Rosenheimerin musste lange auf Testergebnis warten

Kritik: Getestete in Quarantäne - ihre Kontaktpersonen aber nicht?

Rosenheim - Bis das Ergebnis eines Coronatests da ist, dauert es im Landkreis aktuell einige Tage. Die Getesteten müssen so lange in Quarantäne. Doch was ist mit den Kontaktpersonen dieser Verdachtsfälle? 

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Dass Kontakte von Verdachtsfällen nicht zuhause bleiben müssen, bis das Ergebnis des Corona-Tests vorliegt, stößt einem Leser sauer auf. Er teilte uns mit, dass seine Mutter bei der Teststation Loretowiese getestet wurde und man ihr sagte, dass das Ergebnis aufgrund der Überlastung des Rosenheimer Labors circa vier bis sieben Tage dauere. "Sie steht zwar jetzt vorsorglich unter Quarantäne, der Rest des Haushaltes aber nicht", so der Leser. "Meine Mutter ist Verkäuferin in einer Rosenheimer Metzgerei und hatte bis zuletzt Kundenkontakt. Ihr Lebensgefährte, der auch im Lebensmittelhandwerk arbeitet, wurde auch nicht vorsorglich zumindest bis zum Testergebnis, krankgeschrieben."

Bis ein Ergebnis vorliegt, muss der sogenannte Verdachtsfall in Quarantäne. Die Menschen, die im selben Haushalt leben aber nicht zwingend. Zumindest nicht laut Allgemeinverfügung. Erst wenn ein positives Testergebnis vorliegt, gelten die Mitbewohner als Kontaktperson der Kategorie I und dürfen dann zwei Wochen das Haus nicht mehr verlassen, auch wenn sie in der Zeit keine Symptome entwickeln.

Gesundheitsamt bezieht Stellung

"Wir sprechen hier vom Kontakt des Verdachtes", sagte der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl. "Man braucht natürlich insgesamt schon eine rechtliche Handhabe. Wenn wir bei dem Verdachtsfall von einembegründeten Verdacht ausgehen und er engen Kontakt mit den anderen Personen im Haushalt hatte, dann wird auch so verfahren, dass bereits für diese Personen eine Quarantäne angeordnet wird." Hierl finde es schwierig, wenn man eine generelle Verfügung erlassen würde, dass generell jeder Kontakt zu einem Verdacht zuhause bleiben müsste. "Man muss im Einzelfall schon nachschauen, wie zwingend ist hier der Verdacht."

Testkapazitäten werden ausgebaut

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn liegt die Kapazität für Corona-Tests in Deutschland zurzeit bei bis zu 500.000 Tests pro Woche. Der Freistaat Bayern will die Corona-Testkapazitäten auf circa 13.000 Tests pro Tag massiv ausbauen. Tests müssen derzeit nach medizinischen Notwendigkeiten priorisiert werden. Dafür habe das Robert Koch-Institut Kriterien erarbeitet. 

Nach diesen Kriterien wird auch in Rosenheim beispielsweise an der Teststation auf der Loretowiese getestet. Um sich hier testen lassen zu können, muss man zudem eine Überweisung vom Hausarzt vorlegen. Da die Labore derzeit sehr ausgelastet sind, dauert es aber, bis das Testergebnis da ist und man Gewissheit hat. 

jb

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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