Pressekonferenz des Bundesverkehrsministers 

Brenner-Nordzulauf: Scheuer legt die Zahlen offen

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v.l.: Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, stellvertretender Landrat Josef Huber auf der Pressekonferenz zum Brenner-Nordzulauf
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Rosenheim - Am Montag war Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu Besuch in Rosenheim. Es ging um den Brenner-Nordzulauf. Die Bürgerinitiativen fordern einen Planungsstopp. 

Das Thema Brenner-Nordzulauf bewegt und beunruhigt die Menschen in der Region. Auf Bitten der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig kam Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nach Rosenheim. Der Besuch des Verkehrsministers gab rund 3.000 Brenner-Nordzulauf Gegnern Anlass, auf die Straße zu gehen. In vier Demonstrationszügen, begleitet von rund 150 Traktoren und landwirtschaftlichen Fahrzeugen gingen die Demonstranten zum Landratsamt, wo es eine Kundgebung gab, bei der auch der Verkehrsminister das Wort ergriff.

Scheuer besprach im Anschluss mit dem stellvertretenden Landrat Josef Huber, der Rosenheimer Oberbürgermeisterin, den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und Vertretern von Bürgerinitiativen im Rosenheimer Landratsamt das weitere Vorgehen beim Brenner-Nordzulauf. Die Ergebnisse wurden im im Anschluss an das Gespräch der Presse vorgestellt: 

Es wird keinen Planungsstopp des Brenner-Nordzulaufs geben 

"Ich glaube es war heute ein sehr breites Meinungsspektrum und auch ein sehr breites Teilnehmerfeld", sagt Scheuer zu Beginn der Presssekonferenz. Rund 100 Personen nahmen an dem Gespräch teil. Darunter alle Bürgermeister des betroffenen Planungsraumes, Vertreter der Bürgerinitiativen, Vertreter der Bahn, Mitglieder des Landtags und Bezirksräte.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagt es werde keinen Planungsstopp geben

"Wir werden den Planungsdialog fortsetzen, aber mit einer Zusage, die Modalitäten zu hinterfragen und offen zu sein für Vorschläge zu den Modalitäten", spricht Scheuer weiter. "Klar ist, wir werden keinen Planungsstopp machen, aber wir werden die Anliegen der Bürgerinitiativen konstruktiv aufnehmen." Klar sei auch dass man beim zugesagten Lärmschutz schneller werden müsse. 

Fünf Trassen sollen im Juli vorgestellt werden

Momentan gebe es rund 100 Trassenvorschläge in verschiedenen Ausgestaltungen. Diese müssen sehr schnell auf fünf Diskussionstrassen verschlankt werden, so Scheuer. Diese sollen im Juli 2019 vorgestellt und diskutiert werden. Zudem werde die Bestandsstrecke im sogenannten 5 plus 1 Modell genau untersucht werden. 

Was passiert bis 2030 und 2050? Die Zahlen:

Themenseiten: 

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Man wolle erst einmal stufenweise vorgehen. Was passiert bis 2030 und was bis 2050? Derzeit fahren täglich 185 Züge auf der Bestandsstrecke durch das Inntal. „Bis 2030 sollen es 226 Züge werden“, so Scheuer. „Damit ist die Obergrenze von 260 Zügen nicht erreicht. Mit Einführung von ETCS können wir die Kapazität auf 320 Züge pro Tag erhöhen.“ 

Die Studie, deren Zahlen Scheuer nun darlegte blickt bis in das Jahr 2050 voraus. Es gibt vier verschiedene Annahmen. Hierzu betont Scheuer: "Wir reden nicht von Prognosen oder festen Berechnungen, wir reden von Annahmen, die jetzt natürlich nicht fest ausgerechnet werden können." Die verschiedenen Annahmen berücksichtigen verschiedene Faktoren wie die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, die Entwicklung der Seehäfen oder die Entwicklung des Deutschen Ecks (Österreichische Züge nutzten das sogenannte Deutsche Eck zwischen Kiefersfelden und Freilassing als Abkürzung – und belegten so bayerische Gleise). Unter diesen Annahmen wurde die Zunahme des Güterverkehrs bis 2050 ermittelt. "Wir reden nicht von Prognosen oder festen Berechnungen, wir reden von Annahmen, die jetzt natürlich nicht fest ausgerechnet werden können." Vier verschiedene Szenarien stellte der Verkehrsminister vor:

Für das erste Szenario wurde nur die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes is 2050 betrachtet. Hier sei mit 401 Zügen zusätzlich zu rechnen. Das zweite Szenario berücksichtigt die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes und die Entwicklung des deutschen Ecks mit den Auswirkungen von 431 Zügen. Als drittes Szenario ist das Bruttoinlandsprodukt 2050 und die Entwicklung der italienischen Häfen mit der Auswirkung 528 Züge, das vierte Szenario ist das Bruttoinlandsprodukt 2050 mit deutschem Eck und italienischen Häfen mit 558 Zügen. Das alles sei aber nur bei gleichbleibendem Personenverkehr von 42 Zügen betrachtet. "Das war nicht der Auftrag, dass wir den Personenverkehr auch noch anschauen", so Scheuer abschließend.

Die komplette Pressekonferenz mit allen Erläuterungen im Live-Video

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