Berechnungen durchgeführt

Stickoxidwerte an sechs Rosenheimer Straßen über dem Grenzwert

+
Auch in der Innstraße werden die Stickoxidgrenzwerte überschritten
  • schließen

Rosenheim - Kommt es in der Stadt zu Überschreitungen der einschlägingen NO2-Werte? Das wurde nun überprüft. Die Ergebnisse sind überraschend.

Auf Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 5. Februar 2018 hat die Verwaltung der Stadt Rosenheim beim Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) die Überprüfung der Wahrscheinlichkeit beantragt, dass im Stadtgebiet die NO2-Grenzwerte überschritten werden.

Nach Rücksprache mit dem LfU hat die Verwaltung die aktuellen Verkehrszahlen von sieben Straßenzügen ab denen einen Überschreitung überhaupt in Frage komme übermittelt. Aufgrund dieser Verkehrswerte hat das LfU Berechnungen zur ermittlung möglicher Belastungen durchgeführt. Das kam heraus:

Luftschadstoff

PM10 (Feinstaub)
JMW (Jahresmittelwerte)
Mikrogramm/m³

PM2,5 (Feinstaub) JMW
Mikrogramm/m³

NO2 (Stickstoffdioxid) JMW Mikrogramm/m³

Grenzwert

40

25

40

Hubertusstraße

25

15

48

Innstraße Ost

22

14

40

Innstraße West

23

15

46

Kaiserstraße

23

15

43

Kaiserstraße

26

16

48

Prinzregentenstraße

23

15

44

Schönfeldstraße

23

15

43

Stickoxid an allen Stellen über dem Grenzwert

Nach den Berechnungen werden die Grenzwerte für Stickoxid an sechs Stellen laut Berechnungen überschritten. Nach Auffassung der bayerischen Staatsregierung sind die Überschreitungen aber als verhältnismäßig geringfügig einzustufen. Zwar liegen sie über dem Grenzwert 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter oder erreichen ihn, bleiben aber unter 50. Daher wären auch Fahrverbote unverhältnismäßig

Zudem haben die Erfahrungen der Landeshauptstadt München gezeigt, dass vom LfU berechnete Überschreitungen in der Wirklichkeit durch tatsächliche Messungen nicht immer bestätigt werden. Die Stadt will es jetzt aber genau wissen und wird demnächst selbst messen. Mit den Messungen will man voraussichtlich der TÜV Südbayern beauftragen. Parallel dazu soll geprüft werden, ob Maßnahmen zur Verflüssigung des Verkehrs erfolgen könnten, da im sogenannten Stop and Go-Verkehr besonders viel NO2 produziert wird.

Was Stickoxide so gefährlich macht 

Das Umweltbundesamt kam auf Grundlage mehrerer Studien jüngst zu dem Ergebnis, dass Stickoxide über einen längeren Zeitraum schon in relativ geringen Konzentrationen schwere Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Typ 2 Diabetes haben können. 2014 war eine Langzeitbelastung mit Stickoxiden demnach für rund eine Million bestehende Krankheitsfälle verantwortlich.

Zurück zur Übersicht: Rosenheim

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT