Verstieß Flintsbacherin damit gegen Waffengesetz?

Wurfstern oder Fidget Spinner? Gericht hat entschieden

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Die Flintsbacherin Jenny Kühner und der Fidget-Spinner, der von Zoll und Staatsanwaltschaft als Wurfstern interpretiert wurde. Das Verfahren wurde vor dem Amtsgericht Rosenheim am Mittwoch eingestellt. 
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Rosenheim - Sie bestellte sich übers Internet einen Fidget Spinner, der einem Wurfstern ähnelt - die Flintsbacherin Jenny Kühner musste deshalb vor Gericht, doch mit dem Ergebnis ist sie zufrieden. 

UPDATE: 12.30 Uhr - Verfahren vom Gericht eingestellt

Das Verfahren gegen die Flintsbacherin Jenny Kühner wurde am Mittwoch wegen Geringfügigkeit vor dem Amtsgericht Rosenheim eingestellt. Ihr drohte eine Strafe in Höhe von 400 Euro wegen eines vermeintlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Auflagen werden der jungen Frau darüber hinaus auch nicht gemacht. 

Verteidiger Tobias Fritz und Jenny Kühner.

"Das war als Spielzeug beschrieben und davon gehe ich auch noch heute aus. Wäre dagestanden, dass es eine Waffe ist, hätte ich mir das nie im Leben bestellt", verteidigte sich Kühner mit ihrem Anwalt Tobias Fritz. Die Staatsanwaltschaft ordnete den Fidget Spinner aus einer Zink-Stahl-Legierung dagegen nach wie vor als Waffe ein. 

Ausschlaggebend war vor Gericht auch das Gutachten eines Sachverständigen: Auch wenn eine Abgrenzung zu einem Wurfstern schwierig wäre, könne man den von Kühner bestellten Fidget Spinner eher nicht als Waffe bezeichnen. Er sei schließlich nicht dazu gemacht worden, um andere zu verletzen, auch die Kanten seien nicht angeschliffen und die Spitzen zeigten nach innen. "Er ging sogar kaputt, als wir damit auf Kartons geworfen haben", so der Gutachter.

Der inzwischen ohnehin kaputte Fidget Spinner verbleibt bei den Behörden. Gerade Mal vier Euro hat er gekostet. Jenny Kühner juckt das nicht, Hauptsache die Prozess hat nun ein Ende: "Ich hätte mir den Fidget Spinner eh nur zu meiner Sammlung in die Vitrine gestellt."

Unser Artikel vom Mittwochmorgen:

Es ist eigentlich nur ein Handkreisel, der aus einem mittig platzierten Kugellager und mehreren Auslegern besteht - der Fidget Spinner, ein Spielzeug, das sich in den vergangenen Jahren rasant verbreitete. Eine Rosenheimerin mit Sammelleidenschaft für die Fidget Spinner bestellte sich aber auch ein Exemplar, das vom Zoll bei der Einfuhr glatt als Wurfstern eingeordnet wurde: Hier ein Foto des Fidget Spinners

Am Mittwoch wird die Frau vor dem Amtsgericht in Rosenheim stehen. Ein Strafbefehl wurde gegen sie ausgesprochen, gegen den sie selbstverständlich Einspruch einlegte. "Jetzt, ungefähr ein Jahr nach der Bestellung kommt vom Amtsgericht ein Strafbefehl zwecks illegaler Waffeneinfuhr und wir sollen 400 Euro Strafe zahlen. Ich dachte mein Schwein pfeift. Es ist nachweislich ein Spielzeug, keine scharfen Klingen oder ähnliches", so der Mann der Rosenheimerin gegenüber der Redaktion

"Das Modell, das ich bestellt habe, hat die Form einen Ninja-Sterns mit Sicheln. Der Spinner ist aber trotzdem nachweislich ein Spielzeug und weist auch diese typischen Kugellager eines Fidget Spinners auf. Laut dem Zoll ist das Spielzeug angeblich scharfkantig und damit gefährlich. Das habe ich jedoch weder auf dem Bild im Internet erkennen können, noch stand das in irgendeiner Beschreibung", so die Frau gegenüber FAZ-online. Konkret geht es um einen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Die Verhandlung beginnt um 11 Uhr, rosenheim24.de wird aktuell aus dem Amtsgericht berichten.

xe

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