"Verstoß gegen Grundrechte"

Circus Voyage erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Rosenheim

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Der Circus Voyage aus Hagen möchte in Rosenheim gastieren
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Rosenheim - Der Cirkus Voyage möchte in Rosenheim ein Gastspiel geben. Weil die Stadt keine Genehmigung dafür erteilte, erhebt das Zirkusunternehmen nun schwere Vorwürfe gegen die Stadt.

"Schwere Vorwürfe gegen die Rosenheimer Stadtverwaltung erhebt der Groß-Zirkus Voyage aus Hagen. Das Unternehmen unter der Direktion von Alois Spindler feiert in diesem Jahr sein 20-Jähriges Bestehen. Auf Grund eines engen Bezug zu Rosenheim wollte der Circus sein Jubiläumsprogramm in diesem Jahr auch in Rosenheim präsentieren – Doch die Verwaltung bleibt stur. Aktuell prüft das renommierte Unternehmen rechtliche Schritte gegen die Stadtverwaltung wegen Verstoß gegen das deutsche Grundgesetz", heißt es in  einer Pressemitteilung des Cirkus Voyage, die das Unternehmen an die Medien heraus geschickt hat.

"Willkür und gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz"

Vom 11. bis 24. Juni wollte das Unternehmen Voyage sein Zelt und die Wohnwagenstadt in Rosenheim aufstellen. Bereits seit 20 Jahren versuche das Team des Circus Voyage eine Gastspielerlaubnis für Rosenheim zu erhalten – Stets vergebens. Man lasse den Zirkus nicht in Rosenheim gastieren, den vergleichbaren Cirkus Krone jedoch schon, was Willkür und nicht mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu vereinen wäre. Weiter heißt es in dem Schreiben: "Bei expliziten telefonischen Nachfragen nach der Loretowiese, die für derartige Groß-Veranstaltungen regelmäßig zur Verfügung gestellt wird, erfindet die Stadtverwaltung die unterschiedlichsten Ausreden. Schriftliche Absagen in Hinblick auf die Loretowiese oder auch auf den Mangfallpark verweigert die Rosenheimer Stadtverwaltung." Mehrmalige Kontaktversuche zu Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer seien nach Angaben des Zirkus auch gescheitert.

Der Circus Voyage gastiert in der kommenden Woche vom 31. Mai bis 03. Juni in Trostberg auf dem Volksfestplatz und anschließen vom 07. bis 10. Juni in Miesbach an der Oberlandhalle. Aktuell hofft man bei Voyage noch auf Einsicht der Stadtverwaltung und eine Gastspielerlaubnis für den Zeitraum 11. bis 24. Juni auf der Loretowiese. Die Rosenheimer Bürger werden dennoch gebeten, bei Interesse an den Veranstaltungen die Gastspiele in Trostberg und Miesbach zu nutzen. Für Rosenheim sucht das Unternehmen jetzt auch nach ausreichend großem Privatgrund. Mindestens 6000 Quadratmeter Platz sowie Möglichkeiten für Strom-, Wasser- und Abwasseranschluss würden benötigt.

Das sagt die Stadt zu den Vorwürfen

Die Stadt Rosenheim könne die Vorwürfe des Circus Voyage nicht nachvollziehen, so Thomas Bugl,Wirtschaftsdezernent und Pressesprecher der Stadt Rosenheim auf Nachfrage von rosenheim24.de.

"Es gibt in Rosenheim regelmäßig Gastspiele kleinerer und größerer Zircusunternehmen wie z.B. Circus Barum, Circus Krone, dem Großen Russischen Circus oder dem Chinesischen Staatscircus."

Die Stadt erteile diese Erlaubnisse regelmäßig, obwohl in den letzten Jahren die Erfahrung zeige, dass Zircusgastspiele in der Regel Protestkundgebungen hinsichtlich der Haltung und der Darstellung insbesondere von Wildtieren nach sich ziehen.

"Es gab in den vergangen Jahren mehrere Anfragen des Zircusunternehmen Voyage. Allerdings gibt es in der Stadt Rosenheim nur eine geeignete Fläche für das Gastspiel eines großen Circus, nämlich die Loretowiese" , so Bugl.

"Diese dient als öffentlicher Parkplatz für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Stadt sowie für Besucher und Kunden der Innenstadt. Jede Sperrung der Loretowiese stößt deshalb auf erhebliche Kritik. Zudem wird die Loretowiese jedes Jahr über einen nicht unerheblichen Zeitraum durch das Herbstfest und alle zwei Jahre durch die Neue Messe Rosenheim in Anspruch genommen. Hinzu kommen diverse Jubiläumsveranstaltungen örtlicher Vereine und andere außergewöhnliche Veranstaltungen. Daher hat sich in den letzten Jahren max. alle 2 Jahre die Möglichkeit ergeben, einen Circus auf der Loretowiese gastieren zu lassen."

Unzutreffend sei auch, dass die Stadt gegenüber dem Zirkus nicht reagiert habe. So sei eine schriftliche Absage mit Schreiben vom 9.4.2015 erteilt worden.

Circus Voyage bereits in der Schusslinie von Tierschützern

Ab Donnerstag gastiert der Circus Voyage in Trostberg. Die geplanten Vorstellungen bringen Tierschützer auf die Palme - denn der Zirkus besitzt zahlreiche exotische Wildtiere.

Flusspferd Jedi mit Tourneeleiter Sascha Grodotzki

Das möchte die Tierrechtsorganisation nicht so hinnehmen: Peta verweist auf die mangelhaften Haltungsbedingungen der Tiere des Circus Voyage und erhebt damit schwere Vorwürfe gegen den Zirkusbetrieb. Circus Voyage besitzt unter anderem Giraffen und Elefanten. Peta kritisiert zudem die mangelhafte Haltung von Flusspferd Jedi, der sein Dasein als Herdentier beim Circus Voyage allein in einem kleinen Wassertank fristen müsse.

Die Tierschutzorganisation appelliert an Flächenvermieter und Städte, die ihren Handlungsspielraum nutzen sollen, um Zirkussen mit Wildtieren den Auftritt zu untersagen. Die Stadt Wasserburg beispielsweise hat im Oktober 2016 beschlossen, Cirkusse mit Wildtieren künftig nicht mehr in der Innstadt begrüßen zu wollen.

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