Bierkeller in neue Heimat verwandelt

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Die Burschenschaft hat eine neue Heimat

Rosenheim - Eine Studentenverbindung nur für Männer? Bei der Einweihung des neuen Verbindungsheims durfte ausnahmsweise auch die Oberbürgermeisterin hinein.

Als direkt vor unseren Redaktionsräumen ein feierlicher Bierfassanstich stattfindet, ist unsere Neugier geweckt. Die wenigen Meter zum Schauplatz lohnen sich, denn wir dürfen in das Innenleben von Rosenheims einziger Burschenschaft hineinschnuppern: Die Teutonia.

Hier heißen Neumitglieder "Füchse" und jeder bekommt einen vielsagenden "Bierspitz" - also Spitznamen - verpasst, wie "Frosch" oder "Konfuzius". Vor allem aber dürfen wir einen Blick in den neu gestalteten Teutonenkeller werfen. Es ist die neue Heimat der Teutonia, die in Burschenschaftler-Vokabular "Konstante" heißt. 

Der neue Teutonenkeller

Sechzig Kubikmeter Sperrmüll und Unmengen an Schutt mussten die Burschenschaftler aus den Gewölben unterhalb der Gaststätte "Maikeller" hinausschaffen. Ganz zu Beginn standen die Bauarbeiter gar knöchelhoch im Wasser. So erlebte der älteste Bierkeller der Stadt innerhalb einer rund einjährigen Umbau- und Renovierungsphase eine regelrechte Verwandlung.

Einweihung des Teutonenkellers

Der "Alte Herr Senior" der Teutonia, Stephan Kubinger, brachte seinen Stolz über die geleistete Arbeit in seiner Festansprache zum Ausdruck: "Nach diesem Kraftakt brauchen wir um die Zukunft nicht mehr Bange sein". Sein Dank ging auch an die Brauerei Flötzinger, mit der man treu verbunden sei und gute Konditionen für die zukünftige Bierabnahme ausgehandelt habe.

Bierselig, degentragend und männlich 

Einen hörbaren Widerspruch gab es, als Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer das Frauenbild der Burschenschaft hinterfragte: "Die Satzung der Teutonia zielt nicht gerade auf die Integration von Frauen ab". Tatsächlich dürfen nur Männer Mitglied werden, doch einige Altherren brachten zumindest ihre Ehefrauen zur Besichtigung der neuen Konstante mit.  

Bauer würdigte die Leistung der Teutonia, die seit 1925 in Rosenheim vertreten ist: "Dies hier ist keine hermetisch abgeschlossene Höhle, sondern besonders für Erstsemester an der Hochschule auch eine wichtige Station zum Ankommen in dieser Stadt".

Prof. Heinrich Köster, der Präsident der Rosenheimer Hochschule, bestätigte diese Einschätzung: "Der erste eingeschriebene Student der Hochschule war ein Teutone und die Burschenschaft ist vor allem mit der Holzwirtschaft sehr verbunden."

Nach Enthüllung der zuvor mit einem roten Tuch verdeckten Eingangstür, Segensspendung und feierlichen Bieranstich, durften die Gäste endlich in das Allerheiligste. Dort wartete ein Weißwurstfrühstück.

mg

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