Mammut-Bauprojekt in der Samer- und Prizregentenstraße

Wie stark leiden Gastronomie und Einzelhandel unter der Baustelle?

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Die Baustelle in der Samerstraße soll im November abgeschlossen sein
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Rosenheim - Von März bin November 2019 wird in der Samer- und Prinzregentenstraße ein Mammut-Bauprojekt durchgeführt. Die Arbeiten verlaufen nach Plan, doch Gastronomie und Einzelhandel leiden.

Die größte innerstädtische Baumaßnahme dieses Jahres mit Kanal- und Leitungsverlegungen in der Prinzregenten-, Samer- und Riederstraße läuft auf Hochtouren. Von März bis November müssen dort teils über 100 Jahre alte Kanalsysteme ausgetauscht werden, Wasserleitungen saniert, Telekommunikationsleitungen verlegt und Straßensanierungen vorgenommen werden.

Die Bauarbeiten in der Prinzregentenstraße werden noch im August abgeschlossen. Die Arbeiten in der Samerstraße dauern noch bis November. "Bei solchen Großmaßnahmen wie in der Samerstraße, Prinzregentenstraße und Riederstraße ist es keinesfalls selbstverständlich, dass die Zeitpläne eingehalten werden können", sagte Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl beim Baustellengespräch der Stadt Ende Juli. "Das ist eine große Leistung des Tiefbauamtes."

Auswirkungen auf Gastronomie und Einzelhandel

Das im Rahmen der Mammut-Baumaßnahme von vielen erwartete Verkehrschaos blieb aus. Dennoch hat die Baustelle Auswirkungen. Vor alle Gastronomie und Einzelhandel leiden unter der Maßnahme. Sabrina Obermoser vom City-Management Rosenheim e.V. teilte mit, dass das Leid der Gewerbetreibenden an sie herangetragen werde. "In Rosenheim wird schon länger umgebaut und das nimmt nicht nur den Umsatz weg, sondern auch das Image der Stadt", sagte Obermoser beim Baustellengespräch. "Das ist eine bittere Pille, die wir zu schlucken haben. Es gibt Betriebe, die mittlerweile an ihrer Existenz knabbern." 

Im Baustellenfinder der Stadt gibt es einen Überblick über alle aktuellen und für das zweite Halbjahr 2019 geplanten Maßnahmen

Bugl verstehe die Kritik, es bleibe aber die Frage, was es für eine Alternative gäbe. "Eine Baumaßnahme ist immer eine Abwägung der infrastrukturellen Interessen, der Interessen der Gewerbetreibenden und der Sicherheit der Menschen." Er habe als Wirtschaftsdezernent großes Verständnis für den Einzelhandel. "Es gibt durch die Baustelle beim Einzelhandel Umsatzeinbußen von bis zu 10 Prozent wie Gewerbetreibende mitteilten." Für Bugl ist dieser Wert durchaus realistisch. Laut Stadtverwaltung seien die 10 Prozent aber ein Durchschnittswert für den gesamten innerstädtischen Bereich. Die Zahlen für die Gastronomie werden von der Stadt nicht erhoben und liegen ihr auch nicht vor.  Ulrike Willenbrink von den Stadtwerken betonte beim Baustellengespräch, dass man sich sicher sein könne, dass die Stadtwerke die Maßnahmen und deren Auswirkungen sehr stark abwägen. Laut Verwaltung tue die Stadt alles dafür, damit die notwendigen Baustellen so schnell wie möglich abgeschlossen werden können. 

Größere Umsatzeinbußen für direkt Betroffene

Die Gewerbetreibenden der gesamten Innenstadt spüren also die Auswirkungen der Baustelle bei ihrem Umsatz. Doch besonders schlimm trifft es die Geschäfte und Lokale, die direkt im Baustellenbereich liegen. Manfred Wolff, Geschäftsführer der Wäscherei Wolff in der Samerstraße 33 sagte schon im Februar: "Wir gehen harte Zeiten entgegen." Und damit sollte er Recht behalten. Im Gespräch mit rosenheim24.de erklärte er: "Seit März haben wir jeden Monat weniger Umsatz. Mittlerweile können wir sagen, dass wir 2/3 weniger Umsatz in der Filiale in der Samerstraße haben." Wolff betreibt noch zwei weitere Wäschereien in der Ebersberger Str. 48 und in der Innstraße 36. Damit kann er den Umsatzwegfall aber nicht vollständig kompensieren. "Es kommen nicht alle Kunden die in der Samerstraße weggefallen sind in die anderen Filialen. Wenn ich nur von der Wäscherei in der Samerstraße leben müsste, würde es sehr sehr bitter aussehen." Wolff hat aber auch positive Worte für die Stadt und vor allem die Baufirma übrig: "Soweit uns die Stadt und die Baufirma entgegenkommen können, tun sie das auch." 

Nicht nur das Gewerbe, sondern auch die Gastronomie ist betroffen. Korbinian Vogl, Geschäftsführer des Flötzinger Bräustüberls, sagte rosenheim24.de: "Für uns ist die Baustelle eine mittlere Katastrophe. Wir haben mehr als 50 Prozent Geschäftsrückgang und das bei gleich zwei betroffenen Geschäften vor Ort (Flötzinger Bräustüberl & I´m Irish). Es beschweren sich die Leute jeden Tag, die zu uns „müssen“ (Lieferanten, Mitarbeiter, Reservierungen), wie schwierig und unangenehm die Situation ist (Gestank, Lärm und vor allem Staub). Wir sind froh, wenn wir die Zeit ohne Auswirkungen auf unser Geschäft bis November überstehen."

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