Satzung über die Bestattungsgebühren

"Kann nicht sein, dass es Luxus ist, sich in Rosenheim bestatten zu lassen"

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Die Bestattungsgebühren in Rosenheim werden nicht erhöht.
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Rosenheim - Werden Bestattungen in Rosenheim künftig teurer? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat in seiner Sitzung am 27. November. 

Die Stadt Rosenheim will die Satzung über die Gebühren für die Benutzung der Bestattungseinrichtungen anpassen. Das heißt im Klartext, dass die Kosten steigen werden. Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung aber mit 14:27 Stimmen dagegen. Die anfallenden Mehrkosten muss künftig die Stadt tragen.

In Rosenheim werden die Grabmacher- und Schaffnerarbeiten für die städtischen Friedhöfe seit 2008 von einer privaten Bestattungsfirma im Auftrag der Stadt ausgeführt. Der aktuelle Dienstleistungsauftrag laufe noch für die nächsten vier Jahre, teilte Finanzdezernent Heinz Bösl in der Stadtratssitzung am Mittwochabend mit. Zeitgleich mit der Vertragslaufzeit kalkulierte die Stadt die Friedhofsgebühren für die Dauer von jetzt vier Jahren neu. Das Ergebnis der Berechnungen: Die Grabgebühren können unverändert beibehalten werden, die Bestattungsgebühren müssten jedoch um bis zu 16 Prozent erhöht werden, um eine Kostendeckung zu erreichen. Laut Verwaltung seien der wesentliche Grund für die Unterdeckung die insgesamt höheren Kosten bzw. geringere Gebühreneinnahmen bei im Wesentlichen konstanten Bestattungszahlen. Hauptkostenblock bei den Bestattungen sei das Entgelt für die beauftragte Firma

Privatisierung oder hoheitliche Aufgabe?

Die Erhöhung der gebühren löste im Stadtrat eine kleine Diskussion aus. Der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion Herbert Borrmann stellte sich die Frage, ob man überhaupt mit einer externen Firma bestatten solle. "Es kann nicht sein, dass wir höhere Gebühren verlangen als der Rest des Landkreises und dass es ein Luxus ist, sich in Rosenheim bestatten zu lassen. Wir sollten uns die Zahlen anschauen." Er plädierte dafür, die Kosten gegenüber zu stellen. 

Dem schloss sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Robert Metzger an: "Wir sollten uns überlegen, ob wir die Bestattungen nicht selber machen. Es soll nicht zum Bestattungstourismus in den Landkreis kommen." Rudolf Hötzel, Fraktionsvorsitzender der Republikaner sieht das ähnlich: "Ich habe schon vor drei Jahren gesagt, man kann es sich in Rosenheim kaum leisten zu sterben. Wir sollten überlegen, das in Eigenregie zu machen." Fraktionssprecher Franz Lukas (Grüne) halte das Verfahren der Privatisierung für gescheitert. "Bestattung ist eine hoheitliche Aufgabe. Ich denke die Zeit ist gekommen, das zu überdenken. Wir müssen die Reißleine ziehen." CSU Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Andreas März sieht das ein wenig anders: "Ich sehe die Privatisierung nicht als gescheitert, da es in der Region nur einen gibt, der das von der Kapazität her schafft." Seiner Meinung nach sei der Friedhof eine hoheitliche Aufgabe, die Bestattung jedoch nicht. "Mir ist es wichtig, dass es Personal gibt, die das würdevoll und professionel machen."

Finanzdezernent Heinz Bösl teilte zum Thema 'Privatisierung oder nicht' mit: "Wir haben das damals vergeben, weil es zu teuer war, es selbst zu machen." Ein großes Problem sei auch, geeignetes Personal zu finden. Bestatter seien in anderen Gemeinden zwar billiger, aber auch dort werde es teurer werden, so Bösl.

jb

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