Pressemitteilung Fridays-for-Rosenheim / Bildungswerk Rosenheim

Podiumsdiskussion zur Übergabe der Forderungen der For-Future-Ortsgruppen Rosenheim

Rosenheim - Gut 200 Interessierte waren am Montag, 3. Februar um 19.30 Uhr in den großen Saal des Bürgerzentrums gekommen um die Übergabe des Forderungskataloges der For-future-Ortsgruppen an die OB-Kandidierenden und die spannende Diskussion mitzuerleben.

Auf dem Podium waren: Ricarda Krüger (Bündnis für Rosenheim), Robert Metzger (SPD), Franz Opperer (Grüne), Andreas März (CSU), Christine Degenhart (FW) und Lars Blumenhofer (FDP). Der Hinweis aus presserechtlicher Sicht, dass der Kandidat der AfD nicht geladen war löste großen Applaus im Publikum aus. Die Ereignisse in Thüringen zeigen die Weitsicht der Rosenheimer Fridays dieser gefährlichen, demokratiefeindlichen Strömung nicht auch noch ein Podium vor Ort zu bieten.

Auf der Bühne für die Fridays waren: Fine Schneider, Paula Reissinger, Felix Lauber und Quirin Kirchhof. Fachlich-sachlich-wissenschaftlich unterstützt wurden sie von zwei Wissenschaftlern der Scientists-for-Rosenheim der TH Andreas Sanders (Klima) und Uli Spindler (Energie). Moderiert wurde das ganze sehr spritzig von Florian Schrei. Das große Interesse hat auch gezeigt welche Macht die Fridays geworden sind, um sie kommt die Tagespolitik nicht mehr herum. Sie machen die kommende(n) Wahl(en) zur Klimawahl.

Der Vorstellung der Forderung nach mehr Erzeugungskapazität für regenerative Energie der Stadt begegnete Andreas März dahingehend, dass Rosenheim beim Ausbau z.B. der Fotovoltaik weit hinterher hinke, aber mit der Müllverbrennungsanlage und hocheffizienten Gas-Motoren klimatisch sehr gut da stünde. Darauf fielen die Fridays nicht herein und Quirin Lauber konterte: „Wertstoffe gehören vermieden, bestenfalls recycled, aber sicher nicht verbrannt, zumal sich im „Müll“ auch jede Menge Plastik befinde, welches bekanntlich aus Erdöl ist und deshalb niemals CO2-frei sein kann.

Allein der rein bürokratisch errechnete Emissionsfaktor hilft dem Klima nichts. Auch hocheffiziente Motoren seien klimaschädlich, wenn sie mit fossilem Erdgas betrieben werden. Außerdem ist es längst überfällig, dass auf allen städtischen Liegenschaften solarenergetische Nutzung zum Einsatz kommt.“ Fine Schneider und Felix Lauber argumentierten fachlich sehr fundiert, dass der Weg des billigen Fleisches einen hohen Preis habe. Sie ließen sich von dem Argument, dass Fleisch in Bayern dazu gehöre und man den Menschen nicht vorschreiben könne was sie essen, nicht aus dem Konzept bringen.

Die Stadt könne hier, wie in vielen Fällen, mit gutem Beispiel vorangehen und in städtischen Einrichtungen auf regional, biologisch erzeugte Produkte setzen und wesentlich mehr vegetarische und vegane Gerichte anbieten. Auf die Forderung nach einer endlich autofreien Innenstadt ging einzig Ricarda Krüger (BüRo) voll umfänglich ein. Sie meinte: „Die Parkhäuser sind heute schon besonders hässlich, bei Autofreiheit der Innenstadt werden sie zudem noch überflüssig. Auch für die Kufsteiner Straße werde sich eine Lösung finden lassen, der vierspurige Ausbau ist sicher keine.“

Statt neuer Parkhäuser wie Andreas März anführte, konterte sie, dass der Platz nicht weiter für Autos verschwendet werden solle, es brauche Platz für Menschen, auch für (Sub-)Kultur. Eine autofreie Innenstadt mache eine Stadt auch attraktiv. Paula Reissinger verwies in ihrer Forderung darauf, dass die Holzstadt Rosenheim wieder Holzstadt werden müsse. Als Bespiel nannte sie, dass der Erweiterungsbau des Karolinengymnasiums rein aus Beton anstatt in Holzbauweise, ein Armutszeugnis für die noch amtierende Stadtspitze sei. Am Ende gab es noch einige Publikumsfragen und der allgemeine Tenor war auch hier, dass die künftige Stadtregierung der Jugend und ihren berechtigten Forderungen mehr Gehör geben müsse.

Quirin Kirchhof verwies zudem auf die beiden nächsten Klimademos am Valentinstag, Freitag, 14. Februar und auf die bayernweiten zwei Tage vor der Wahl am Freitag, 13. März.

Pressemitteilung Fridays-for-Rosenheim / Bildungswerk Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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