von den Bussen befahren. "Die Notwendigkeit der Baustellen brauchen  wir nicht diskutieren, aber das sind jetzt sechs Monate, die für uns und unsere Fahrgäste schwierig werden."

Punktuelle Kontrollen durch die Polizei

Robert Maurer von der Polizeiinspektion Rosenheim teilte unserer Redaktion auf Nachfrage mit, dass man bereits punktuelle Kontrollen durchführe, "aber es kommt natürlich zu einem Aha-Erlebnis wenn man sieht dass die Polizei da steht. Dann halten sich die Leute natürlich an die Verkehrsregeln." Deswegen sei es aus Sicht der Polizei bereits noch zu keinen gravierenden Verstößen gekommen. "Aber wir werden weiterhin kontrollieren." Man könne sich auch immer an die Rosenheimer Polizei wenden, wenn man feststelle, dass es an gewissen Punkten zu Schwierigkeiten kommt.

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