3. Rosenheimer Suchthilfetag im KU'KO

"Je lauter das Gegacker, desto größer das Ei?"

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Sucht und Drogenabhängigkeit - Der 3. Rosenheimer Suchthilfetag im KU'KO
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Rosenheim - Egal ob Alkohol, Tabak, Cannabis oder Heroin, Drogen sind ein Teil der modernen Gesellschaft. Welche Wege die Suchthilfe zur Prävention und Therapie einschlagen kann:  

Über 400 Teilnehmer nahmen am Mittwoch am 3. Rosenheimer Suchthilfetag im KU'KO teil. Die Bandbreite der Besucher aus Politik, Wirtschaft und Sozialem war dabei ebenso groß, wie die Vielfalt der vorgestellten Themenbereiche. Benjamin Grünbichler und sein Team von der Prävention- und Suchthilfestelle "neon" in Rosenheim stellten in Zusammenarbeit mit der ambulanten Hilfseinrichtung "Anthojo" eine Informationstagung rund um das Themenfeld "Abhängigkeit", bestehend aus insgesamt neun Fachvorträgen, zusammen.

"Sucht ist allgegenwärtig"

Unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Gesundheit, Melanie Huml, eröffneten der stellvertretende Landrat Josef Huber und Dr. Georg Walzel, Vertreter des Gesundheitsministeriums, die Veranstaltung.

Abgebildet wurde dabei die komplette Palette von Suchterkrankungen, deren Ursachen und Wirkungsweisen, über Therapieansätze bis hin zum medizinisch begleiteten Entzug. "Sucht ist ein weit verbreitetes, gesellschaftliches Phänomen", erklärt Benjamin Grünbichler von neon. Negative Auswirkungen zeigten sich unter anderem in den sozialen Strukturen wie dem Zusammenleben mit Familie und Kindern und könnten dort zu teils gravierenden Folgen, wie zum Beispiel Führerschein- oder Arbeitsplatzverlust führen. Gerade deswegen sei es umso wichtiger, bei der Bekämpfung eng mit Fachleuten, den Angehörigen und auch Selbsthilfegruppen zusammenzuarbeiten. "Es ist schön zu sehen, wie gut die Themen angenommen werden. Gerne möchten wir versuchen, bei unserem nächsten Suchthilfetag neben den Fachleuten auch die vielen interessierten Rosenheimer mit einzubinden", gab Jochen Stöpel von Anthojo einen vielversprechenden Ausblick.

Bilder vom 3. Suchthilfetag im KU'KU

Bilder von der Fachtagung zum Thema Suchthilfe

Von A wie Alkohol bis Z wie Zocken

In den Vorträgen beschränkten sich die Fachleute aus Medizin, Psychologie und sozialer Arbeit nicht nur auf die klassischen Abhängigkeiten. Auch vergleichsweise junge Drogentypen wie die sogenannten "Legal Highs" und stoffungebundene Süchte, wie Online- oder Spielsucht wurden in die Betrachtungen miteingeschlossen. Referenten gaben dabei tiefe Einblicke in aktuelle Problemstellungen, ermöglichten aber zeitgleich pragmatische und zielorientierte Lösungsansätze. Unter dem Titel "Legal Highs und neue Drogen - Je lauter das Gegacker, desto größer das Ei?" ging beispielsweise Dr. Tim Pfeifer-Gerschel von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht auf das vermehrt in den vergagenen Jahren auftretende Problem der synthetischen Suchtstoffe ein. 

Rosenheim24.de nimmt die Fachtagung zur Suchthilfe von neon und Anthojo zum Anlass, um sich in der kommenden Woche mit dem Thema "Sucht" näher auseinanderzusetzen. Ab Montag finden Sie hier eine dreiteilige Beitragsreihe zu den Themen "Online-Sucht und Legal Highs - eine neue Form der Abhängigkeit", "Suchthilfe - gestern, heute, morgen" und "Suchttherapie - den medizinischen Ursachen und Wirkungen auf der Spur".

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